Real-Time-Marketing: 10 Ansatzpunkte für ein effektives Management

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10 Ansatzpunkte für ein effektives Management von Real-Time-Marketing
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Der Aufschwung der sozialen Medien und das Bedürfnis nach Unmittelbarkeit haben neue Formen des Marketings hervorgebracht, die aktuelle Ereignisse aufgreifen, um sich zu verbreiten und eine größere Reichweite zu erzielen. Wie erreicht das Real-Time-Marketing dieses Ziel?

Um im öffentlichen Diskurs präsent zu sein und an der gesellschaftlichen „Konversation“ teilzunehmen, musst du in den sozialen Medien aktiv sein. Hier überschneiden sich Nachrichten aller Art in kürzester Zeit, mit dem Ziel, bekannt zu werden oder sogar viral zu gehen. Dem Marketing sind die neuen Trends nicht fremd. Es nutzt ihr Potenzial und passt sich an, um mit den NutzerInnen in Kontakt zu bleiben. Deshalb ist in den letzten Jahren das so genannte Real-Time-Marketing aufgetaucht und hat sich konsolidiert.

Was ist Real-Time-Marketing?

Hinter Real-Time-Marketing verbirgt sich die Zusammenführung von Marketing und Technologie. Dabei werden alle Variablen miteinander verknüpft, um eine optimale Leistung zu erzielen. Vor allem geht es darum, deine Marketingtaktiken mit dem aktuellen Kontext zu verbinden, damit du in Echtzeit in die Konversationen in sozialen Medien oder auf anderen Plattformen eingreifen kannst, auf denen du deine Zielgruppe findest.

10 Ansatzpunkte für ein effektives Management von Echtzeit-Marketing erfährst du jetzt:

1. Big Data

Big Data…

  • Sammelt Daten
  • Legt Kennzahlen fest
  • Verwaltet eine Vielzahl von Quellen
  • Gleicht die Informationen aus allen Datenquellen ab
  • Gleicht sie mit Profilen ab

Je präziser du deine Buyer Persona erstellen kannst, desto genauer kannst du die Zusammenhänge zwischen Daten und Kundenverhalten erkennen. Eine Studie von Techjury hat herausgefunden, dass Netflix durch Big Data Milliarden von Dollar an Kundenbindungskosten einsparen kann, und schätzt, dass der Markt für Big-Data-Analysen im Jahr 2023 103 Milliarden Dollar wert sein wird.

2. Segmentierung

Du weißt, dass es nahezu unmöglich ist, alle KundInnen mit deinem Produktangebot und deinen Werbeaktionen zu erreichen. Du wirst nicht jedermanns Aufmerksamkeit erlangen. Um klar definieren zu können, welche Inhalte du produzieren solltest, wen du ansprichst und wann in der Customer Journey sie relevant sind, musst du dir im Klaren darüber sein:

  • Wer dein Produkt kauft oder deine Dienstleistung in Anspruch nimmt (Buyer Persona),
  • welche Bedürfnisse er hat,
  • welche Erkenntnisse dir helfen, ihn besser zu verstehen.

Die Segmentierung bringt dich deinem Erfolg näher. Durch die Segmentierung kannst du Kontext und Relevanz in deine 360°-Marketingstrategie einbeziehen. Baue eine Produktpalette auf, die skalierbar und an die tatsächlichen Bedürfnisse deiner KundInnen angepasst ist.

3. Targeting

Entscheide, welche Indikatoren du zur Unterscheidung deiner Segmente verwenden willst. Definiere die Beziehung zu deinen Buyer Persona(s) und entwickle eine Akquisitionsstrategie für sie. Frag dich, was du tun musst, um sie in den Marketingtrichter zu bekommen, wie du sie als KundInnen gewinnen willst, was du in jeder Phase des Trichters als Verstärkung einsetzen willst und welche Taktiken du bei jedem Schritt einsetzen wirst.

EXTRA: Abseits der Zielgruppe: 3 Gründe für eine negative Buyer Persona

4. Social Media Marketing

Hier geht es darum, deine Marke deinen NutzerInnen näher zu bringen. Social Media ist der beste Kanal, um die Konversation aufrechtzuerhalten. Außerdem ist es wichtig, um Feedback zu deiner Strategie zu erhalten und jede Markenkrise, die in Echtzeit auftauchen könnte, zu beheben. So kannst du alle offenen Chancen nutzen und dein Wertangebot überarbeiten.

5. Real-Time Bidding

Beim Real-Time-Bidding geht es darum, dich von deinen MitbewerberInnen abzuheben und Preisschwankungen auf dem Keyword-Markt auszunutzen. Du solltest dir antrainieren, im richtigen Moment zu bieten und die besten Impressions zur richtigen Zeit zu bekommen. Das ist nicht einfach, aber du wirst schnell Gewinne in Form von mehr Traffic, besserem SEO und höheren Konversionsraten erzielen.

6. Multichannel

Real-Time-Marketing ist plattformübergreifend und kanalübergreifend. Wir nutzen den ganzen Tag über unsere Telefone, Tablets und Computer. Unser Prozess kann verschiedene Wege haben:

  • Er kann auf dem Telefon in der Inspirations-, Informations- und Vergleichsphase beginnen und auf unserem Computer enden, wenn wir schließlich buchen oder zur Kasse gehen.
  • Er kann auch am Computer beginnen und mit einem Kauf in einem stationären Geschäft enden (ROPO-Effekt)
  • Das stationäre Geschäft interagiert mit mobilen Kanälen durch Showrooming und Webrooming.

Unbestreitbar ist, dass du einen ganzheitlichen Blick durch die Omnichannel-Linse brauchst, die den heutigen Geschäftsraum dominiert. Marketing in Echtzeit? Ja, aber unter Berücksichtigung von Off-, On- und allem anderen.

EXTRA: Was sind Omnichannel-Marketing und Multichannel-Marketing?

7. Markeninhalte

Content is king

So klischeehaft es auch klingt, der König deiner Strategie ist der Inhalt. Eine lebendige, relevante und sich weiterentwickelnde Inbound-Marketing-Strategie und die Bereitstellung relevanter Inhalte für potenzielle Kunden während des gesamten Kauftrichters ist von grundlegender Bedeutung. Nur so gewinnst du deine Leads und versorgst deine CRM-Systeme mit Vitaminen.

Denke daran, dass deine Markeninhalte mit deinen Buyer Personas, Keywords und SEO-Prinzipien übereinstimmen müssen. Das Wichtigste ist, dass du bei der Überlegung und Vorbereitung deiner Inhalte das plattform- und kanalübergreifende Transmedia-Storytelling im Auge behältst.

8. Personalisierung

Das Marketing von heute ist eine Frage der Relevanz. Du bist für mich nur dann relevant, wenn du eine Verbindung zu mir herstellst, mir das Gefühl gibst, etwas Besonderes zu sein, meine Probleme löst und meine Wünsche erfüllst. Aber das kannst du nur, wenn du mich kennst. Deshalb ist die Personalisierung ein weiteres wichtiges Element im Real-Time-Marketing. Um KundInnen zu gewinnen, ist es wichtig, dass du bei jedem Kontakt mit einer Marke deinen Namen nennst.

EXTRA: Personalisiertes Marketing: Content-Krise bewältigen in 4 Schritten

9. Schnelligkeit bedeutet schnell sein

Mit den heutigen Analysetools kannst du das Profil deiner KundInnen wie nie zuvor zeichnen. Analysiere deinen Web-Traffic, aber auch deinen Handy- und Tablet-Traffic. Diese Tools sammeln all diese Daten, reichern sie mit Business Intelligence an und entwickeln genaue und effektive Dashboards, um Entscheidungen in Echtzeit zu treffen.

Eines der bekanntesten Beispiele für Real-Time-Marketing war der Stromausfall während des Superbowls 2013. Wie wir wissen, ist der Super Bowl das wichtigste Marketingevent des Jahres. Die Werbetreibenden konkurrieren um Hunderte von Millionen von Zuschauern weltweit. Und wer hat das ausgenutzt? Oreo, die Keksmarke. Und zwar, indem sie am schnellsten und witzigsten war und sich mit einem einfachen Tweet an ihr Publikum wandte: „Stromausfall? Du kannst immer noch im Dunkeln eintauchen“. Der Tweet machte in allen Medien Schlagzeilen und erhielt über 15.500 Retweets. Das perfekte Beispiel für Echtzeit-Marketing.

10. Management in Echtzeit

Das ist eine Frage von Marketing und Technologie. Es hängt hauptsächlich von der Lösung von vier Fragen ab:

  • Plattformen: Welche Daten erhalten wir von ihnen und wie werden sie gesammelt, aggregiert und genutzt?
  • Analysen: Was sagen uns die Daten über das Kaufverhalten?
  • Kanäle: Was brauchen unsere KundInnen in den verschiedenen Kanälen?
  • Erfahrung: Wie wird die Marke von den KundInnen an den verschiedenen Kontaktpunkten insgesamt wahrgenommen?

Real-Time-Marketing erfordert ein Verständnis der Fähigkeiten der von dir eingesetzten Technologie, der unternehmenseigenen Prozesse, der Spezialisierungen der Teams, aber vor allem der Interaktion zwischen ihnen. Vertraue nicht blindlings nur auf deine Marketing-Analysen und auch nicht nur auf dein Dashboard oder deine Technologie. Das Gespür und die Erfahrung deines Teams sind entscheidend, wenn du Kampagnen startest, in Echtzeit mit den NutzerInnen interagierst oder Strategien entwickelst, die auf der Grundlage von „Ich kenne dich, ich analysiere dich, ich höre dir zu und ich biete dir etwas an“ aufgebaut sind.

Marketing ohne Technologie ist heute nicht möglich, aber Technologie ohne Marketing ist für den Vertrieb und das Geschäft nicht nützlich.

Dieser Artikel wurde von Natalia Bergareche auf Englisch verfasst und am 14. Januar 2021 auf www.wearemarketing.com veröffentlicht. Wir haben ihn für euch übersetzt, damit wir uns mit unseren LeserInnen zu relevanten Themen austauschen können.

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