Firmenslogan gesucht? Konzepte, Komponenten & Beispiele (Teil I)

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Firmenslogan gesucht? Konzepte, Komponenten & Beispiele (Teil I)
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Du bist auf der Suche nach dem perfekten Firmenslogan? Aber wie kann man potenziellen KundInnen in wenigen Sekunden sagen, wer du bist und wie nützlich du ihnen mit deinen Produkten oder Dienstleistungen sein kannst? Ein Slogan verbindet die Verbraucher schnell mit der Marke und ist leicht zu merken.

  • “Mach eine kurze Twix – Pause und genieß die kleine Freuden des Lebens”
  • “Schmilzt in dem Mund, nicht in der Hand”
  • “Twix-Pause macht doppelt Laune”

Wir haben diese Ausdrücke so oft gehört, dass wir sie ohne nachzudenken wiederholen. Wie du Schritt für Schritt einen auffälligen Slogan entwickeln, welche Art von Slogan für dich geeignet ist und worauf du in einem Werbespruch nicht verzichten kannst, erfährst du in diesem Artikel.

Mission, Motto, USP und Slogan: Wähle das aus, was dein Unternehmen benötigt 

Beim Aufbau einer Marke verwechseln GeschäftsinhaberInnen häufig die Konzepte von Unternehmensmission, Motto, Alleinstellungsmerkmal (USP) und Slogan. In diesem Abschnitt werden wir die Begriffe aufklären und dir helfen, zwischen ihnen zu unterscheiden.

Mission ist die Philosophie des Unternehmens. Beantworte zur Formulierung folgende Fragen: Warum arbeitest du und erzielst nicht nur Gewinne? Wie trägst du dazu bei, das Leben der Menschen zu verbessern? Welche Grundsätze bestimmen deinen Geschäftsansatz? Die Mission wird oft als Idee für einen Slogan verwendet.

Das Motto des Unternehmens kann mit der Nationalhymne verglichen werden. Dieses Symbol ist für die Unternehmenskultur und die Wahrung des Teamgeistes wichtiger als für die Werbung.

USP hilft Menschen zu verstehen, warum sie dein Produkt oder deine Dienstleistung bevorzugen sollten. Welches Problem wird damit gelöst, welches Ergebnis wird aus der Zusammenarbeit mit ihnen gezogen, wie wird der Nutzen gespürt? Ohne Antworten auf diese Fragen ist keine Werbung möglich.

Ein Slogan ist ein verbaler Ausdruck deiner Mission, USP oder beides. Ohne ihre Definition ist es unmöglich, einen Slogan zu erstellen. Er erregt Aufmerksamkeit, spricht über das Produkt und ruft Emotionen hervor, die zum Kauf bewegen. Die Hauptkriterien für einen effektiven Werbespruch sind Einfachheit und Außergewöhnlichkeit. Der Slogan ist dein Dialog mit KundInnen, was bedeutet, dass es das leistungsstärkste der aufgelisteten Werbetools ist.  

Slogan-Komponenten

Moderne Slogans enthalten ein oder mehrere wesentliche Elemente. Sie heben Vorteile hervor, erzählen eine Geschichte oder vermitteln Werte. Wähle aus, welche Tools du für deine Promotion verwenden möchtest. 

1. Mission und Werte

Was ist der Wert deiner Marke? Was ist deine Philosophie? Welche Ansichten vertrittst du? Eine Missionsübereinstimmung kann ein starker Anknüpfungspunkt mit KundInnen sein, so dass sie sich für deine Produkte oder Dienstleistungen gewinnen lassen. 

2. Vorteile

Beim Verkauf geht es nicht um Funktionen, sondern um Vorteile. Der Slogan erklärt, wie du dich von ähnlichen Unternehmen unterscheidest, welchen Wettbewerbsvorteil du hast und warum deine Produkt oder deine Dienstleistung gekauft werden muss.

3. Geschichte

Du kannst dich nicht für den USP entscheiden? Dann versuche, deine Markengeschichte in deinen Slogan einzubauen. Sage den Leuten, warum du diesen speziellen Job gerne machst und was du schon erreicht hast. 

Typen und interessante Slogan-Beispiele 

Slogans sind unterschiedlich lang. Sie reichen von zwei kurzen Wörtern bis zu zwei Sätzen, von einer ernsthaften Aussage bis zu Witzen, von kühnen Aussagen bis zu provokativen Fragen. Es gibt keine einzige richtige Lösung, alles kommt auf die Besonderheiten deiner Marke und deiner Zielgruppe an. 

Slogans werden nach zwei Kriterien in Typen unterteilt: Form und Bedeutung. Um die passende Art von Firmenslogan zu wählen, gibt es hier viele Beispiele cooler Marken:

Slogan-Typen je nach der Bedeutung und dem Zweck

1. Image

Diese Slogans spiegeln die Mission, Werte und Philosophie der Marke wider, sprechen über das Unternehmen und nicht über KundInnen. Ihr Ziel ist es, ein Markenimage aufzubauen, Vertrauen und Kundenbindung zu gewinnen:

  • The New York Times: “Alle Nachrichten, die gedruckt werden können”
  • maßstabsgetreue Automodelle von Matchbox: “Wir verkaufen mehr Autos als Ford, Chrysler, Chevrolet und Buick zusammen.”

2. Ware

Diese Slogans sprechen über das Produkt, seine Vorteile und das Ergebnis, das der Kunde vom Kauf erhält. Ihr Ziel ist es, den Umsatz durch Hervorheben von USP oder Hervorrufen von Emotionen zu stimulieren:

  • MasterCard: “Es gibt Dinge, die man fürs Geld nicht kaufen kann. Für alles andere gibt es MasterCard “
  • Playstation: “Lebe in deiner eigenen Welt. Spiel in unserer.“

Slogan-Typen je nach der Form und den Sprachmanipulation

1. Behauptung

Diese Art von Slogan kann sowohl von einem Unternehmen, als auch von einem Kunden oder einem Alleinstellungsmerkmal erzählen. Eine wichtige Rolle spielt hier die Satzkonstruktion: 

Ganzer Satz:

  • Marks&Spencer: “Der Kunde hat immer und völlig Recht!”
  • Amazon: “Der weltweit größte Buchladen.”

Eine kurze dynamische Phrase:

  • 7UP: “Uncola”
  • McDonald’s: “Ich liebe es.”

Ein paar kurze Sätze:                                    

  • Mac Pro: “Beauty outside. Beast inside.”
  • Aston Martin: “Power, beauty and soul.”
  • Ebay: “3… 2… 1… meins!”.

2. Frage

Diese Form lädt VerbraucherInnen zum Dialog ein und stellt den Kontakt zu ihnen her. Die Frage kann rhetorisch oder nach dem klassischen “Problem-Lösung”-Schema strukturiert sein:

  • Nespresso: “What else?”
  • Kitkat: “Gibt es eine Pause? Da ist Kitkat”
  • BMW: “Braucht Werbung Perfektion?”; “Freude am Fahren”
  • Schweppes: “Schhh! You know who?”

3. Aufruf

Eine andere Möglichkeit, mit KundInnen zu sprechen, besteht darin, sie persönlich zu kontaktieren, um zu zeigen, dass du dir ihrer Bedürfnisse, Wünsche oder Probleme bewusst bist: 

  • Lay’s:  “Unwiderstehlich crunchy”
  • Snickers: “Snick’ dir ’nen Snickers”
  • Canon: “Wo Farbe ist, ist Canon”
  • Supermarktkette Sainsbury’s: „Try something new today“

4. Spiele mit Worten, Ironie und Humor

Es ist ein leistungsfähiges Instrument, um VerbraucherInnen zu beeinflussen. Indem du eine Person zum Lächeln bringst, gewinnst du sie für die Marke. Die Hauptsache bei dieser Technik ist, zu wissen, welche Art von Humor für deine Zielgruppe akzeptabel ist und das Wortspiel nicht in ein Rätsel zu verwandeln:

  • Utica Club-Beer: “We drink all we can. The rest we sell“
  • Xerox: “Ich freu‘ mich aufs Büro”
  • IKEA:  “Wohnst du noch oder lebst du schon”
  • Tide: “If it’s got to be clean, it’s got to be tide”
  • CITI Bank: „CITI schläft nie“ (City auf Englisch Stadt)

5. Metapher, Übertreibung, Verwendung emotional gefärbte Wörter

Diese Techniken beim Firmenslogan wirken auf die Gefühle der KundInnen ein, was berühmte Marken verwenden. Hier sind ein paar Beispiele:

  • Toyota: “Drive your dreams”
  • Harley Davidson: “All for freedom. Freedom for all”
  • Disneyland: “Eine Welt voller Zauber”
  • Calvin Klein: “You’re the one”

Weiterführende Beiträge

Firmenslogan gesucht? In 5 Schritten einen Slogan erstellen (Teil II)

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Dmytro Leiba
Dmytro Leiba ist Marketingexperte bei Logaster, einem Online-Generator für Markenidentitäten, der Millionen von kleinen Unternehmen mit ihrem Branding geholfen hat. Er verfügt über praktische Erfahrung im Schreiben über Technologien, Marketing-Trends und Brandingstrategien.

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