Öffentlichkeitsarbeit: 7 PR-Regeln in der Corona-Krise

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Öffentlichkeitsarbeit: 7 PR-Regeln in der Corona-Krise
© tadamichi - stock.adobe.com

Die Krise betrifft uns alle. Unternehmen, ob Konzerne oder KMU, Einzelunternehmer oder Selbständige, wird momentan viel Solidarität entgegengebracht. Gleichzeitig erwarten wir Gemeinschaftsgeist und -sinn sowie Großzügigkeit. Die Aufmerksamkeit, gerade online, war kaum je höher und dennoch ist sie beschränkt. Fokussiert auf eine bestimmte Art von Kommunikation – und für die gibt es klare Regeln. Der Grat zwischen Erfolg und Misserfolg ist sehr schmal und gefährlich.

Was gegenwärtig überhaupt nicht tragbar ist, wenn Unternehmen jetzt mit Zahlen, Daten, Fakten kommunizieren.

Im besten Fall werden sie ignoriert und im wahrscheinlichsten Fall stark kritisiert. Wenn du also deine Standard-Werbekampagne zückst oder Produkte und Dienstleistungen wie gewohnt mit Angebot und Preis verkaufst, wird das oft nicht gutgeheißen. Das ist übrigens erst recht der Fall, wenn es sich um eine Branche handelt, die von der Situation profitiert und deren Dienstleistungen gebraucht werden.

Was ist noch erlaubt, was sinnvoll?

Viele Unternehmen sind verunsichert, was sie noch machen können, dürfen und sollen, wenn die üblichen Marketingstrategien kaum mehr oder nur noch teilweise gehen. Was kannst du denn überhaupt noch kommunizieren, wenn dein Geschäft, dein Hotel oder dein Dienstleistungsunternehmen fast oder komplett heruntergefahren ist?

Unser Tipp: Erzähle über dich. Erzähle, was deine Mitarbeiter tun. Erzähle, was ihr plant oder wie ein Alltag im Normalfall und wie er jetzt aussieht. Es gibt kaum eine bessere Zeit als aktuell für PR! Aber nur, wenn du deine Öffentlichkeitsarbeit nach innen und außen auch richtig gestaltest.

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7 Beispiele aus unterschiedlichen Branchen

1. Wenn du ein Gastronom bist oder ein Hotel hast

Nutze die Zeit und mach beispielsweise eine Video-Serie darüber, was du mit den übrigen Lebensmitteln machst. Oder lass deine Mitarbeiter über ihren Alltag sprechen, was sie jetzt tun und was sie beschäftigt.

2. Wenn du ein Kosmetikstudio hast

Gib online Tipps, wie man die Gesichtshaut mit einfachsten Mitteln zu Hause pflegen kann. Zeige, was du jetzt alles vorbereitest und wie du dich in der Zwangspause weiterbildest.

3. Wenn du Velo-Kurierdienste anbietest

Dann zeige jetzt den Weg eines Paketes, wie komplex dieser ist und warum es deinen Service braucht.

4. Wenn du Online-Dienste wie Webinare anbietest und von der Situation profitierst

Sei großzügig mit Abos, erhöhe und vereinfache die Testmöglichkeiten etc.

5. Wenn du ein großes Bauunternehmen führst

Zeige, wie sich alle an die Hygienevorgaben halten oder erkläre in Statements und Videos, wie du jetzt anders planen musst und was das logistisch für euch als Team bedeutet.

6. Wenn du ein Industrieunternehmen führst

Zeige, was deine Mitarbeiter leisten, erkläre was Kurzarbeit bedeutet und wie alle damit umgehen.

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7. Wenn du eine Tourismusdestination leitest

Gib jetzt bereits Gutscheine für die „Wiedereröffnungswochen“ und das erste Glas Prosecco aus, wenn du in der Zukunft mit deinen Gästen wieder feiern darfst.

In der Krisenkommunikation kommt es auf jedes Wort an

Vermeintlich „tolle Ideen“, wie eine „Corona-Rabatt-Aktion“ können sich als schmerzhafter Bumerang herausstellen. Du brauchst jetzt einen kühlen Kopf und eine übergeordnete und strategische Kommunikation. Eines muss dir dabei klar sein:

Man kann mit Krisenkommunikation nicht alles verändern. Aber man kann Kunden und Mitarbeiter zu Verbündeten machen.

Gerade das ist in dieser Zeit enorm wertvoll.

7 Regeln, damit dies gelingt

  1. Sei großzügig mit dir und den anderen. Das wird sich langfristig auszahlen.
  2. Bleibe (oder werde) authentisch. Das heißt, die Kommunikation muss dir und deinem Unternehmen entsprechen, nur dann bist du glaubwürdig.
  3. Zeige deine Werte, wie du denkst und handelst.
  4. Bleibe immer bei der Wahrheit.
  5. Bleibe positiv, das heißt, du darfst die schwierige Situation erklären, aber verzichte dabei auf Anklage Dritter und Beschuldigungen.
  6. Zeige dich solidarisch und habe Mitgefühl. Arroganz und Überheblichkeit sind vernichtend.
  7. Verzichte auf reine Zahlen, Daten, Fakten. Bringe dafür Emotionen und persönlichen Service ins Spiel.

Keine Angst, etwas Neues auszuprobieren

Diese Regeln gelten übrigens in der aktuellen Lage für die interne wie die externe Kommunikation. Die Krise bedeutet für uns alle gerade im Bereich Marketing und Öffentlichkeitsarbeit eine Chance. Eine Chance, Neues auszuprobieren und auf uns aufmerksam zu machen, neue Wege zu gehen und teilweise auch unsere Dienstleistungen anzupassen oder sogar komplett neu zu erfinden.

Dabei hat Öffentlichkeitsarbeit immer das Ziel, Verständnis zu generieren, etwas zu erklären, zu informieren, das Image zu optimieren oder zu stärken. Krisenkommunikation ist die höchste der Kommunikationsdisziplinen. Sind du und dein Unternehmen jetzt großzügig und offen, zeigst du vor allem jedoch Haltung, wird sich das langfristig auszahlen. Kommuniziere also unbedingt weiter – aber bitte richtig!

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Sereina Schmidt
Sereina Schmidt, zu 100 Prozent Kommunikationsprofi, liegt als Beraterin, Sparringspartnerin und Rednerin die Reputation ihrer Kunden am Herzen. In ihrer Arbeit kristallisiert sich heraus, was ihre entscheidende Stärke ist: Die direkte, transparente und ehrliche Beratung und Unterstützung von Geschäftsführern und Unternehmern. Im Moment arbeitet Sereina Schmidt an einem Buch zum Thema CEO-Reputation.

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