Marketing in Zeiten von Corona: 3 Dinge, die jetzt ganz wichtig sind

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Der Corona-Virus versetzt die Welt in Angst und Schrecken. Großveranstaltungen werden abgesagt, tausende Menschen werden in häusliche Quarantäne gesteckt, US-Präsident Donald Trump verhängt ein Einreiseverbot für EU-Bürger und die globalen Börsen stürzen ein. Tausende Fragen, zu wenige Antworten.

Eine schwierige Situation – insbesondere für Top-Entscheider, Unternehmer und Markenverantwortliche, die in einer Zeit Verantwortung übernehmen müssen, in der keiner Verantwortung übernehmen will. Denn gerade jetzt zeigt sich, dass das Thema „Marke“ viel mehr beinhaltet, als nur schöne Werbeflyer.

Starke Marken geben Mitarbeitern und Kunden Halt, weil sie Haltung zeigen.

Starke Marken vertreten Werte, die wir jetzt brauchen. Und starke Marken überstehen schwere Zeiten, weil sie an mehr denken, als nur Profitmaximierung. Und genau darum geht es in Zeiten von Corona. Drei Dinge, die jetzt ganz wichtig sind:

1. Corona ernst nehmen, ohne Panik zu verbreiten

Ich bin kein Arzt und die meisten Top-Entscheider im Mittelstand oder in Konzernen vermutlich auch nicht. Und genau deshalb sollten wir auf die Empfehlungen der Experten hören. Dabei geht es ausdrücklich nicht um persönliche Einstellungen zu der Thematik Corona und der persönlichen Einschätzung der Gefahr, sondern um sinnvolle Maßnahme zum Schutz aller Menschen, denn der hat immer die oberste Priorität!

Verantwortung zu übernehmen heißt deshalb, den Virus ernst zu nehmen. Ich schätze es, wenn Manager bereit sind, Risiken einzugehen – insbesondere, wenn es um den Markenaufbau geht.

Doch spätestens beim Thema Gesundheit ist Risiko tabu.

2. Eine klare Kommunikation gegen die Angst

Viele Menschen haben Angst. Mitarbeiter und Kunden benötigen deshalb eine Marke mit klarer Haltung und einem Plan. Gerade in schwierigen Zeiten sind es schließlich starke Marken, von denen wir uns Orientierung und Halt wünschen. Wichtig dabei: Eine klare, stringente, logische und sachliche Kommunikation auf sämtlichen Wegen.

Dies gilt sowohl im Bereich der Virus-Prophylaxe, als auch für den möglichen Fall nach einer Infizierung:

  • Gibt es einen Notfallplan?
  • Weiß jeder Mitarbeiter, wie er sich zu verhalten hat?
  • Sind die Voraussetzungen für Home Office gegeben?

Und ganz wichtig: Haben meine Mitarbeiter und Kunden fragen? Wer jetzt offen mit den Menschen kommuniziert und sich nicht versteckt, baut eine besondere Bindung auf, die nach der Krise mit Loyalität bezahlt wird.

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3. Wirtschaftliche Einbußen in Kauf nehmen – falls nötig

Wie bereits erwähnt, hat die Gesundheit aller Menschen oberste Priorität. Im aktuellen Corona-Fall kann das bedeuten, ganze Abteilungen zu schließen. Das hat selbstredend negative finanzielle Folgen, die weh tun. Aber genau dann, wenn es schmerzt und schwierig ist, gilt es, für das einzustehen, was man sich auf die Fahnen geschrieben hat.

Menschen sind kein bloßes Mittel zur Profitmaximierung.

Sobald dieses Gefühl bei Mitarbeitern und Kunden entsteht, nützen die kurzfristigen Erträge auch nichts mehr. Druck, Zwang und Gier sind vollkommen Fehl am Platz. Finanzielle Verluste können meist wieder aufgefangen werden – verlorenes Vertrauen hingegen nie. Dafür braucht es klare Gedanken, Mut und vor allem Selbstverantwortung.

Hermann Wala
Hermann H. Wala ist Markencoach, Bestsellerautor und Speaker. Nach führenden Positionen bei Ogilvy & Mather, Saatchi & Saatchi und Hubert Burda Media gründete er die Marketingagentur WALA Strategy & Brand Consultants. Seit über 25 Jahren berät er seine Mandanten aus den unterschiedlichsten Branchen beim Markenaufbau. Wala gibt Seminare, Workshops, hält Vorträge und ist als Autor tätig. Seine Bücher verkauften sich insgesamt über 80.000 Mal – auch in China.

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