Zugehörigkeitsgefühl am Arbeitsplatz: Darum ist es so wichtig

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Groucho Marx witzelte einst: „Ich mag zu keinem Club gehören, der mich als Mitglied aufnimmt“. Doch mal ganz im Ernst, der Mensch ist darauf programmiert, dazuzugehören – zur Familie, zu Freundeskreisen, zu Vereinen und auch am Arbeitsplatz. Seit der Pandemie haben viele Arbeitgeber mit einer Kündigungswelle zu kämpfen. Im englischsprachigen Raum spricht man bereits von „The Great Resignation“. Kein Wunder also, dass die Förderung des Zugehörigkeitsgefühls am Arbeitsplatz auf der HR-Agenda nach oben gerückt ist.

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Diesen Einfluss hat das Zugehörigkeitsgefühl am Arbeitsplatz auf Geschäftskennzahlen

Solltest du trotzdem noch unsicher sein, ob der Aufbau einer Kultur der Zugehörigkeit in deinem Unternehmen mehr Priorität erhalten sollte, können dich vielleicht die Ergebnisse einer Umfrage zum Thema „Zugehörigkeit am Arbeitsplatz“ überzeugen. Die Ergebnisse zeigen ganz klar, dass das Zugehörigkeitsgefühl am Arbeitsplatz einen direkten Einfluss auf Geschäftskennzahlen wie Kostensenkung, Produktivität und Mitarbeiterbindung hat. In fast jeder Kategorie, die untersucht wurde, handeln Mitarbeitende, die sich zum Unternehmen zugehörig fühlen, mit doppelter Wahrscheinlichkeit auf eine Art und Weise, die sich positiv auf den Ruf und den Gewinn eines Unternehmens auswirkt.

Hier einige der Ergebnisse im Detail:

  • Mehr Weiterempfehlungen: Beschäftigte, die sich zugehörig fühlen, empfehlen ihren Arbeitsplatz mit 51 Prozent höherer Wahrscheinlichkeit weiter. Das ist mehr als doppelt so viel wie der Durchschnitt (23 Prozent). Und mehr als 12 Mal so viel wie bei Beschäftigten mit einem geringen Zugehörigkeitsgefühl am Arbeitsplatz. Von ihnen würden nur vier Prozent ihr Unternehmen weiterempfehlen.
  • Bessere Produktivität: Laut Studie gaben 45 Prozent der Beschäftigten, die sich zugehörig fühlen, an, bei der Arbeit produktiv zu sein. Im Durchschnitt sagen hingegen nur 20 Prozent, dass sie produktiv sind. Bei denjenigen, die sich nicht zugehörig fühlen, sogar nur sechs Prozent.
  • Sicherheitsnetz: Die Umfrage zeigt, dass 50 Prozent der Beschäftigten, die sich zugehörig fühlen, auch ein starkes Gefühl der Sicherheit an ihrem Arbeitsplatz verspüren. Im Durchschnitt sagen dies nur 24 Prozent, beziehungsweise sechs Prozent bei denjenigen, die sich nicht zum Unternehmen zugehörig fühlen. Menschliche Verbindungen scheinen also eine Art „Sicherheitsnetz“ für die Beschäftigten zu sein.
  • Verbesserte Resilienz: 41 Prozent der Beschäftigen, die sich stark zum Unternehmen zugehörig fühlen, stimmen der Aussage, dass sie „in der Lage sind, Hindernisse und Herausforderungen zu bewältigen, wenn sie auftauchen“ zu. Im Durchschnitt sagen dies nur 20 Prozent, beziehungsweise nur acht Prozent bei denjenigen, die sich nicht zugehörig fühlen.

Was kannst du nun tun, um eine Kultur der Zugehörigkeit in deinem Unternehmen zu schaffen?

Der erste Schritt ist, zu definieren, was Zugehörigkeit für dein Unternehmen bedeutet. Darauf aufbauend kannst du dann Puls- oder jährliche Umfragen zum Mitarbeiterengagement nutzen, um deine Fortschritte zu messen.

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Als Nächstes solltest du deine HR-Technologien und -Prozesse an diese fünf Säulen der Zugehörigkeit ausrichten: „Willkommen“, „Bekannt“, „Einbezogen“, „Unterstützt“ und „Verbunden“. Wie die Umfrage zeigt, korrelieren diese Säulen signifikant mit einem starken Zugehörigkeitsgefühl.

Drittens: Beachte die Unterschiede innerhalb deiner Belegschaft und stelle sicher, dass deine DEI-Bemühungen auch auf das Zugehörigkeitsgefühl ausgerichtet sind. Frauen, LGBTQ-Beschäftigte, People of Color, Beschäftigte mit Behinderungen und andere Randgruppen benötigen möglicherweise mehr Unterstützung oder zusätzliche Ressourcen, um ein starkes Zugehörigkeitsgefühl zu entwickeln.

Schließlich solltest du eine Anerkennungskultur schaffen, damit sich die Menschen gesehen, geschätzt und respektiert fühlen. Die Umfrage zeigte deutlich, dass dies der beste Weg ist, eine Kultur der Zugehörigkeit zu schaffen. Instrumente, die es allen Beschäftigten – unabhängig von ihrer Position oder ihrem Standort – ermöglichen, ihre KollegInnen anzuerkennen, können in dieser Phase sehr wirkungsvoll sein.

Groucho Marx’ witzigen Bemerkungen zum Trotz, ist Zugehörigkeit ein ernstes Thema. Die Untersuchungen zeigen eindeutig, dass sich Investitionen in eine Kultur der Zugehörigkeit am Arbeitsplatz auszahlen. Das gilt besonders in der heutigen Zeit, in der so viele Mitarbeitende ihre Arbeitssituation neu bewerten.

Susanne Gensch
Susanne Gensch ist Lösungsberaterin bei Achievers. In dieser Funktion hilft sie Achievers Kunden in Europa den bestmöglichen Einsatz der Achievers-Plattform zu identifizieren, um somit das Mitarbeitererlebnis zu optimieren und das Erreichen strategischer Geschäftsziele sicherzustellen. Susanne Gensch hat die letzten 24 Jahre in den USA verbracht und davon 20 Jahre im Personalwesen gearbeitet. Noch bis vor Kurzem war sie HR-Managerin mit Verantwortung für Anerkennung und Wellness bei einem Achievers Kunden in Nord Amerika und hat persönlich erlebt, wie Engagement und Geschäftserfolg durch Anerkennung gefördert werden.

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