Sabotage im Unternehmen? 3 Vernehmungstaktiken

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Sabotage im Unternehmen? 3 Vernehmungstaktiken
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Sabotage im Unternehmen? Innerbetriebliche Sabotage aus den eigenen Reihen ist nicht nur ein wichtiges Thema bei Großkonzernen, vor allem aufstrebende und innovative Unternehmen haben unter dem Thema der Sabotage zu leiden. So entstehen Schäden im Milliardenbereich. 

Doch wie lassen sich diese Fälle von Sabotage lösen? Mit der Macht, Menschen lesen zu können! Mit diesen drei Vernehmungstaktiken für UnternehmerInnen kommst du jedem Saboteur auf die Schliche.

1) Mit gezielten Impulsen Reaktionen auslösen

So mancher Kriminelle hat sich im Laufe seiner „beruflichen Karriere“ gezielte Taktiken angeeignet, die es den vernehmenden Beamten in Vernehmungssituationen schwer macht. Dabei können gezielte Fragetechniken Impulse auszulösen, die zu unmittelbaren Reaktionen beim Gegenüber führen. Meist sind diesbezüglich Millisekunden entscheidend.

In solchen Momenten heißt es, am Ball zu bleiben und genau zu sehen, um welche Art von Reaktion es sich handelt und wie diese zu bewerten ist. Eine verzögerte Gegenreaktion seitens der Vernehmenden kann dazu führen, dass sich die Situation aus der Sicht der Person, die vernommen wird, sogleich entspannt.

Es ist daher essenziell, die Hintergründe zu kennen und zu wissen, welche Frage als Nächstes zu stellen ist. Zudem muss eruiert werden, an welcher Stelle der zu Vernehmende möglicherweise nicht die volle Wahrheit gesagt hat.

Eine Fragetechnik mit System. Je enger die Schlinge um den Hals des potenziellen Täters geschlungen wird, desto eher kommt es zu einem Geständnis. Bis es so weit ist, kann allerdings eine Weile vergehen.

2) Es kommt auf die Spannung an

In wichtigen Verhandlungen spielen nicht nur das gesprochene Wort oder die Stimmlage eine zentrale Rolle, sondern auch Gestik und Mimik. Auch gibt es Gesten oder Bewegungen, die das Gegenüber oft nicht wahrnimmt. Eben jene Bewegungen zu spiegeln, kann ein elementares Kriterium auf dem Weg zu einem erfolgreichen Verhandlungsergebnis sein.

Diesbezüglich ist vom Prinzip der Spiegelung die Rede. Wenn eine Person die Zustimmung der entscheidungsbefugten Person möchte, dann sollte sie beim Formulieren der entsprechenden Satzkonstruktion mit dem Kopf nicken. Oft wird ein zustimmendes Nicken die Folge sein.

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3) Nicht zu viel reden

Die Redewendung „… sich um Kopf und Kragen reden“, kommt nicht von ungefähr. In Vernehmungen oder wichtigen Verhandlungen weiß der professionelle Gesprächspartner sofort, was die Uhr geschlagen hat: Im Dialog mit einem hektischen Redner bzw. einer Person, die nicht nur schnell redet, sondern das Gesagte nahezu unaufhörlich wiederholt, ist rasch ersichtlich, dass man lieber genauer hinhören sollte. In derartigen Situationen sollte das Gespräch sicherheitshalber unterbrochen und neu aufgerollt werden. Wiederholtes Nachfragen verunsichert den Befragten zusätzlich und kann dazu führen, dass er sich rasch in Widersprüche verwickelt.

Um aber das Gegenteil zu beweisen, gehen Personen, welche die Unwahrheit sagen, oft unwillkürlich und ohne es zu merken dazu über, mit den Augen in eine bestimmte Richtung zu blicken. Auch dies ist ein untrügliches Indiz dafür, dass jemand gerade konstruiert oder Erinnerungen abruft. Ein Indiz darauf, dass das Gehirn vehement damit beschäftigt ist, sich eine Geschichte auszudenken oder sich zu erinnern.

Erfahrene Profiler wissen, dass sich die Richtung, in die sich die Augen bewegen bei jedem Menschen eine andere sein kann. Oft unterscheiden sich diese dann stimulierten Areale im Gehirns bei Links- und Rechtshänder.

Fazit

Die Übung macht den Meister und in dem Fall die Meisterin. Aus Unternehmersicht ist es hilfreich, diese drei grundlegenden Kniffe zu kennen und sie auch anzuwenden. Je häufiger man derartig komplexen Situationen ausgesetzt ist, desto leichter wird es fallen, die kleinen Ungereimtheiten schon nach wenigen Sekunden zu erkenne. Damit lässt sich Sabotage im Unternehmen entlarven.

Sabrina Rizzo
Sabrina Rizzo ist eine renommierte Expertin für Verhandlungs- und Verhaltensprofiling. Sie kämpft seit vielen Jahren gegen innerbetriebliche Sabotage in Großkonzernen sowie in aufstrebenden, innovativen Unternehmen. Dabei hat sie auf der Basis ihrer Qualifikationen und Erfahrungswerte eine einzigartige Methode entwickelt, mit der es ihr gelingt, Menschen innerhalb weniger Sekunden zu dechiffrieren.

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