Open Source: Kostenlose Alternative oder versteckte Kostenfalle?

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„Open Source ist eine kostenlose Alternative, beispielsweise lässt sich Microsoft Office durch Open Office ersetzen“ hört man immer wieder aus Beraterkreisen. Häufig wird der Einsatz von Open Source Software an Stelle von kostenpflichtigen Programmen vorgeschlagen. Der Unternehmer freut sich, spart er doch Lizenzgebühren. Ob es aber wirklich günstiger ist, lesen Sie in diesem Artikel.

Die Systemvoraussetzungen sind für beide Softwarepakete dieselben. Auch der Funktionsumfang ist aus Sicht des Anwenders mit den alltäglichen Anforderungen (Textverarbeitung, Tabellenkalkulation, Präsentationserstellung) weitgehend gleich. Die Installation erfordert internes oder externes Personal.

Open Source: Probleme der Open Office Software

Im Büroalltag tritt dann das größte Problem der Open Office Software auf: der eigene Bekanntheitsgrad. Während der Großteil der Mitarbeiter Microsoft Office Programme kennt, weil der Verbreitungsgrad in Firmen und im Privatbereich groß ist, ist der Bekanntheitsgrad der Open Office Suite vergleichsweise gering. Hier ist auf jeden Fall Schulung und Weiterbildung erforderlich, was wieder Kosten nach sich zieht.

Nicht selten treten Kompatibilitätsprobleme bzgl. der in den Anwendungen verwendeten Dateiformate auf, was wieder einen erweiterten Aufwand an Zeit und Geld bedeutet. Man bekommt beispielsweise ein Dokument von einem Geschäftspartner und die eigene Software kann es nicht einwandfrei darstellen.

Große Unterschiede gibt es bei der Gewährleistung, der Supportunterstützung und der Programmdokumentation. Bei Open Source gibt es keinen Gewährleistungsanspruch (woher auch), ein Support zu finden ist schwierig und Dokumentationen sind häufig nicht auf den neuesten Stand. Natürlich kann es auch bei Microsoft Produkten dauern, bis das eine oder andere Problem behoben ist, aber zumindest gibt es einen Lieferanten, den man in die Pflicht nehmen kann.

Schließlich hat das häufig erwähnte Argument, Open Office sei die bessere Software gegenüber Microsoft Office, noch keinem Unternehmen mehr Umsatz gebracht.

Fazit

Open Office und andere Open Source Programme sind natürlich immer eine Alternative. Aber nur weil die Software lizenzfrei ist, ist deren Betrieb nicht automatisch günstiger. Diese Lizenzfreiheit muss häufig mit Ausgaben für Schulung und Weiterbildung oder für externes Personal erkauft werden.

(Bild: © pdesign – Fotolia.com)

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1 Kommentar

  1. Richtig, Lizenzkosten sind nicht die einzigen Kosten. Und Open-Source ist nicht komplett gratis. Dennoch sehe ich die geschilderten Kritikpunkte als eher unwesentlich. MS Office hat definitiv die größere Verbreitung, damit richtig umgehen können dennoch längst nicht alle. Ob jemand nur wenig oder kaum mit MS Office oder mit Open Office umgeht ist letztendlich egal. Mit etwas wissen, was sich jeder schnell aneignen kann, gibt es keine Kompatibilitätsprobleme. Ich arbeite mit MS Office auf Windows, mit Open Office auf Windows und mit iWork auf dem Mac. Geht Reibungslos. Was Support angeht – mal ehrlich wer dringt tatsächlich zum Support von MS durch :) Und die Nutzerhandbücher liest auch kaum jemand. Da wird eher gegoogelt oder in der IT-Abteilung angerufen. ;)

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