Agile Führung: André Häusling im Experten-Interview

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Agile Führung: André Häusling im Experten-Interview
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Agilität ist längst kein Buzzwort mehr – vielmehr hat sich ein solcher Führungsstil, der keine festgefahrenen Prozesse und Entscheidungswege mehr kennt, in vielen Unternehmen bereits erfolgreich etabliert. André Häusling, Experte für agile Personal- und Organisationsentwicklung, hat uns im Kurzinterview drei zentrale Fragen zum Thema beantwortet.

Herr Häusling, was zeichnet einen agilen Führungsstil aus?

André Häusling: Aus meiner Sicht sind das drei Elemente.

  1. Orientierung zu geben, also Sinn zu vermitteln, eine Vision zu haben nach außen Richtung Markt: Welche Kunden wollen wir wie für was begeistern? Aber auch nach innen eine Vorstellung davon zu vermitteln, wie man zusammenarbeiten will.
  2. Rahmenbedingungen zu schaffen, damit Selbstorganisation und Selbstverantwortung möglich sind. Das bedeutet auch, Hindernisse aus dem Weg zu räumen, damit Mitarbeiter für den Kunden Nutzen schaffen können.
  3. Als Coach und Sparringspartner zu agieren.

Wo liegen Ihrer Ansicht nach die gefährlichsten Stolperfallen bei agilen Transformationen?

André Häusling: Eine Stolperfalle ist, stark auf Prozesse und Methoden zu schauen statt auf die Werte und Prinzipien, die dahinterstecken. Darüber werden schnell sehr oberflächliche Elemente in den Unternehmen installiert, die aber eigentlich erst mit der entsprechenden Haltung eine Wirkung entfalten. Zudem besteht die Gefahr, dass Agilität als „Allzweckwaffe“ verstanden wird. Dann werden bekannte Agilitätsmodelle genutzt, um das Unternehmen zu verändern, ohne kritisch zu hinterfragen, welches Problem eigentlich gelöst werden soll.

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Gibt es bestimmte Tools, die sie für unverzichtbar in einem agilen Unternehmen halten?

André Häusling: In erster Linie geht es gar nicht um Tools. Vielmehr sind in einem agilen Unternehmen bestimmte Werte und Prinzipien in der Zusammenarbeit unverzichtbar, wie etwa Selbstorganisation und Selbstverantwortung. Tools, die diese Werte und Prinzipien unterstützen, müssen individuell gewählt werden. Hilfreich, um transparent zu machen, wer welche Entscheidungen trifft, sind ein Delegation Board und Delegation Poker, was Jürgen Appelo maßgeblich entwickelt hat. In Sachen Retrospektive, Selbstreflektion und Entscheidungsfindung im Recruiting helfen die Pioneer Cards sehr gut weiter.

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