Recruiting: Diana Roth im Experten-Interview

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Recruiting: Diana Roth im Experten-Interview

Nicht nur das in Deutschland unlängst eingeführte „Google for Jobs“ revolutioniert gerade das Recruiting von Heute, auch andere Folgen der Digitalisierung machen sich nach und nach bemerkbar. Drei wichtige Fragen zum Thema beantwortet uns Recruiting-Expertin Diana Roth im exklusiven Interview.

„Google for Jobs“ ist nun auch in Deutschland gestartet – Frau Roth, was bedeutet das für das Recruiting?

Diana Roth: 78 Prozent aller Jobsuchen starten in Google. Diese neue Möglichkeit mischt den Recruitermarkt gerade ordentlich auf, doch nach einer Weile wird er sich wieder beruhigen. Mitbewerber eröffnen Bewerbern mehr Optionen und das ist gut. Wie sich das Ganze schlussendlich entwickeln wird, steht in den Sternen. Ich behaupte sogar: In 20 Jahren sind diese Methoden/Möglichkeiten überholt, und etwas noch Einfacheres wird sich durchsetzen. Viel Aufregung um Nichts.

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Stichwort Digitalisierung: Welche Bedeutung wird das klassische Bewerbungsgespräch in Zukunft haben?

Diana Roth: Im klassischen Mittelstand werden Bewerbungsgespräche noch lange die Bedeutung haben, die sie heute haben, obwohl sie mithilfe verschiedener Tools durchaus verfeinert, verändert und angepasst werden. Prinzipiell aber gilt: Das Bewerbungsgespräch wird eher auf Augenhöhe geführt, und der Bewerbermarkt entwickelt sich mehr und mehr dahingehend, dass gute Bewerber von durchweg digitalisierten Abläufen eher abgeschreckt werden.

Ich kenne genügend Bewerber, die sich nur deshalb nicht bei bestimmten Firmen bewerben, weil diese ein überzogenes, völlig anonymisiertes Recrutingverfahren haben. Recruiting ist eigentlich nichts anderes als People Management, und seltsamerweise entwickelt sich das Angebot dennoch zusehends in Richtung anonymisierter Digitalisierung.

Infografik: Gründe, warum sich potenzielle Kandidaten nicht bewerben

Infografik: Warum sich potenzielle Kandidaten nicht bewerben | Statista

Insbesondere in Großkonzernen wird KI & Co. begeistert eingesetzt. Jedes Jahr wird eine neue Sau durchs HR-Dorf getrieben, denn das ist schick, das ist neu und man verspricht sich viel davon. Vor allem: Kosten können gespart werden. Doch hat man die Bewerber dabei gefragt? Sind die Bewerbungsprozesse überhaupt noch attraktiv für diejenigen, die man an Bord holen möchte? Plötzlich klagen alle über den „Fachkräftemangel“. Jedes KMU, das verstanden hat, dass es schlussendlich die Softfacts sind, die Bewerber langfristig anziehen, hat demnach einen großen Vorsprung vor der Konkurrenz.

Beziehungsmanagement ist der Schlüssel, um ambitionierte, zum Unternehmen passende Mitarbeiter an sich zu binden. Ich behaupte, das bleibt bei zu viel erzwungener Digitalisierung auf der Strecke. Die richtige Mischung macht’s. Beziehung und Digitalisierung! Das ist es. Aber es darf nie ein „entweder, oder“ sein.

Wie stehen Sie zu der Aussage: „In jedem Recruiter muss heute auch ein Marketeer stecken“?

Diana Roth: Das war schon immer so. Recruiter, die der Meinung sind, sie müssten gute Gespräche führen und nachweisbare Einstellungsentscheidungen vorlegen, sind schon lange auf dem absteigenden Ast. Personalmarketing ist Trumpf. Mein Motto: Personalbindung statt Personalfindung. Das bedeutet auch, dass man Personalmarketing nach außen und nach INNEN leben und spüren muss.

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1 Kommentar

  1. Bei vielen Stellenanzeigen fällt mir auf, dass sie anonym von irgendwelchen Agenturen veröffentlicht werden. Ein möglicher Bewerber sieht dann nicht einmal, bei welchem Unternehmen er sich eigentlich bewirbt. Das dürfte viele abschrecken. Ich würde mich auf eine solche Anzeige zumindest nicht bewerben.

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