5 Ansätze um eine Start-Up-Idee in die Praxis umzusetzen

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5 Ansätze um eine Start-Up-Idee in die Praxis umzusetzen
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Neue Unternehmen müssen einen Impact erzielen, um auf dem Markt erfolgreich zu sein. Während etablierte Player aktuell daran arbeiten, ihre Produktherstellung oder die Bereitstellung ihrer Dienstleistung nachhaltiger zu machen, haben Start-Up’s die Möglichkeit, Nachhaltigkeit gleich von Beginn an ganzheitlich, gar revolutionär zu denken und als PionierInnen in der Entwicklung neuer Ideen aufzutreten und damit Lösungen für akute globale Problematiken anzubieten. Das Erzielen von gesellschaftlichem Impact ist jedoch nur einer von vielen Ansätzen, die nötig sind, um eine echte Start-Up-Idee auch in die Praxis umzusetzen und weiterzuentwickeln.

Im Folgenden werden 5 Ansätze zusammengestellt, mit der eine disruptive Idee in der Praxis erfolgreich sein kann.

1. Think outside the box

Um eine disruptive Idee bis zur Marktreife zu bringen, brauchen GründerInnen neben einer Menge Durchhaltevermögen, eine auf wissenschaftlichem Wissen bzw. akademischen Grundlagen basierende Bestätigung, dass ihr Produkt auch wirklich funktioniert. Neben einem ausgeprägten Geschäftssinn sollten Founder von einem Start-Up zudem die Fähigkeit besitzen, hin und wieder alles dagewesene Wissen außer Acht zu lassen, sich darüber hinwegzusetzen und die Problematik, für die sie mit ihrem Produkt oder ihrer Dienstleistung eine Lösung gefunden haben, ganz neu zu denken. Wie die Corona Krise und die Schnelligkeit der Impfstoff-Entwicklung anschaulich demonstriert hat, lassen sich Ideen in einer wesentlich kürzeren Zeit umsetzen, auf den Markt bringen und erfolgreich monetarisieren.

2. Finde die passenden (Mit-) InvestorInnen

Noch immer schauen viele InvestorInnen lieber auf die Stellen nach dem Komma und die KPIs eines jungen Unternehmens und nicht auf das wirkliche Potenzial der GründerInnen und ihrer Start-Up-Idee. Dabei ist es gerade jetzt, in Zeiten gesellschaftlicher und ökologischer Umbrüche wichtig, dass sich InvestorInnen auch andere Parameter ansehen und sich schlussendlich für die Idee begeistern. Auch bei InvestorInnen muss ein Umdenken in Gang gesetzt werden. Dann kann eine revolutionäre Idee schnell in der Praxis etabliert werden. Insbesondere im Sektor ClimateTech hat sich herauskristallisiert, dass Investitionen überdurchschnittliche Renditen liefern können und seit einigen Jahren sogar PE/VC Renditen in allen anderen Assetklassen inklusive dem (Deep-) Tech Sektor übertroffen haben.

3. Konzentriere dich auf die vielversprechendsten Branchen

Zurzeit kristallisieren sich eine Anzahl an Sektoren heraus, welche einem Start-Up besonders gute Aussichten bieten, ihr Produkt oder ihre Dienstleistung schnell zur Marktreife zu führen. Diese Branchen sind etwa im Bereich der erneuerbaren Energien wie Windenergie oder auch neuartiger, wasserbasierter Stromproduktion, der optimierten Supplychain bzw. Lieferketten-Infrastruktur sowie dem E-Commerce, in Verbindung mit der Reduktion langer Lieferwege, aber auch im Sektor Ernährung mit neuen Nahrungsmittel-Produkten und disruptiven Technologien für die Landwirtschaft sowie im Feld von innovativen Materialien zu finden.

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4. Je größer das Markt- und Exit Potential, desto erfolgsversprechender die Idee

Wichtig bei der Umsetzung und Ausarbeitung einer revolutionären Idee ist es auch, immer das Marktpotential im Blick zu behalten. Grundsätzlich gilt eine Regel.

je größer das Markt- und das entsprechende Exit-Potential, desto höher ist die Wahrscheinlichkeit, dass das von den Kunden angenommene Produkt oder die Dienstleistung nach seinem Markteintritt auf Erfolgskurs ist.

5. Auf das Team kommt es an

Eine revolutionäre Idee kann noch so gut sein: Wenn das Team nicht harmoniert oder sich in seinen Fähigkeiten nicht ausreichend ergänzt, hakt es bei der Umsetzung. Junge Unternehmen müssen einen Weg finden, im Team wie das berühmte Zahnrad zusammenzuarbeiten – auch, wenn neue Mitarbeiter dazukommen. Hier kommt das Konzept einer guten Governance – dazu gehört auch eine mitarbeiterzentrierte Unternehmenskultur – ins Spiel. Zielstrebigkeit, wissenschaftliche Fähigkeiten und eine Nase für geschäftliche Chancen runden dann die wichtigsten Charakteristiken von einem erfolgreichen Start-Up ab.

Fazit

Grundsätzlich kann ein guter Mix dieser verschiedenen Ansätze eine revolutionäre Idee zum Erfolg verhelfen. Eine disruptive Idee allein macht aber noch lange kein tragfähiges Unternehmen. Eine wissenschaftliche Basis, Vermarktungsfähigkeit und gute Marktkenntnisse, vor allem aber das Gespür für aktuelle und zukünftige Versorgungsengpässe und den damit verbundenen Impact sowie das Erkennen von Trends sind die Zutaten, die eine Idee zur Marktreife verhelfen können.

Umut Ertan
Umut Ertan ist Serien-Gründer im Bereich Impact, Tech Immobilien. Im Verlauf von 26 Jahren Gründergeschichte rief er so insgesamt 10 Unternehmen ins Leben. Der Sachbuchautor und Keynote-Sprecher im Themengebiet ESG und Impact-Investing verkaufte im Dezember 2020 Anteile der beiden Firmen Realogis und RLI Investors an die börsennotierte DIC Asset AG. Er ist davon überzeugt, dass sich das Impact Investing bis zum Ende des Jahrhunderts zum wichtigsten Asset Sektor entwickeln wird.

1 Kommentar

  1. Vor allem, wenn es um das Antesten von Ideen geht, finde ich, muss man so schlank wie möglich denken. Was brauche ich wirklich um meine Idee zu testen? Investoren? Ein riesiges Budget? Oder einfach nur eine Landingpage und nur einen zahlenden Kunden? Oft ist es eher das Letztere ….

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