Vom Studium in die Selbstständigkeit: So planst du vorausschauend

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Das Studium ist die Basis für ein erfolgreiches Berufsleben. Dies gilt insbesondere, wenn du direkt nach dem Studium den Weg in die Selbstständigkeit anstrebst. Schon während der akademischen Ausbildung solltest du die nötigen Schritte gehen, um dieses Vorhaben angemessen vorzubereiten. Prinzipiell gilt: Expertise und Erfahrungen sind die wichtigsten Voraussetzungen. Aber auch andere Faktoren spielen eine bedeutende Rolle.

Die wichtigsten Faktoren für die Vorbereitung der Selbstständigkeit

  • Expertise aufbauen und nachweisen
  • Professionelle Erfahrungen sammeln
  • Soft Skills erwerben
  • Informationen zu Unterstützungsprogramme einholen
  • Pläne vorbereiten und Feedbacks einholen

Expertise aufbauen und nachweisen

Es spielt keine Rolle, in welcher Branche du dich selbstständig machen möchtest. Ohne eine überzeugende Expertise geht es nicht. KundInnen oder KlientInnen möchten nach Möglichkeit nicht nur einen akademischen, sondern einen möglichst überzeugenden Abschluss sehen. Deshalb gilt erstens, dass StudienabbrecherInnen größere Schwierigkeiten haben eine erfolgreiche Selbstständigkeit aufzubauen. Zweitens solltest du dich bei einer ungerechter Bewertung dagegen einsetzen.

Diesbezüglich kann eine Prüfungsanfechtung beispielsweise ein wertvolles Werkzeug sein. Beim ersten Lesen klingt dies erschreckender als es eigentlich ist. Viele Studiengänge benoten zum Beispiel nur nach den eingereichten Abschlussarbeiten eines Jahrgangs. Die besten zehn Prozent bekommen stets die Bestnote – und die letzten zehn Prozent fallen immer durch. Wärst du in einem anderen Jahrgang oder an einer sonstigen Hochschule, so wäre deine Note mit der identischen Leistung besser. Leider wollen viele Universitäten nicht von diesem intransparenten Schema ablassen, das einem Glücksspiel gleichkommt. Mit einer Prüfungsanfechtung kommst du zu deinem Recht. Du kannst so deine Expertise angemessen nachweisen – beispielsweise auch gegenüber potenziellen Investoren.

Professionelle Erfahrungen sammeln

Berufserfahrungen sind unverzichtbar.

Wer direkt nach dem Studium in die Selbstständigkeit gehen möchte, benötigt deshalb einschlägige Praktika. Je nach Branche können auch Nebenjobs eine gute Möglichkeit sein, um professionelle Erfahrungen zu sammeln. Viele Unternehmen und Forschungseinrichtungen beschäftigen beispielsweise studentische Hilfskräfte und bieten an, dass bei ihnen eine Abschlussarbeit geschrieben werden kann. Der positive Nebeneffekt ist, dass du wertvolle Branchenkontakte knüpfst, dir einen Namen machst und erste Netzwerke aufbaust.

Soft Skills erwerben

Das Studium vermittelt viele wertvolle Kompetenzen. Die akademische Ausbildung weißt jedoch auch einige Lücken auf, die für die Selbstständigkeit wichtig sind. Dies betrifft speziell die sogenannten Soft Skills. Diese „weichen Fähigkeiten“ beschreiben alle Kompetenzen, die für die Unternehmens- und Menschenführung benötigt werden. Hierzu zählen:

  • Überzeugungskraft
  • Rhetorik
  • Empathie
  • Psychologisches Einfühlungsvermögen
  • Selbstbewusstes Auftreten
  • Eventuell Kenntnis kultureller Besonderheiten

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Manche Hochschulen bieten Weiterbildungsmöglichkeiten für einige der Soft Skills an. Rhetorikseminare sind beispielsweise ein gängiges Angebot. Ansonsten kann es sein, dass du dich neben dem Studium um den Erwerb der Kompetenzen kümmern musst. Erfahrene Führungskräfte bieten oft Workshops an. Diese sind allerdings zumeist kostenpflichtig. Überzeuge dich deshalb vor der Buchung von der Expertise des Durchführenden. Schließlich soll die Investition ihr Geld wert sein.

Über Unterstützungsprogramme informieren

Du wirst vermutlich fremdes Kapital benötigen. An zahlreichen Stellen gibt es Förderungen für den Weg in die Selbstständigkeit. Beispielsweise bietet die Bundesagentur für Arbeit ein entsprechendes Programm. Für dich könnte aber eine andere Lösung besser sein: Zahlreiche Universitäten fördern Gründungen aus ihrer Hochschule heraus. Ein Beispiel sind die Programme des Gründungs- und Innovationszentrums der niedersächsischen Carl von Ossietzky Universität Oldenburg. Solche Hochschulförderungen bieten neben Kapital oft auch rechtliche und fachliche Hilfestellungen.

Pläne vorbereiten und Feedbacks einholen

Einer der schwierigsten Bausteine auf dem Weg in die Selbstständigkeit ist der Schritt von der grundsätzlichen Idee zur konkreten Umsetzung.

Du solltest frühzeitig damit beginnen, Förderungsformulare auszufüllen und Geschäftspläne zu schreiben. Holen dir hierbei regelmäßig Feedbacks ein. Sei nicht überrascht, wenn diese anfangs schlecht ausfallen. Dies ist normal und der Grund, weshalb du frühzeitig beginnen solltest. Der Vorgang zwingt dich zur Präzisierung und realistischen Einschätzung deines Vorhabens.

Zielgerichtet planen und studieren

Die obigen Erläuterungen zeigen: Wer direkt nach dem Studium in die Selbstständigkeit gehen möchte, sollte diese so früh wie möglich vorbereiten. Um erfolgreich zu sein, ist es schließlich unerlässlich, möglich zielgerichtet zu planen und zu studieren. Dies ist allerdings nicht notgedrungen negativ oder eine zusätzliche Belastung, wie viele Betroffene berichten. Denn das klare Ziel bietet Struktur und Motivation für das Studium

Marie Schnell
Marie Schnell ist 1966 in Hamburg geboren und aufgewachsen. Nach ihrem Abitur studierte sie Politikwissenschaft und Journalismus und arbeitete daraufhin als freie Journalistin für mehrere regionale und überregionale Zeitungen. Spezialisiert hat sie sich auf die Themen rund um Wirtschaftspolitik, Digitalisierung und Sicherheitsfragen.

1 Kommentar

  1. Danke für den Tipp, dass es keine Rolle spielt, in welcher Branche ich mich selbstständig machen möchte. So oder so ist eine Beratung bei Existenzgründung sinnvoll. Denn sonst kann so ein Unterfangen schnell in der Insolvenz enden.

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