Hamsterkäufe: Welche Produkte wurden teurer? [Infografik]

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Hamsterkäufe: Welche Produkte wurden teurer? [Infografik]
© eldarnurkovic – stock.adobe.com

Während der Corona-Krise hortet jede Nation unterschiedliche Produkte. In Deutschland wurde Klopapier zur Mangelware. In Frankreich hamsterten die Menschen stattdessen Rotwein und Kondome und in den Niederlande gab es einen Ansturm auf Coffeeshops. Doch sind Hamsterkäufe wirklich notwendig?

In diesem Artikel erfährst du, welche Quarantäne-Produkte teurer wurden und welche Produkte im Zuge der Corona-Krise verstärkt nachgefragt werden.

Appell gegen Hamsterkäufe

Politiker und Experten appellieren an die Vernunft der Bürger. Zur Zeit ist Solidarität wichtig.

Es gibt keinen Grund Hamsterkäufe zu tätigen.

Du kannst zwar Vorräte kaufen, jedoch sollte dies in einem gesundem Maße sein. Du solltest keine unverhältnismäßig große Mengen kaufen.

Aufgrund von Hamsterkäufen kam es in jüngster Vergangenheit öfter zu leeren Regalen in Supermärkten. Hierbei gibt es einen weiteren Appell zu beachten:

verschicke keine Fotos von leeren Regalen im Supermarkt an deine Freunde und Familie weiter.

Diese Bilder suggerieren anderen Menschen, dass es eine Knappheit gibt. Infolgedessen hamstern die Menschen, um einen möglichen Mangel auszugleichen. Dieser Effekt wird in der mathematischen Spieltheorie auch als selbsterfüllende Prophezeiung (engl. self-fulfilling prophecy) bezeichnet.

Selbsterfüllende Prophezeiungen beziehen sich auf ein sozio-psychologisches Phänomen: Wenn jemand etwas erwartet, wird diese Erwartung einfach deshalb wahr, weil man daran glaubt. Das daraus resultierende Verhalten ist darauf ausgerichtet, diese Überzeugungen zu erfüllen. Als Beispiel zählt der Placebo-Effekt.

Wann sind Vorräte sinnvoll?

Der Virologe Alexander Kekulé informiert in seinem Podcast „Kekulés Corona-Kompass“ über das Coronavirus. In einer Folge thematisierte der Experte die Hamsterkäufe. Er kritisierte die pauschalen Anti-Hamsterkauf-Appelle vieler deutscher Politiker. Hierbei geht es vor allem darum, dass gefährdete Menschen Vorräte anlegen sollten. Somit müssen sie nur selten Einkaufen und minimieren ihr Infektionsrisiko.

Für Personen, die zur Risikoguppe gehören, kann es durchaus Sinn machen Vorräte einzukaufen. Folgende Personen müssen besonders geschützt werden:

  • Altersgruppe 70+
  • Menschen mit Atemwegserkrankungen
  • Personen mit Herzerkrankungen jeder Art
  • Menschen mit Diabetes

Du solltest dir Reserven kaufen, wenn du zur Risikogruppe gehörst und es niemanden gibt, der dir die Ware vorbeibringen kann.

Dies gilt vor allem bei Medikamenten.

Verändertes Kaufverhalten

Unabhängig von den Hamsterkäufen, hat die Corona-Quarantäne dafür gesorgt, dass die Verbraucher ein verändertes Kaufverhalten an den Tag legen. Im folgenden werden die Entwicklungen von Amazonprodukten, Lebensmitteln und im Einzelhandel dargestellt.

Amazonprodukte

Aufgrund der Quarantäne wurden einige Produkte teurer. Der Amazon-Preis-Tracker Keepa erstellte eine Datenanalyse über Produkte, welche im März bei Amazon teurer wurden.

Aufgrund der Isolation benötigen die Verbraucher Produkte, welche sie zuvor nicht gekauft hätten. Außerdem zeigt sich, dass viele Menschen Produkte zur Ablenkung kaufen, wie:

  • Puzzle
  • Malen nach Zahlen

Die folgende Infografik zeigt die Preisentwicklung ausgewählter Markenprodukte. Hierbei wurden beliebte Markenprodukte mit mindestens 100 Kundenbewertungen berücksichtigt.

Infografik: Beliebte Quarantäne-Produkte werden teurer | Statista Mehr Infografiken finden Sie bei Statista

Lebensmittel

Auch im Lebensmitteleinzelhandel wurden verstärkt haltbare Produkt gekauft. In einem Artikel der Lebensmittel Zeitung wird eine aktuelle Studie des Marktforschungsinstituts GfK erläutert. Nach Angaben der Studie stieg der Umsatz des deutschen Lebensmitteleinzelhandels im betrachteten Zeitraum um 14%. Weitere Umsatzveränderungen sind in der folgenden Infografik aufgezeigt.

Infografik: Diese Lebensmittel werden jetzt verstärkt gekauft | Statista Mehr Infografiken finden Sie bei Statista

Einzelhandel

In einer Sonderauswertung des Statistischen Bundesamts wurde das veränderte Kaufverhalten mithilfe von Experimentellen Daten (EXDAT) erfasst. Neben Toilettenpapier wurde vor allem Desinfektionsmittel verstärkt gekauft. Im betrachteten Zeitraum stieg die Nachfrage zwischenzeitlich um 751 % an.

Infografik: Toilettenpapier-Nachfrage mehr als drei Mal so hoch | Statista Mehr Infografiken finden Sie bei Statista

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1 Kommentar

  1. Wenn der Kekulé und andere auf der Mattscheibe erscheinen, schalte ich schon weg. Mit Wissenschaft hat das alles nichts mehr zu tun.

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