Coronavirus: Das verlorene Ostergeschäft des Einzelhandels

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Coronavirus: Das verlorene Ostergeschäft des Einzelhandels
© photoschmidt – stock.adobe.com

Ostern steht vor der Tür und bislang gelten die Kontaktsperren seit zwei Wochen. Die verschärften Maßnahmen werden mindestens noch bis zum 19. April 2020 andauern. Als Reaktion entlassen jetzt große Geschäfte Mitarbeiter für die Dauer der Pandemie – wie lange sie auch immer dauern mag.

Niemand wusste anfangs, was Deutschland und die Welt erwartet. Mittlerweile sehen wir, wie sich das Coronavirus stetig ausbreitet und viel mehr Menschen betrifft, als man sich je vorstellen konnte. Zur Unterstützung spendeten bereits einige Unternehmen und Promis Geld. Dies soll die Belastung unseres Gesundheitssystems mindern und denjenigen helfen, die derzeit arbeitslos sind.

Doppelbelastung für Einzelhändler

Die meisten Einzelhändler mussten ihre Geschäfte schließen. Dies stellt eine Doppelbelastung für viele Betriebe dar. Die Waren, die in den letzten Wochen auf den Regalen hingen:

  • altern
  • verlieren an Wert
  • schaffen Probleme

In den Lagerhäusern stapelt sich immer mehr Ware, die nach Ostern verkauft werden sollte.

Sicherlich: das Internet ist jetzt eine gute Alternative und einige Modehändler werden ihre Ware über den Online-Handel verkaufen. Aber der Online-Verkauf reicht nicht aus, um den verlorenen Umsatz aus den geschlossenen Geschäften wieder auszugleichen.

Auswirkungen auf Modebranche

Die Krise wird dadurch erschwert, dass nun die Zeit ist, in der normalerweise die Modesaison wechselt. Nach Ostern verkaufen die Geschäfte normalerweise leichte und farbenfrohe Sommermode. Ein Großteil der Ware, die sich noch in den Läden befindet, ist weniger als 50% des ursprünglichen Verkaufspreises wert. Bald werden die Ware nur noch 10% des ursprünglichen Wertes ausmachen.

Wenn die Läden länger geschlossen bleiben, werden mehr Waren veralten. Eine Verlängerung des Ausgangsbeschränkungen ist jedoch nicht unwahrscheinlich. Wenn die Geschäfte bis in den Sommer hinein geschlossen bleiben, wird auch die Sommermode altern. Nach dem Sommer folgt die Herbstsaison. In dieser Zeit passt sich die Mode den Bedürfnisse der Schülerinnen und Schüler an.

Dies ist ein ernstes finanzielles Problem. Die meisten Händler haben bereits einen Großteil der Bekleidungsartikel für die Herbstsaison gekauft. Einige Einzelhändler versuchen verzweifelt ihre Bestellungen zu stornieren. Darüber hinaus haben viele bereits Kredite aufgenommen, um die Miete und die Ware zu bezahlen.

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Viele Unternehmen werden die Modeware zu niedrigen Preisen verkaufen. Andere werden die Ware verpacken und sie im nächsten Jahr, zum richtigen Zeitpunkt an ihre Kunden verkaufen. Die Entsorgung der veralteten Ware wird sich schwierig gestalten, da jeder Einzelhändler seine Klamotten noch lange nach der Saison loswerden will.

Wenn man die Ware während einer regulären Saison verkauft, bleiben die Geschäfte flüssig. Somit bekommen sie wieder neue frische Looks und können ihr Geschäft weiterführen.

Hoffnung: Weihnachtsgeschäft

Jedoch: In der Regel kommen die drei profitabelsten Monate für Einzelhändler noch. Im vierten Quartal verzeichnen die meisten Einzelhändler den größten Umsatz, da die Verkaufszeit vor Weihnachten boomt. Der Rest des Geschäftsjahres ist für die meisten Einzelhändler – mit Ausnahme der Spielwarenhändler -geringfügig profitabel. Somit ist das letzte Quartal der Schlüssel zum finanziellen Erfolg. Allerdings wird das Ausmaß der aktuellen Probleme die Geschäfte in diesem Verkaufszeitraum noch stärker unter Druck setzen.

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Die meisten Einzelhändler hoffen, dass ihre Türen bis zum vierten Quartal wieder geöffnet werden und die Geschäfte wieder auf Kurs sind. Es werden vielleicht nicht alle Läden ihre Türen öffnen, aber die meisten werden vorbereitet sein.

Dieser Artikel wurde auf Englisch von Walter Loeb verfasst und am 02. April 2020 auf www.forbes.com veröffentlicht. Wir haben ihn für euch übersetzt, damit wir uns mit unseren Lesern zu relevanten Themen austauschen können.

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