Pepp-PT: Diese Technik soll in der Corona-Krise helfen

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Pepp-PT: Diese Technik soll in der Corona-Krise helfen
© Patrick Daxenbichler – stock.adobe.com

Das paneuropäische Projekt „Pepp-PT“ hat es sich zur Aufgabe gemacht eine Technik zum Smartphone-Tracking zu entwickeln, die Corona-Infektionsketten erkennt. Dabei sollen Datenschutz und DSGVO-Konformität gewahrt werden. Die Veröffentlichung einer App auf Basis dieser Technologie könnte bereits ab Mitte April erfolgen.

Europäische Initiative arbeitet an DSGVO-konformer Tracking-Lösung

Die Idee Trackingapps im Kampf gegen Corona einzusetzen, ist nicht neu – und wird von Experten vielfach diskutiert. Mit Blick auf China und Südkorea ein Ansatz, der durchaus erfolgsversprechend sein könnte. Denn diese beiden Länder konnten mit Smartphone-Apps große Erfolge bei der Eindämmung des Virus erzielen. Das Problem dabei: Vor allem die chinesische Variante ist mit deutschen Datenschutzbestimmungen unvereinbar.

Ein europäisches Gemeinschaftsprojekt hat sich nun dieser Problematik gestellt. Das Ziel: Kontakte von Infizierten nachverfolgen, mit einem Tracking, das DSGVO-konform funktioniert. Ein Team aus 130 Mitarbeitern verschiedener Einrichtungen und Unternehmen, wie dem Heinrich-Hertz-Institut und dem Robert-Koch-Institut, arbeitet bereits seit fünf Wochen an einer Tracking-Lösung. Der Name ihrer Lösung: „Pan European Privacy Protecting Proximity Tracing“, kurz Pepp-PT.

So funktioniert die Technik Pepp-PT

Die Umsetzung von Pepp-PT soll anhand einer App erfolgen. Das Prinzip dahinter:

  • Jedem Smartphone wird durch die in eine App integrierte Pepp-PT-Technik eine Identfikationskennung zugewiesen. Diese ist temporär, sodass kein Rückschluss auf die Identität des Nutzers gezogen werden kann.
  • Wenn sich andere Smartphones in der Umgebung befinden, werden die Kennungen via Bluetooth ausgetauscht. Dies soll nicht bei einem flüchtigen Vorbeigehen geschehen, sondern erst wenn eine bestimmte Zeitspanne überschritten ist.
  • Die Daten werden auf dem jeweils anderen Gerät gespeichert und bleiben dort verschlüsselt liegen. So entsteht eine Liste von Kennungen, die zu den Personen gehören, die sich in unmittelbarer Nähe befunden haben.
  • Erkrankt nun eine registrierte Person an Corona, kann sie die gespeicherten IDs an einen zentralen Server übermitteln.
  • Der Server alarmiert im Anschluss die jeweiligen Kontaktpersonen.  

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Die Voraussetzung dafür, dass dieses System funktioniert, ist, dass sowohl die infizierte Person als auch die Person, die sich in der Nähe aufgehalten hat, die App freiwillig nutzen. Außerdem sollte Bluetooth dauerhaft aktiviert sein. Die einzige Information die Registrierte erhalten, ist, dass sie im Kontakt zur einer infizierten Person standen. Eine persönliche Identifizierung soll es nicht geben. Außerdem werden weder Angaben zu dem Ort des Aufeinandertreffens noch über den Zeitpunkt übermittelt. Chris Boos, Gründer eines beteiligten Unternehmens, erklärte gegenüber dem „Spiegel“:

„Wir erheben keine Standortdaten, keine Bewegungsprofile, keine Kontaktinformationen und keine identifizierbaren Merkmale der Endgeräte.“

Einsatz der App in naher Zukunft

Eine Warn-App mit der PEPP-PT-Technik soll für die deutsche Bevölkerung, wie verschiedene Medien berichten, ab etwa Mitte April vom Robert-Koch-Institut veröffentlicht werden.

Quelle: Teleschau

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