Facebook will Deep-Fake-Videos löschen – mit einer Ausnahme

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Facebook will Deep-Fake-Videos löschen - mit einer Ausnahme
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Nun ist es soweit: Facebook hat Regeln zum Umgang mit sogenannten Deep-Fakes festgelegt. Deep-Fakes sind quasi die Steigerung von Fake-News – Dazu gehören Videos, Fotos oder Audiodateien, die mithilfe künstlicher Intelligenz manipuliert oder gar erst erstellt werden (Deep Learning). Hierbei ersetzt Software etwa Gesichter oder lässt Personen Dinge sagen, die sie nie gesagt haben.

Im Frühsommer 2019 hatte sich Facebook noch geweigert, ein gefälschtes Video von der demokratischen Parlamentssprecherin Nancy Pelosi zu entfernen. Der Grund: Es verstoß zum damaligen Zeitpunkt nicht gegen die Richtlinien. Solche Deep-Fakes wurden demnach nicht gelöscht, erschienen aber auch nicht in den News Feeds. Das soll nun anders ablaufen, im Hinblick auf die US-Wahlen im November 2020 scheint der Zeitpunkt dafür bewusst gewählt worden zu sein.

Facebook teilt in seinem aktuellen Blogeintrag mit, welche „Medien“ künftig entfernt werden sollen. Dem Konzern zufolge werde man jene „Medien“ künftig löschen, die so bearbeitet sind, dass eine „Durchschnittsperson“ dies nicht erkennen kann und zu dem Glauben gelangt, dass „ein Subjekt in einem Video Worte sagt, die es nicht wirklich gesagt hat“. Außerdem betroffen:

„Produkte künstlicher Intelligenz oder Machine-Learning-Verfahren, welche Inhalte eines Videos so zusammenführt, ersetzt oder überlagert, dass es nicht mehr authentisch ist“.

Wie genau Facebook künftig mit manipulierten Videos umgehen will, ist unklar. Im Blogbeitrag finden sich lediglich Informationen zum Factchecking-System des Konzerns, über welches externe Partner des Netzwerks Fotos und Videos ihrem Wahrheitsgehalt nach einstufen können. Nach erfolgter Einstufung erscheinen diese dann deutlich weniger prominent im Newsfeed, so Facebook. Beim Teilen solcher markierten Inhalte erhalten Nutzer einen Hinweis, dass es sich um problematischen Inhalt handele.

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Satirische Videos nicht betroffen

„Satire“ und „Parodien“ sind von den neuen Regelungen nicht betroffen, diese seien nach wie vor explizit erlaubt. Auch Bearbeitungen zur Verbesserung der Bild- und Tonqualität seien zulässig. Facebook zufolge seien Deepfakes zwar weiterhin selten im Internet, aber dennoch eine „große Herausforderung“ für die Branche und die Gesellschaft.

Der Druck auf das soziale Netzwerk ist im US-Wahljahr besonders hoch. Das ist möglicherweise auch der Grund, warum der Konzern die neuen Richtlinien vor einer Anhörung im US-Kongress vorgetragen hatte zum Thema: „Amerikaner in Gefahr: Manipulation und Irreführung im digitalen Zeitalter“.

Quelle: Teleschau

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