Suchmaschinenoptimierung: Wie berechnen sich die Preise und Angebote für SEO?

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KMU: Schlechte Vermarktung der Homepage

SEONachdem ein immer größerer Anteil des Werbebudgets ins Online-Marketing – und in den meisten Fällen auch in die Suchmaschinenoptimierung (engl. Search Engine Optimization, SEO) – geshiftet wird, stellen immer mehr Unternehmer und Marketing Manager die berichtigte Frage, wie SEO-Preise berechnet und SEO-Angebote erstellt werden.

An dieser Stelle sollte vielleicht zunächst darauf eingegangen werden, warum seriöse Anbieter meist nicht mit pauschalen SEO-Angeboten arbeiten und die Preise individuell berechnen.

Der Grund hierfür ist, dass es eine Vielzahl an Einflussgrößen gibt, die den Preis für Suchmaschinenoptimierung bestimmen und entsprechend bei der Erstellung eines SEO-Angebots berücksichtigt werden müssen.

Derartige zentrale Faktoren sind:

1. Die Art der Webseite

Hier geht es in erster Linie darum herauszufinden, wie suchmaschinenfreundlich eine Webseite ist. Wurde sie beispielsweise in Flash oder mit Hilfe von Framesets erstellt, werden größere Umbauarbeiten vonnöten sein, um den Web-Auftritt fit für das Ranking zu machen.

Wurde hingegen bereits bei der Erstellung der Webseite an eine spätere Suchmaschinenoptimierung gedacht, werden allenfalls kleinere Umbauarbeiten anfallen. Je nach dem fallen die SEO-Kosten höher oder niedriger aus.

2. Der Status Quo

Ist die Webseite neu, bereits indiziert oder rankt sie sogar schon? Prinzipiell kann man sagen: je älter eine Seite, desto größer auch die Chance, dass sie über erste Rankings verfügt und ebenso eine gewisse Popularität hat.

Bei neuen Seiten muss bei Null begonnen werden, was mehr Arbeit bedeutet. Somit spielt auch der Status Quo eine wichtige Rolle bei der SEO-Preisgestaltung.

3. Die ausgewählten Keywords

Ein weiterer wichtiger Punkt im Hinblick auf die SEO-Kosten sind die Suchbegriffe, die für die Optimierung ausgewählt werden. Je mehr Keywords (Suchworte) definiert werden und je stärker diese sind, desto arbeits- und zeitaufwendiger wird es werden, die gewünschten Ergebnisse zu erzielen.

4. Die Ziele der Optimierung

Sollen mit Hilfe von SEO lediglich die vordersten Positionen erreicht werden, oder soll auch beispielsweise die Online-Reputation verbessert und die Konkurrenz geschwächt werden?

Entsprechend der Ziele der Optimierung wird auch das Angebot für die Suchmaschinenoptimierung teurer oder billiger werden.

5. Der Zielmarkt

Es macht einen Unterschied, ob ein kleines Unternehmen, welches nur im näheren Umfeld tätig ist, für seine Webseite ein gutes Ranking in den lokalen Suchergebnissen haben möchte, oder ob ein internationaler Konzern bei verschiedenen Länderportalen von Google und Yahoo! ganz vorne auftauchen soll.

Es dürfte klar sein, dass der SEO-Preis für ein lokales Ranking weitaus geringer ist als für ein internationales.

6. Die Konkurrenz

Die vorher genannten Punkte müssen bei der Erstellung eines Angebots für Suchmaschinenoptimierung auch in Relation mit der Konkurrenz gebracht werden.

  • Wie groß ist die Konkurrenz?
  • Wie schauen die Rankings der Mitbewerber aus?

Diese und weitere Fragen haben direkte Auswirkungen auf den Aufwand, der zur Erreichung der Ziele betrieben werden muss und folglich auch auf die SEO-Kosten.

Es ist wichtig und zeichnet auch einen professionellen SEO-Anbieter aus, diese Faktoren individuell zu berücksichtigen. Jedes Projekt ist anders, weshalb man auch nicht im Vorhinein mit einem pauschalen SEO-Angebot rechnen darf.

SEO-ROI statt SEO-Kosten

Im Zusammenhang mit SEO sollte weniger von Kosten und vielmehr von ROI gesprochen werden. Bei SEO handelt es sich nicht etwa um Verpackungsmaterial, welches verwendet wird und sonst keinem weiteren Zweck dient, sondern um eine Investition, die ein Ziel hat – meist mehr Traffic (Besucher), einen besseren Ruf und somit auch mehr Umsatz.

Das bedeutet also, dass man weniger von SEO-Kosten sprechen sollte, sondern vielmehr von einem Investment. Folglich kann auch mit einem ROI gerechnet werden, welcher schlussendlich zur Bewertung eines Angebots für Suchmaschinenoptimierung herangezogen werden sollte.

Ein Beispiel

Zur Auswahl stehen zwei SEO-Angebote:

  • Angebot Nr. 1: Pauschal 50 Euro für eine einmalige Suchmaschinenoptimierung
  • Angebot Nr. 2: Individuell erstelltes SEO-Angebot für 3.000 im Jahr

Der Laie könnte zum Trugschluss kommen, dass auch billiges SEO nicht so viel schlechter sein kann, als dass ein 12-mal höherer Preis gerechtfertigt wäre.

Die Realität schaut dann aber so aus, dass mit dem Angebot Nr. 1 keine Ergebnisse erzielt werden konnten. Angebot Nr. 2 hingegen konnte einen Teil der Platzierungen erreichen. In weiterer Folge konnte auch der Umsatz erhöht werden und zwar um 10.000 Euro.

Mit Angebot Nr. 1 wurde also nicht viel Geld ausgegeben, es konnten aber auch der Umsatz nicht gesteigert werden. Angebot Nr. 2 war deutlich teurer, konnte aber auch einen Umsatz von 10.000 Euro einfahren. Das bedeutet, dass Angebot Nr. 2 einen Gewinn von 7.000 Euro abwirft, auch wenn es auf den ersten Blick teurer aussieht.

Muss SEO also zwangsläufig teuer sein, um gut zu sein?

Keinesfalls. Es gibt durchaus auch günstige Angebote, die zu den gewünschten Ergebnissen führen. Dabei wird es sich in der Regel allerdings um Web-Auftritte handeln, die eher kleiner sind und in einer Nische mit wenig Konkurrenz tätig sind.

Prinzipiell sollte man auf die Seriosität des Anbieters und seiner SEO-Angebote achten. Seriöse Anbieter zeichnen sich unter anderem durch folgende Kriterien aus:

  • SEO-Preise werden individuell berechnet,
  • es werden keine von heute auf morgen Versprechungen gemacht, sondern eine längere Zusammenarbeit angeboten – SEO ist ein Prozess, der seine Zeit benötigt,
  • das SEO-Angebot ist in seine Einzelheiten aufgeschlüsselt,
  • der SEO-Anbieter kann Referenzen vorweisen
  • und verfügt selbst über ein gutes Ranking für relevante Suchbegriffe.

Gleichzeitig sollte man die Finger von unseriösen Angeboten für Suchmaschinenoptimierung mit falschen Versprechungen lassen:

  • Wir bringen Sie innerhalb von zwei Wochen in die Top 3!
  • Wir melden Sie bei über 200 Suchmaschinen weltweit an.
  • etc.

Fazit

Bei einer professionellen Suchmaschinenoptimierung sollte man sich also immer für SEO-Angebote mit Qualität entscheiden, auch wenn die etwas teurer ausfällt. Nur so kann man die vielen Vorteile von SEO – wie beispielsweise Traffic- und Umsatzsteigerung oder Verbesserung der Online-Reputation – gekonnt für sich nutzen.

(Bild: © Pixel – Fotolia.com)

Seosmart GmbH
Die Seosmart GmbH mit Sitz in Berlin steht im Bereich SEO für qualitative und kundenfreundliche Suchmaschinenoptimierung. Über die Webseite können Sie sich einen Überblick über die Leistungen von Seosmart verschaffen und bei Fragen, Wünschen oder einer unverbindlichen Beratung die kompetenten Mitarbeiter gerne per Telefon oder Mail kontaktieren. Diese kümmern sich zeitnah um Ihr Anliegen.

23 Kommentare

  1. Guter Artikel. Leider ist es bei Unternehmen die sich noch nie mit dem Thema beschäftigt haben oft schwer seine Kosten zu rechtfertigen. Jedoch wurden hier ein paar gute Punkte genannt um eine Argumentation forzubeugen.

  2. „Das bedeutet, dass Angebot Nr. 2 einen Gewinn von 7.000 Euro abwirft, auch wenn es auf den ersten Blick teurer aussieht.“ Ganz richtig ist das natürlich nicht, denn am Ende ergibt sich der Gewinn auch aus den Warenkosten (bei einem Shop) und aus der Rücksendequote. Bei einer Informationsseite natürlich aus der Summe der verkauften Anzeigen.

    Insgesamt ist das dennoch ein guter Artikel, denn die Billigangebote bringen im SEO überhaupt nichts. Aber auch die teuren müssen nicht zwangsläufig die besten sein, zumal einige wirklich schon wahnwitzige Preise aufrufen, die auch nicht mehr gerechtfertigt sind. Leistung soll ihren Preis haben, keine Frage, aber es sollte sich auch alles wieder etwas normalisieren. Denn SEO ist auch keine Wunderwaffe für sich alleine betrachtet. Es erfordert viel Durchhaltevermögen und permanentes Optimieren.

    Ich habe für die Berechnung des ROIs mal einen einfachen und kostenlosen SEO ROI Rechner entwickelt, womit man den ROI von SEO Kampagnen berechnen kann.
    Wer Interesse hat, kann sich das ja mal anschauen: henryklippert.com/seo-roi-marketingbudget-rechner-calculator

  3. Recht guter Artikel. Wir haben auch desöfteren die Probleme, dass Kunden den Zeitaufwand und die Arbeit, die da hintersteckt, einfach völlig falsch einschätzen. Das mit dem Umsatz/Gewinn-Fauxpas… na ja, wir sind ja alle nur Menschen! ;-)

  4. Auch ich schließe mich der Meinung von Nordwind an , denn wir haben mittlerweile auch mehr als 1600 Projekte durchgeführt und die Ergebnisse können sich sehen lassen – man kann nicht für´n Groschen in der ersten Reihe sitzen.

  5. Ja, eine Menge Faktoren beeinflussen die SEO-Preisbildung.

    Suchmaschinenoptimierung ist nicht billig, weil sie zeitaufwändig ist, der Dienstleister über eine gute Portion Erfahrung sowie Fachkenntnis verfügen muss und meist auch in einem Themenbereich exklusiv für einen Kunden arbeitet.

    Der Kunde kann nicht einschätzen, wie gut der Optimierer ist. Darum biete ich eine erfolgsabhängige Bezahlung an. Der Kunde zahlt – nur bei Erreichen der ersten Google-Seite(n) – ein monatliches Honorar. Das ist zwar teurer, aber reduziert das Risiko für den Auftraggeber.

    Ich habe auf meiner Website ein kleines Suchmaschinenoptimierungs-FAQ (brengelmann.net/suchmaschinenoptimierung/suchmaschinenoptimierung-faq.html) zusammengestellt, dass vielleicht die eine oder andere Frage zum Thema SEO beantwortet.

  6. Mit einer Selektion des Kundekreises ist es als SEO-Agentur sehr gut möglich, seriöse SEO anzubieten.

    Da die Webseiten eines selektierten Kundenkreises sich ähneln und die Schwierigkeiten gleichermaßen eine Gruppe von Kunden betrifft, sind die Aktionen ebenfalls ähnlich. Selbst bei der Auswahl auf die zu optimierenden Suchbegriffe kann das Wissen des einen Auftrags bei der Umsetzung eines anderen Auftrages hilfreich sein. Es versteht sich allerdings von selbst, dass seriöse SEO-Agenturen nicht zwei Aufträge für die gleichen Suchbegriffe annehmen.

    Seriöses SEO ist also mit nichten von der Art der Preisgestaltung abhängig. Individuelle Preise haben sicherlich den Vorteil, dass notwendige Mehrarbeit im Vorfeld einkalkuliert werden kann. Festpreise zeigen vielmehr den Organisationsgrad der SEO-Agentur auf. Die Qualität der SEO-Maßnahmen hängt meiner Meinung nach unabhängig von der Preisgestaltung an dem technischen Know-How.

  7. Größere Firmen (Umsatz>1000000€) sind durchaus bereit, für SEO größere Beträge zu bezahlen. Kleinere hingegen nicht. Hier sind erfolgsorientierte Preismodelle von Vorteil, weil die SEO nicht als Investition sehen, sondern als Kosten.
    Gruß

  8. Wirklich guter Artikel! Vermittelt nicht nur Grundlagen-Wissen über Suchmaschinenoptimierung selbst sondern auch wichtige Anhaltspunkte, um die richtige SEO-Agentur auszuwählen zu können.

  9. Ich bekomme auch des öffteren eine Gewinnbeteiligung angeboten oder werde nach Geld zurück gefragt … beides lehne ich ab, auf Grund sehr schlechter Erfahrungen. Es geht heute nur noch Leistung (Geld) gegen Gegenleistung (SEO). Das ist meine grobe Richtlinie: nordmarketing.eu/white-papers/presseartikel/seo-missverstaendnisse.html

  10. Wir hatten testweise bereits SEO/SEM auf Gewinnbeteiligungsbasis angeboten.

    Unsere Erfahrung damit war eher negativ, da für den Suchmaschinenoptimierer sowohl eine große Abhängigkeit vom Engagement des Kunden bzgl. seiner Umsetzung der Verbesserungsvorschläge, als auch vom Preis- Leistungsverhältnis seiner Angebote zum Mitbewerb besteht. Zudem ist es häufig nicht möglich, von seinen Kunden Einblick in dessen Geschäftsunterlagen zu bekommen.

    So kann es durchaus vorkommen, dass trotz erfolgreicher eigener SEO-Arbeit kaum eine Steigerung der Gewinne beim Kunden realisiert werden. Der „Dumme“ ist dann die SEO-Agentur, welche ihre Aufwendungen nicht vergütet bekommt.

    Die -unserer Meinung nach- fairste Abrechnungsmethode ist ein Mix aus Festpreis pro Monat und einer Provision für Platzierungen in Google unter den Top 20 Ergebnissen. Was der Kunde daraus macht, ist seine Sache.

  11. Gibt es SEOs die auf Gewinnbeteiligungs-Basis arbeiten?
    Zum Beispiel: Ist Situation feststellen,dann einen Preis pro mehr verkauftem Produkt, Dienstleistung etc. festlegen.

    So stehe ich als Kunde des SEOs auf der sicheren Seite, weiß was mich das mehr an Umsatz je EUR kostet und der SEO wird tatsächlich für seine Leistung und deren Erfolg bezahlt.

    Ich denke die Hemmschwelle einen SEO zu beauftragen sinkt so gewaltig.

  12. Ein sehr guter Artikel. Man muß leider beachten, daß Kunden, die das erste Mal etwas mit SEO machen wollen, leider nicht viel anfangen können mit ROI. Und dazu kommt noch, daß es einigen Unternehmen schon schwerfällt, beispielsweise relevante Keywords für ihre Internetpräsenz festzulegen.
    Die Angebote für SEO Dienstleistungen müssen immer individuell angepaßt sein und der Kunde muß deutlich erkennen, was er letzendlich für sein Geld bekommt.

  13. Vorne weg: ich stehe dem Thema SEO durchaus offen gegenüber.
    Aber immer wieder disqualifizieren sich Web-Dienstleistern bei dem Versuch, den ROI solcher Maßnahmen klar zu machen. Fauxpas Nummer eins ist dabei das Verwechseln von Umsatz und Gewinn:
    Angebot Nr. 2 (…) konnte (…) einen Umsatz von 10.000 Euro einfahren. Das bedeutet, dass Angebot Nr. 2 einen Gewinn von 7.000 Euro abwirft, auch wenn es auf den ersten Blick teurer aussieht.
    Wenn man beispielsweise als Handelsunternehmen eine Marge von 20% einfährt, was in der EDV zum Beispiel ein recht guter Wert ist, so ergibt dies, dass man bei Angebot Nr. 2 einen operativen Verlust von 1.000 Euro realisiert.
    Dabei sind die internen Kosten, die das Unternehmen für ein solches Projekt aufwenden muss, noch gar nicht berücksichtigt. Denn in der Regel erfordert SEO bzw. SEM einen nicht unerheblichen Abstimmungsaufwand: von der Konzeption und Strategie, Auswahl der betreuenden Agentur, deren Briefing, die regelmäßige Abstimmung, die Dokumentation der Erfolge und schließlich das Controlling der Maßnahmen.
    Es gibt also für ein erfolgreiches SEO-Projekt auf der Unternehmensseite noch deutlich mehr zu beachten, als „einfach“ nur die Kosten für die Agentur.

    • Richtig! Ist mir auch beim Lesen sofort hochgekommen. Es ist ein schwerer Fehler – vor allem für eine Seite die sich unternehmer.de nennt – Umsatz und Gewinn zu verwechseln.

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