Gender Marketing: Kaufen Frauen anders als Männer?

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Gender Marketing: Kaufen Männer anders als Frauen?

Gender Marketing: Kaufen Männer anders als Frauen?

Gloria Moss hat das Buch „Gender, Design und Marketing: How Gender Drives Our Perception of Design and Marketing“ veröffentlicht. In diesem liefert sie wichtige Informationen darüber, wie sich Unterschiede zwischen den Geschlechtern darauf auswirken, wie Unternehmen potenzielle Kunden erreichen.

Buchtipp: Gender, Design and Marketing

Buchtipp: Gender, Design and MarketingHow Gender Drives our Perception of Design and Marketing

Taschenbuch: 268 Seiten
Preis: 54,59 €
Sprache: Englisch

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In der Vergangenheit wurde die Forschung über geschlechtsspezifische Unterschiede in unserer Gesellschaft weitgehend ignoriert. Stattdessen wurde sich seit Jahrzehnten darauf konzentriert, wie ähnlich die Geschlechter sind. Moss schlägt vor, dass Unternehmen diese Lücke schließen. Anschließend werden sie diejenigen sein, die erfolgreich sind.

Unternehmen sollten akzeptieren, dass es Unterschiede gibt, wie Männer und Frauen Botschaften empfangen. Außerdem treffen Männer und Frauen ihre Konsumentscheidungen unterschiedlich.

Auf dem Gesamtmarkt zeigen Studien immer wieder, dass Frauen den Großteil des Einkaufens – und damit der Entscheidung – ausmachen. Wie Moss unter Bezugnahme auf eine Studie aus dem Jahr 2004 betont, werden 80 Prozent der Verbraucherentscheidungen von Frauen getroffen.

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Der Unterschied der Geschlechter

Frauen kaufen anders ein als Männer.

Laut Moss neigen Männer dazu, den Nutzen eines Produkts zu betrachten. Sie achten auf die technischen Daten und wie das Produkt funktioniert. Frauen hingegen wollen die Wirkung des Produkts wissen. Männer wollen wenige Detailinformationen über ein Produkt, wobei sie sich auf ihre obersten Prioritäten konzentrieren. Frauen möchten alle Informationen und sie werden keine Kaufentscheidung treffen, bis sie sich absolut informiert fühlen.

Interessanterweise werden Frauen durch die Werbung für bestimmte Produkte häufig verunsichert, sagt Moss. Dies geschieht insbesondere durch die visuelle Ausstrahlung einer Werbung. Moss führt dies zum Teil auf das mangelnde Verständnis der Männer zurück, die seit Jahrzehnten Werbekampagnen und kreatives Design dominieren. Beispielsweise beruhen Autoanzeigen auf:

  • dunklen Farben
  • Linien
  • einem eleganten technischen Look

Das weckt zwar das Interesse der Männer, aber Frauen bevorzugen etwas ganz anderes:

  • leuchtende Farben
  • unkonventionelle Schriften
  • unterschiedliche Formen

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Die tiefe Auseinandersetzung mit diesen Unterschieden führt zwangsläufig zur Idee der Marketing-Diversität.

Marketing-Diversität

Im Falle von Universitäten sehen Männer und Frauen den Wert einer Hochschulausbildung sehr unterschiedlich. Zum Beispiel schätzen Männer die Resultate. Ihr Fokus liegt also auf dem Bildungsziel: Welchen Job sie mit ihrem Abschluss sichern können. Frauen hingegen reagieren leichter auf Wertvorstellungen, wie Zugehörigkeit und Gemeinschaft, da sie das Studium auch als einen Ort zum Aufbau von Beziehungen betrachten.

Eine von Moss selbst durchgeführte Studie zeigt Unterschiede zwischen den Wahrnehmungen der Geschlechter in fast allen Kreativbereichen:

  • Größe
  • Farbe
  • Detail
  • Dimensionalität
  • Thema

Eine Studie von Dr. Gabor Horvath legt sogar nahe, dass Menschen Designs mögen, die von Menschen ihres eigenen Geschlechts entworfen wurden. Dies sollte man sich für die eigenen Marketing-Aktivitäten zunutze machen.

Vor diesem Hintergrund sollten sich Vermarkter also intensiv auf die Bedürfnisse des Kunden konzentrieren. Wenn du weiterhin, ob unbewusst oder nicht, ausschließlich an Männer vermarktest, gehst du ein Risiko ein und minimierst deinen Verkaufserfolg.

Dieser Artikel wurde von Sean Hill auf Englisch verfasst und am 26.02.2019 auf capturehighered.com veröffentlicht. Wir haben ihn für euch übersetzt, damit wir uns mit unseren Lesern zu relevanten Themen austauschen können!

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