Agiles Marketing: Wie funktioniert es?

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Agiles Marketing: Wie funktioniert es?

Agiles Marketing: Wie funktioniert es?

Heute muss ja alles agil, dynamisch und hypertargeted sein damit es überhaupt wahrgenommen wird.

So auch Digitales Marketing, welches seit rund 2 Jahren nicht nur absatzfördernd sondern auch dynamisch, neu und eben auch: agil sein soll. Aber was steckt hinter dem Buzzword? Haben wir heute wirklich die Möglichkeiten und die Fähigkeiten agiles Marketing nicht nur zu skizzieren sondern auch zu leben? Ein Proverb sagt:

Agil ist, wer sich ändern kann – und will.

Denn Agilität bedeutet nicht nur, dass man sich schnell und flexibel auf neue äussere Einflüsse einstellen kann, sondern dass dies tief verankert in Organisation und Mindset ist. Agiles Projektmanagement steht schon länger für effiziente Prozesse und innovative Organisationen, zum Beispiel Scrum und Kanban sind unterdessen beliebte Methoden für das Projektmanagement.

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Agilität fördert Strukturen und eine Unternehmenskultur, die offen und flexibel ist. Das sind Eigenschaften, die auch Grundvoraussetzung für agiles Marketing sind. Und das schöne: wir haben bereits die Kinderkrankheiten hinter uns und können nun, 5 Jahre nach dem ersten Manifesto endlich mit den wirksamen Tools und Fähigkeiten Resultate erzielen.

Inhalte des Artikels

Was zeichnet agiles Marketing aus?
Anpassung & Zusammenarbeit: Agile Werte
Lernbereitschaft, Epics & User Stories
So startest du mit agilem Marketing

Was zeichnet agiles Marketing aus?

Agiles Marketing ist kein Gartenschlauch mit viel Budget der einmal den einen oder anderen Garten bewässert. Vielmehr ist Agiles Marketing als Reservoir an Möglichkeiten zu verstehen, welche je nach Zwischenergebnis eine neue Zusammenstellung erlauben und ist durch schnell aufeinander folgende Marketingmaßnahmen charakterisiert.

Das bedeutet, je nach dem wo man entsprechend Wasser braucht, kann man schnell und gezielt Wasser hinbringen. Im rahmen einer laufenden Kampagne macht man sich also Gedanken im Vorfeld, wie reagiere ich auf Veränderungen? Je nach Ziel, wird der laufende Marketingprozess stetig angepasst.

Praxisbeispiel agiles Marketing

Wie könnte das aussehen? Zum Beispiel könnte man mit Social Ads auf Instagram, Facebook und Twitter starten und in einem Zwischenziel feststellen, die CTR (Click Through Rate) ist bei Twitter am höchsten, ebenso die Conversion – zwar ist der Traffic nicht so hoch, aber um einiges besser als auf Facebook. Darum entscheidet man sich, den Funnel auf Twitter noch zu verstärken und mit Video anzureichern.

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Anpassung & Zusammenarbeit: Agile Werte

Der Erfolg von agilem Marketing basiert hauptsächlich auf zwei Kernpunkten: Anpassung und Zusammenarbeit in den Teams.

Das Konzept ist an sich nichts Neues, denn bereits 2012 hat sich eine Gruppe von Marketeers in San Francisco zusammen getan und ein Manifesto über Agiles Marketing geschrieben. Dieses Manifest handelt von 7 Werten (Values):

  1. Validiertes Lernen statt Meinungen und Konventionen
  2. Kundenorientierte Zusammenarbeit statt Silos und Hierarchien
  3. Adaptive und iterative Kampagnen statt Big-Bang-Kampagnen
  4. Der Prozess der Kundenermittlung anstelle einer statischen Vorhersage
  5. Flexible vs. starre Planung
  6. Nach einem Plan auf die Umstellung reagieren
  7. Viele kleine Experimente anstelle weniger großer Baustellen

10 agile Prinzipien für alle Bereiche

  • Oberste Priorität ist die Zufriedenheit des Kunden durch frühzeitige und kontinuierliche Bereitstellung von Marketing, welches Probleme löst
  • Begrüßung und Planung von Veränderungen. Die Fähigkeit, schnell auf Veränderungen zu reagieren, ist ein Wettbewerbsvorteil
  • Regelmäßige Ausführung von Marketingprogrammen, von ein paar Wochen bis zu einigen Monaten, wobei der kürzere Zeitrahmen Vorrang hat
  • Ein gutes Marketing erfordert eine enge Abstimmung mit den Geschäftsleuten, dem Vertrieb und der Entwicklung
  • Das Lernen durch die Feedback-Schleife für Build-Measure-Learn ist das wichtigste Maß für den Fortschritt
  • Nachhaltiges Marketing erfordert ein konstantes Tempo und eine konstante Pipeline
  • Keine Angst vor dem Scheitern. Aber wir scheitern nicht zweimal auf dieselbe Weise
  • Kontinuierliche Aufmerksamkeit auf aktuelle Marketing-Grundlagen und ein gutes Design erhöht die Agilität
  • Marketing soll als Unterstützung dienen, um die Arbeit der Kunden zu erledigen und zu verbessern
  • Einfachheit ist Alles.

Das bedeutet, dass wir Mitarbeitende erneut und immer wieder befähigen müssen und sollen, selbständig Entscheidungen treffen zu können.

Lernbereitschaft, Epics & User Stories

Das bedingt die Entwicklung einer „Trial & Error“-Kultur mit der Möglichkeit, mit Mentoren zu arbeiten, welche Educational Consulting verstehen, anstelle einfach nur Tools zu implementieren. Diese Mentoren arbeiten mit so genannten Epics und User Stories.

Epics sind die großen Marketingstrategien und Ziele – das Why und Who – wem helfen wir warum und wie – alles soll auf dieses Ziel, für den Kunden (Customer Centric) einzahlen und man lernt, während man sprintet ohne das große Ganze aus den Augen zu verlieren. Noch tun sich europäischen Unternehmen allerdings schwer. Anders als in den USA und China, in der eine „Fail fast, but fail foward“-Kultur herrscht, findet man diese Einstellung hierzulande oft nur bei Startups.

Eine gesunde Fehlerkultur im eigenen Unternehmen erfordert Mut und ein Maß an Geduld. Hier kann aber jede Organisation eine passende Schnittmenge zwischen Planung und Experimentierfreude finden, wenn sie es schafft, die eigenen Mitarbeitenden laufend weiterzubilden.

Buchtipp: Lob des Irrtums

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Erschienen am: 11. Januar 2016
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So startest du mit agilem Marketing

Neben der Weiterbildung ist vor allem die Bereitschaft notwendig, dass Mitarbeitende ihr Know-how untereinander teilen wollen und Marketing interdisziplinär betrachten.

1. Das Management mit ins Boot holen

Agiles Marketing braucht kurze Freigabeprozesse und schnelle Entscheidungswege, sowie eine gewisse Fehlertoleranz. Es braucht dazu das Verständnis und die Freigabe vom Management, entsprechende Strukturen zu schaffen und Mittel und Möglichkeiten freizugeben.

2. Working Out Loud

Dabei kann die Methode „Working Out Loud“ sehr gut helfen. Unter Working Out Loud versteht man das regelmäßige Treffen von Teams oder Teammitgliedern aus unterschiedlichen Bereichen. Gemeinsam arbeitern sie an Projekten und haben dabei die Absatzförderung, den Kundennutzen oder die Contenterstellung im Blick, um die User Journey ganzheitlich zu verbessern.

Die vielen Ideen und Einsichten, die kurzfristigen Anpassungen und Verbesserungen ermöglichen eine entsprechende Dynamik, welche man sonst aus Scrum-Projekten kennt. Man kann natürlich auch gleich die Scrum-Methode von Sprints und Briefings einbauen, dazu müssen aber alle Teilnehmenden genug Daten – oder den Zugriff darauf – haben, und es darf kein Gärtchendenken bestehen.

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3. Mit einem übersichtlichen Case anfangen

Aller Anfang ist klein und man muss in vielen Schritten denken. Versuche dich an einem Teilprojekt und schau vor allem, dass die Zusammenarbeit funktioniert. Werte laufend aus und ziehe Konsequenzen zur Verbesserung.

Der ultimative Test kommt, wenn du es als Organisation schaffst, auf aktuelle Ereignisse agil, also schnell und mit einer gewissen Gelassenheit zu reagieren,wenn unvorhergesehene Ereignisse eintreffen. Sei bereit für Experimente, die dich langfristig von der Konkurrenz abheben.

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