Welche Kompetenzen muss eine gute Führungskraft mitbringen?

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Führung auf Augenhöhe statt Mitarbeiter als Untergebene
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Führungskraft ist kein Beruf im eigentlichen Sinne. Vielmehr kommen Menschen aus verschiedensten Bereichen an einem bestimmten Punkt ihrer Karriere in diese Position. Was macht eine gute Führungskraft aus und welche fachlichen und sozialen Kompetenzen sind gefragt? Wir geben dir einen kurzen Überblick.

Mögliche Ausbildungen für den Karriereweg

Für viele beruflichen Wege ist eine bestimmte Ausbildung oder ein Studium die Voraussetzung. Bei der Position einer Führungskraft ist dies nicht gegeben. Vielmehr gibt es unterschiedliche Ausbildungen und Studienfächer, die einen solchen Karriereschritt ermöglichen können.

Gängige Abschlüsse

Nichtsdestotrotz verfügen Führungskräfte in einigen Fällen über einen Studienabschluss in bestimmten Fächern, die hierfür eine gängige Basis bieten. Dazu zählen unter anderem:

  • BWL,
  • VWL
  • sowie Jura.

In den Studiengängen BWL und VWL lernen die Studierenden viele wirtschaftliche Hintergründe. Die Betriebswirtschaftslehre beschäftigt sich mit den Abläufen in Unternehmen.

Volkswirtschaftslehre wiederum vermittelt den Studierenden Wissen zu gesamtwirtschaftlichen Zusammenhängen. Neben diesen Optionen bietet der Studiengang der Wirtschaftswissenschaften die Kombination beider Fächer an.

Zusätzlich zu einzelnen Aspekten aus Betriebswirtschaftslehre und Volkswirtschaftslehre greift dieses Studium unter anderem Wirtschaftsrecht, Wirtschaftspolitik und Controlling auf. Weiterhin besteht die Möglichkeit einer Vertiefung in einer bestimmten Sparte.

Hierzu zählen neben weiteren Kulturmanagement, Energiewirtschaft und Wirtschaftsinformatik. Als Jurist hast du in einigen Fällen ebenfalls gute Chancen, eine Führungsposition einzunehmen. Dies gilt sicherlich im Besonderen dann, wenn du dich auf einen in vielen Unternehmen relevanten Fachbereich wie Wirtschaftsrecht spezialisiert haben.

Studiengänge und Ausbildungen im entsprechenden fachlichen Bereich

Alternativ besteht die Möglichkeit, dass du eine fundierte Ausbildung bzw. einen Studiengang in dem Themenbereich oder der Branche, in der das Unternehmen aktiv ist, mitbringst.

In Kombination mit ein wenig Berufserfahrung kannst du so die Karriereleiter aufsteigen. Dabei gilt grundsätzlich, dass ein höherer Abschluss die Wahrscheinlichkeit auf eine spätere Führungsposition deutlich erhöhen kann. Ein Master oder sogar eine Dissertation sind sicherlich eine große Hilfe beim Erreichen dieses Ziels.

Wichtige Kenntnisse für eine Führungskraft

Als Führungskraft bist du bis zu einem gewissen Grad ein Allrounder. Du solltest dich in verschiedenen Bereichen auskennen, um deine Arbeit zielführend umsetzen zu können. Dazu gehören vor allem:

  • die Branche, in der du tätig bist,
  • das Unternehmen, in dem du tätig bist,
  • der Bereich Wirtschaft
  • sowie das Thema Personalführung.

Wissen über Branche und das Unternehmen

Wichtig ist zunächst ein Wissen über die Branche. Mit einem guten Überblick kannst du auf Veränderungen reagieren und Entscheidungen treffen, die das Unternehmen voranbringen. Dies ist zum Beispiel dann der Fall, wenn neue Trends auftreten und du entsprechende ExpertInnen einstellen sowie den MitarbeiterInnen Weiterbildungen bezüglich dieser Hintergründe ermöglichen willst. Auf diese Weise verschaffst du dem Betrieb womöglich einen Vorteil gegenüber der Konkurrenz.

Ebenfalls bedeutsam ist ein Wissen über das Unternehmen, in welchem du tätig bist. Falls du als Führungskraft neu eingestellt wirst, solltest du dir dieses schnellstmöglich aneignen. Wenn du bereits seit einiger Zeit dort arbeitest und aufgestiegen bist, konntest du sicherlich bereits viele relevante Aspekte und Zusammenhänge verinnerlichen.

Dabei spielt unter anderem die Unternehmenskultur eine wichtige Rolle. Diese beinhaltet die Leitlinien und Werte, nach denen ein Unternehmen handelt und agiert. Mache dich mit diesen vertraut, um entsprechend handeln zu können und vor allem zu Beginn sprichwörtliche Fettnäpfchen zu vermeiden.

Zusätzlich solltest du mit dem Personal, welches im Unternehmen tätig ist, vertraut sein. Gibt es zum Beispiel Konstellationen, die als Team besonders gut funktionieren? Dieses Wissen macht es dir um einiges einfacher, viele der Soft Skills, die für eine sinnvolle Führung notwendig sind, anzuwenden (dazu gleich mehr).

Wirtschaftskenntnisse und Personalführung

Darüber hinaus ist es unabdingbar, dass du wirtschaftliche Kenntnisse besitzt. Bei einigen der vielen Entscheidungen, die du treffen wirst, ist dieses Know-how relevant. Das Wissen hast du womöglich in einem Studium der bereits angeklungenen Fachrichtungen erworben. Falls dies nicht gegeben ist, ist es sicherlich sinnvoll, eine Weiterbildung in diesem Bereich zu absolvieren.

Zusätzlich solltest du dich mit dem Thema Personalführung beschäftigt haben. So gibt es zum Beispiel eine Reihe von verschiedenen Führungsstilen, die je nach Unternehmen, persönlicher Einstellung und Mitarbeiterkonstellation zum Erfolg führen können.

Dazu gehören unter anderem der autoritäre Führungsstil, der demokratische Führungsstil sowie der Laissez-Faire-Führungsstil. Neuartige Methoden wiederum sind der situative Führungsstil sowie der transformationale Führungsstil.

Soft Skills und weitere wichtige Eigenschaften

Neben dem Hintergrundwissen in verschiedenen relevanten Bereichen sowie einem geeigneten Abschluss solltest du über einige Soft Skills sowie weitere Eigenschaften verfügen, die eine gute Führungskraft ausmachen. Welche davon eine besondere Bedeutung haben, kommt zumindest in Teilen auch auf den jeweiligen Führungsstil an. Zu den wichtigen Skills gehören unter anderem:

  • Durchsetzungsfähigkeit,
  • Entscheidungsfähigkeit,
  • Motivation und Leidenschaft
  • sowie kommunikative Fähigkeiten, die Fähigkeit zum Lösen von Konflikten.

Durchsetzungsfähigkeit und Entscheidungsfähigkeit

Durchsetzungsfähigkeit ist in besonderem Maße bei einem härteren Führungsstil gefragt. In diesem Fall musst du als Führungskraft eine gewisse Autorität ausstrahlen und dich mit deinen Entscheidungen und Anweisungen gegen einige Widerstände behaupten.

Nicht weniger wichtig ist die Fähigkeit, Entscheidungen in einem kurzen Zeitraum und unter Druck bedacht zu treffen. Viele Führungskräfte sind talentiert darin, schnell abzuwägen und dann eine Richtung vorzugeben. Neben dem Effekt, dass die Abläufe der Firma so effizient bleiben, kann diese Eigenschaft dein Ansehen in der Belegschaft steigern, da sie eine gewisse Sicherheit ausstrahlt.

Motivation, Leidenschaft und Belastbarkeit

Gleichzeitig solltest du ein hohes Maß an Motivation und Leidenschaft mitbringen. Dies hilft dir einerseits selbst beim Bewältigen von schwierigen Aufgaben und langen Arbeitstagen. Darüber hinaus bist du dadurch ein optimales Vorbild für deine Angestellten, da das Engagement durchaus abfärben kann.

Zusätzlich sind eine gewisse Belastbarkeit und Stressresistenz äußerst hilfreich. Die beiden Skills helfen dir dabei, in schwierigen Situationen einen sprichwörtlichen kühlen Kopf zu bewahren. Gerade in Momenten, in denen du mehrere Fragen und Konflikte gleichzeitig lösen musst, ist dies (neben einer guten Organisationsfähigkeit) von Bedeutung.

Kommunikations- und Konfliktlösungs-Skills

Als Führungskraft übernimmst du die Rolle eines Kommunikators. Dies kann gleichzeitig bedeuten, unbeliebte Entscheidungen und Aufgaben bekanntgeben bzw. verteilen zu müssen. Dazu können zum Beispiel Überstunden für ein besonderes Projekt gehören.

Fingerspitzengefühl und Diplomatie

In solchen Situationen kommt es auf ein ausreichendes Fingerspitzengefühl und ein hohes Maß an Diplomatie an. Du musst den richtigen Ton treffen, damit die MitarbeiterInnen motiviert bleiben und die gestellten Aufgaben bestmöglich erledigen oder eine Entscheidung akzeptieren und wirklich annehmen.

Unterstützen kannst du diese Kommunikation womöglich mit einigen Benefits, die du den Angestellten bietest. Ein solcher Bonus könnte zum Beispiel in einem gemeinsamen Abendessen zum Feiern des erfolgreichen Abschlusses des Projektes bestehen.

Entsprechendes Fingerspitzengefühl ist natürlich auch beim Äußern von Kritik notwendig. Beim konstruktiven Kritisieren solltest du als Führungskraft einige Regeln beachten, die für die verschiedensten Lebensbereiche gelten.

Lösen von Konflikten zwischen Mitarbeitern

Darüber hinaus solltest du die Fähigkeit besitzen, Konflikte und Differenzen in einer Vermittlerrolle zu lösen. Sicherlich kann es zwischen einzelnen MitarbeiterInnen oder Abteilungen immer mal wieder zu inhaltlichen Unstimmigkeiten kommen.

In dieser Situation musst du eine Entscheidung treffen, wie nun weiter vorzugehen ist. Dabei ist es von großer Bedeutung, dass sich keine der Konfliktparteien übergangen oder zurückgesetzt fühlt. Auch hier spielt also Diplomatie eine wichtige Rolle.

Neben den inhaltlichen Streitigkeiten kann es persönliche Konflikte geben. Das ist menschlich und kommt sicherlich in vielen Unternehmen vor. Je schneller du diese löst, desto eher sorgst du dafür, dass für alle Beteiligten ein angenehmes Arbeitsklima aufrechterhalten bleibt, was wiederum die Voraussetzung für gute Ergebnisse und zufriedene MitarbeiterInnen ist.

Fazit

Um als Führungskraft zu arbeiten, solltest du entweder einen hohen Abschluss bzw. umfangreiches Fachwissen in der Branche, in welcher das Unternehmen tätig ist, mitbringen, oder ein hierfür gängiges Fach wie BWL oder Jura studiert haben. Zusätzlich sind ein Wissen über die Firma, die Branche, wirtschaftliche Aspekte sowie die Personalführung entscheidend. Schlussendlich helfen dir Soft Skills wie Entscheidungsstärke und Kommunikationsfähigkeit dabei, deinen Alltag zu meistern.

Marie Mainka befindet sich aktuell im 4. Semester ihres Marketing-Studiums. Neben ihres Studiums ist sie erfolgreiche Bloggerin in Sachen Marketing und unterstützt Unternehmen und Online-Plattformen in der Produkt- und Markenkommunikation.

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