Vom Gründer zum CEO: Darauf solltest du achten

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Vom kleinen Start-up zum etablierten Mittelstand: Worauf du vom Gründer zum CEO achten solltest, um dich weiterzuentwickeln.

Wenn ein Start-up zu einem Unternehmen wächst, verändert sich sein Charakter. Diese Veränderung sollte sich auch in deinem Denken und Handeln als GründerIn widerspiegeln. Denn an dich werden andere Ansprüche in deiner Führungsrolle gestellt, wenn du von der Gründungsphase des Start-ups in die Unternehmensführung als CEOs wechselst.

1. Die GründerIn

Bevor du dir die Frage stellst, wie du als CEO sein möchtest, solltest du dir klarmachen, wer du als GründerIn bist. Erst dann wirst du eine Antwort finden. Als GründerIn eines Start-ups kommt es darauf an, dass du eine absolute Macher-Persönlichkeit ausstrahlst. Sei dazu bereit, in deinem Start-up alles anzugehen, was gerade notwendig ist, um das Start-up nach vorn zu bringen.

Hierfür musst du alles Relevante im Blick haben und dazu bereit sein, jede Aufgabe selbst auszuführen. Manchmal kann das bedeuten, dass du den Müll rausbringst. Vergiss aber dabei nicht: Deine wichtigste Aufgabe ist es, ein Geschäftsmodell zu entwickeln und zu erreichen, das von allen verstanden wird. Diese Aufgabe wird dich vom Gründer zum CEO immer begleiten.

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2. Der Punkt für Veränderung

Anfangs ist es deine Aufgabe, Geschäfte abzuschließen und an deinem Produkt zu arbeiten. Deine Rolle verändert sich, sobald du das passende Produkt für deinen Markt gefunden hast. Wenn du das geschafft hast, ist es Zeit, dich umzuorientieren. Nun sollte deine Priorität darauf liegen, dass alle die Vision deines Unternehmens verstehen und du für dein Unternehmen ein Führungsteam aufbaust. Die Unternehmensvision soll von allen Angestellten getragen und im Unternehmen gelebt werden. Dies ist ebenfalls eine dauerhafte Aufgabe und besonders wichtig bei der Rekrutierung neuer MitarbeiterInnen.

Deine neue und dauerhafte Pflicht ist es nun, das Geschäftsmodell deines Unternehmens zu etablieren. Als CEO kannst du deine Arbeit auch so verstehen, dass du der Hüter oder die Hüterin der Strategie deines Unternehmens bist. Sei bei deinem unternehmerischen Handeln immer auf deine KundInnen fokussiert. Lasse ihre Erfahrungen mit deinem Produkt in die Weiterentwicklung und Verbesserung mit einfließen. Deine Motivation an dieser Stelle sollte der Erfolg deiner KundInnen und das Fortsetzen einer guten Beziehung sein.

3. Die passenden Führungskräfte rekrutieren

Als Kopf eines Unternehmens steht dir mit der Rekrutierung eine große Herausforderung bevor. Nur wenn du die richtigen Personen als Führungskräfte findest, wirst du es schnell nach vorne bringen. Eine grundsätzliche Regel ist hier:

Beginne mit dem Aufbau deines Führungsteams, sobald das passende Produkt gefunden wurde.

Hierfür solltest du dir zunächst im Klaren sein, wen dein Unternehmen braucht. Die Frage nach dem richtigen Zeitpunkt ist der zweite wichtige Aspekt bei der Einstellung von Führungskräften. Dieser liegt rund 18 bis 24 Monate vor dem Beginn eines neuen Projektes. In der Einarbeitungsphase kommt es dann darauf an, dass du präsent bist. Du musst zuhören und darauf achten, dass neue KollegInnen nicht mit zu vielen Informationen überlastet werden. Hilfreich sind hier ein Einarbeitungsplan und eine Liste von Dingen, die wirklich wichtig sind. Die vier wichtigsten Regeln, die du beim Rekrutieren beachten solltest, sind damit:

  1. Lege den richtigen Fokus fest. Nur so stellst du auch Personen ein, die dein Unternehmen schnell voranbringen – im Besonderen auf der Ebene der Senior Manager.
  2. Stelle nur die Besten ein. Versuche die KandidatInnen mit der meisten Erfahrung zu gewinnen. Wenn du die Sorge hast, sie zu enttäuschen, weißt du, dass es die richtigen Personen sind.
  3. Stelle rechtzeitig ein. Der Zeitpunkt hierfür liegt etwa zwei Jahre vor dem Beginn des neuen Projekts, für welches du die Personen benötigst.
  4. Es lohnt sich, dem schnellen Wachstum deines Unternehmens Rechnung zu tragen und einen gewissen Überhang an Personal einzustellen.

Beim Rekrutieren von Führungskräften musst du als CEO auch wissen, wo dein Aufgabengebiet endet. Es ist nicht deine Aufgabe, sondern die von DirektorInnen, eine ManagerIn einzustellen. Wenn du die richtigen Führungskräfte eingestellt hast, wissen diese am besten, wen sie für ihr Team benötigen und können viel effektiver für diese Positionen rekrutieren als du selbst. Damit aus deinem Start-up ein erfolgreiches Unternehmen wird, kommt es aber auf noch mehr an.

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4. Führe dein Unternehmen als Mensch

Für dich aber auch für alle anderen mit einer Führungsposition in deinem Unternehmen gilt, führe dein Team als Mensch. Mensch sein bedeutet, bei Fehlern, Unzulänglichkeiten und auch bei der Verletzlichkeit transparent zu sein und dazu zu stehen. Dies ist eine Regel, die jede Führungskraft unbedingt befolgen sollten. Hierbei gilt auch, der gesunde Konflikt ist gut, achte daher auf Meinungsverschiedenheiten. So wirst du vom Gründer zum CEO.

Sajith Wickramasekara
Sajith Wickramasekara hat seinen Abschluss am MIT gemacht und anschließend Erfahrungen als Forschungsassistent gesammelt. Er ist Mitgründer und CEO des 2012 gegründeten Unternehmens Benchling. Benchling bietet für die Biotechnologieindustrie eine cloudbasierte Forschungs-und Entwicklungs(F&E)-Software an und trägt damit zur Digitalisierung in Laboren bei. Mehr als 200.000 Wissenschaftler:innen in über 600 Unternehmen und 7.000 Forschungseinrichtungen nutzen Benchlings F&E-Cloud. Benchling.com.

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