Weiter so?! 5 Gründe, warum diese Unternehmensmentalität ausgedient hat

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Weiter so?! 5 Gründe, warum diese Unternehmensmentalität ausgedient hat
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Hast du schon mal über deine Unternehmensmentalität nachgedacht? In der modernen Arbeitswelt hat sich die Devise „weiter so“ in vielen Bereichen durchgesetzt. Zu vertreten ist sie, wenn etwas prima funktioniert und dadurch gute Erfolge erzielt werden. Dabei läuft in der Wirtschaft und speziell im Bereich der persönlichen Entwicklung von MitarbeiterInnen jedoch nicht immer alles rund.

Grund genug, diese Mentalität zu hinterfragen. Experten sind der Auffassung, dass sie längst ausgedient hat, weil sie sowohl im privaten als auch beruflichen Kontext das Verharren in der Komfortzone fördert. Dieser Artikel verrät dir, warum die Unternehmensmentalität „weiter-so“ in der modernen Arbeitswelt nicht mehr angebracht ist und welche Kraft im Verlassen der eigenen Komfortzone liegt.

Persönliche Weiterentwicklung

Bestehende Systeme weiterzuführen, verhindert zwar Stillstand und Stagnation, unterdrückt aber auch die Kreativität sowie die individuellen Stärken des Einzelnen. Viele Unternehmen sehen es nicht gerne, das traditionsreiche und altbewährte Strukturen angesprochen und aufgebrochen werden. Dementsprechend ist nahe liegend, dass die persönliche Weiterentwicklung von Einzelpersonen auf der Strecke bleibt.

Dadurch werden Chancen verpasst und Talente nicht an der richtigen Stelle gefördert – und genau hierin liegt das riesige Potenzial: Erfolgreiche Führungskräfte, ProjektmitarbeiterInnen und Fachkräfte werden daraus geboren, dass man ihre persönliche Entwicklung erkennt, unterstützt und fördert (z.B. durch Teilnahme an Weiterbildungen, durch Übergabe einer größeren Verantwortung etc.)

Verpassen von Wettbewerbsvorteilen

Wer sich heutzutage in der Arbeitswelt als Einzelner oder Unternehmen nicht traut, seine Komfortzone zu verlassen, ist irgendwann nicht mehr wettbewerbsfähig. Besonders zutreffend ist das auf schnelllebige Branchen, wie die der Logistik, des Online Handels und des Marketings. Gemeint ist, dass möglicherweise ein anderer Bewerber oder Bewerberin den Wunsch-Job bekommt, für den man sich beworben hat, weil er in seiner Freizeit zusätzliche Kompetenzen (z.B. Fremdsprachenkenntnisse), erworben hat.

Auf Unternehmensebene gesehen könnte dies der Mitbewerber oder die Mitbewerberin sein, die den Auftrag von Großkunden erhält, weil die digitale Angebotserstellung besser ankommt, als Angebots-Präsentationen auf herkömmlichem Weg.

Situationen dergleichen sind ärgerlich und lassen sich vermeiden, sofern man bereit ist, Prozesse zu hinterfragen und Schwachstellen zu erkennen, anstatt die „weiter-so-Mentalität“ zu kultivieren.

Verankerung negativer Glaubenssätze

Ebenso nachteilhaft ist, dass besagte Mentalität das Verankern negativer Glaubenssätze fördert. Glaubenssätze sind der größte Feind von persönlicher Entwicklung und daraus resultierendem Erfolg, da sie meist althergebracht sind und bei Barrieren im Kopf schaffen, die nicht nötig sein müssten.

So muss sich beispielsweise eine Frau nicht mit weniger Gehalt abfinden, nur weil sie weiblichen Geschlechts ist. Auch glauben viele Menschen, dass sie neue Aufgaben nicht bewältigen können, weil sich der Glaubenssatz „ich kann das nicht“ festgesetzt hat.

Dieser kann jedoch niemals überwunden werden, wenn man sich nicht die selbst die Chance gibt, es auszuprobieren. So könnte aus einem Küchenhelfer z. B. ein toller und fähiger Service-Leiter werden, wenn er die Chance dazu erhält.

EXTRA: Selbstzweifel und ihr Ursprung: 7 Wege wie du sie erkennst und behebst

Weiter so ins Boreout

Keine Veränderung in der Unternehmensmentalität bedeutet Monotonie und Stagnation – beides Faktoren, die fehlenden Spaß an der Arbeit und häufigeren Ausfall durch Krankheit oder fehlende Motivation zur Folge haben. Der Zustand, in dem Monotonie und Unterforderung für enormes Empfinden von Stress und Ermüdung sorgen, ist mittlerweile in Fachkreisen als „Boreout-Syndrom“ anerkannt.

Dass MitarbeiterInnen in solch einen schädlichen Zustand hineingeraten, lässt sich verhindern, wenn man regelmäßig für neue Anreize, Herausforderungen und frischen Wind im Arbeitsalltag sorgt. Hier ist zwar der Arbeitgeber in der (Fürsorge-)Pflicht, die Initiative dazu kann jedoch auch gerne von den eigenen MitarbeiterInnen ausgehen.

Achtsamkeit als Schlüsselfaktor

Um eine Komfortzone gezielt verlassen zu können, muss man sich ihrer zunächst bewusst werden – was fühlt sich aktuell gut an und was nicht, wo habe ich Potenzial und Bedarf/Wachstumsmöglichkeit? Wenn stets suggeriert wird, dass alles okay ist und es so bleiben soll wie es ist, kann im Kopf nahezu kein Raum für Selbstreflektion und darauffolgende Entfaltung stehen.

Daher ist es wichtig, den Status Quo immer mal wieder zu hinterfragen und in den Bereichen, die regelmäßig ins Auge springen, gezielt etwas zu ändern. Das kann man gemeinsam oder jeder Einzelne für sich im Stillen tun. Jeder kleine Schritt in Richtung des Verlassens der Komfortzone bringt einen Zauber mit sich und verhilft zu persönlichem Wachstum und Erfolg, so dass es sich lohnt, Veränderungen aktiv anzupacken!

Fazit

Falls deine Unternehmensmentalität weiterhin an starren Werten fest hält, dann solltest du dringend etwas ändern. Denn wenn ideale Bedingungen für die Weiterentwicklung und Entfaltung individueller Charaktere existieren, profitieren am Ende des Tages nicht nur alle Beteiligten, sondern auch die Ergebnisse und Organisationen selbst davon – denn die „weiter-so-Mentalität“ ausgedient hat und die besten Dinge finden außerhalb der Komfortzone statt!

Sandra Feldmann
Sandra Feldmann ist Coach, Autorin und Speakerin mit BWL Studienabschluss und mehr als 25 Jahren Erfahrung in der freien Wirtschaft und einigen Jahren im Ausland bei einem großen US-Konzern im European Headquarter. Zusammen mit dem Wissen ihrer Ausbildung als Heilpraktikerin für Psychotherapie und zahlreichen Fort- und Weiterbildungen im Bereich Hypnose und Coaching liefert sie einen einzigartigen Mehrwert für ihre Kunden.

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