Unternehmertum nach Corona: Diese Trends solltest du nicht verpassen

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Mit Lockdowns und verändertem Konsumverhalten hat die Corona-Pandemie Unternehmen vor weitreichende Herausforderungen gestellt. Einige Mittelständler haben die Krise nicht überlebt. Andere kämpfen ungebrochen um ihr Bestehen. Jetzt hat das Impfen in Deutschland begonnen. Endlich ist ein Ende der Pandemie in Sicht. Trotzdem werden viele Herausforderungen des vergangenen Jahres auch danach bestehen bleiben.

Wer die Krise als Geschäftsmodell betrachtet, wird sie leichter bewältigen können.

Das Coronavirus hat die Dinge verändert – vom Alltag der Menschen bis hin zu den Erwartungen, die sie an Betriebe stellen. Unternehmen mussten sich an diese Veränderungen anpassen und neue Geschäftsstrategien entwickeln. Alte Wege wurden neu durchdacht und aus der Not heraus Experimente gestartet. Einigen Betrieben ist es gelungen, die Krise als Chance zu nutzen. Wie kann das auch in der Zeit nach der Pandemie gelingen?

Diese gesellschaftlichen Trends müssen Unternehmen nach Corona kennen

Es gibt kaum einen Bereich des Lebens, den die Corona-Pandemie unberührt gelassen hat. Von der Arbeitsumgebung bis hin zur Kundenkommunikation hat sich auch für Unternehmen einiges verändert. Bevorzugte Vertriebswege haben sich gewandelt. Mit dem Tagesablauf der Kundschaft auch die Touchpoints im Hinblick auf den Kundenkontakt. Während und nach Corona müssen Betriebe ihr gesamtes Vertriebs- und Marketing-System neu durchdenken. Weil sich die gesellschaftlichen Werte und Erwartungen verändert haben, braucht es gänzlich neue Kundengewinnungsstrategien. Innovative Ideen und Tools helfen dabei, Kundschaft nachhaltig binden zu können. Abgesehen davon war es selten wichtiger, gesellschaftliche Trends zu kennen und sich danach auszurichten. Drei aktuelle Tendenzen sind hierbei besonders wichtig:

  1. Sinnsuche
  2. Steigende Empathie von VerbraucherInnen
  3. Neue Kreativität aufseiten der Kundschaft

Künftig wird es in der Wirtschaft darum gehen, KundInnen bei der Sinnsuche zu unterstützen. Unternehmen werden ihnen außerdem Raum für eigene Innovationen bieten müssen. Davon abgesehen werden sie der gestiegenen Empathie auf Verbraucherseite nur noch mit Transparenz und deutlich kommunizierten Werten gerecht.

EXTRA: Neuauflage des Marketings – wird sich nach der Krise alles verändern?

1. Kunden bei der Sinnsuche unterstützen

Die Coronakrise hat Menschen auf der ganzen Welt dazu gebracht, ihre Gewohnheiten zu hinterfragen. Was ist sinnvoll, was verzichtbar? Was nötig und was überflüssig? Fragen wie diese haben auf Verbraucherseite eine regelrechte Sinnkrise eingeleitet.

Aufgabe von Unternehmen wird es in den kommenden Monaten sein, bei der Suche nach neuem Sinn zu unterstützen. Theoretisch kann jede Marke als Sinnstifter auftreten. Je mehr eine Marke künftig zu einem sinnvollen Leben beiträgt, desto eher werden sich VerbraucherInnen dafür entscheiden. Das durch die Marke vermittelte Wertesystem spielt für das Sinnelement eine ebenso große Rolle wie das Unternehmensangebot selbst.

2. Steigende Empathie auf Verbraucherseite befriedigen

Während und nach Krisen wie der aktuellen Pandemie entwickeln Menschen neue Wertesysteme.

Das unter anderem deshalb, weil Krisen die Missstände in der Welt oft noch verdeutlichen. Schon vor Corona waren Themen wie der Klimawandel und soziale Ungerechtigkeit vielen VerbraucherInnen wichtig. Megatrends wie Nachhaltigkeit spielten für die Kaufentscheidung vieler KonsumentInnen eine Rolle. Die globale Krise hat diese Tendenzen noch verstärkt. Pandemien wie die aktuelle sind bekanntermaßen eine natürliche Folge von Umweltzerstörung. Werte wie Umweltbewusstsein werden für VerbraucherInnen der Zukunft deshalb eine noch gesteigerte Rolle spielen.

Die Gesundheitskrise hat außerdem auf Missstände im Gesundheitswesen aufmerksam gemacht. So vor allem auf die Niedriglöhne in essenziellen Berufen wie der Krankenpflege. Auch soziale Gerechtigkeit wird daher künftige Kaufentscheidungen beeinflussen. Die Empathie innerhalb der Bevölkerung ist mit den Berichterstattungen nämlich gestiegen. Wenn sich Marken klar für Werte wie diese engagieren, haben sie in und nach der Krise leichteres Spiel.

3. Neuer Kreativität auf Kundenseite Raum geben

Zwei Dinge hat die Coronakrise auf der ganzen Welt gefördert: Innovationsgeist und Kreativität. Jeder Einzelne musste in der Pandemie erfinderisch werden, um nicht unterzugehen. Von Beschäftigungsmöglichkeiten für die von der Schule freigestellten Kinder bis hin zu neuen Wegen für zwischenmenschlichen Kontakt, musste man sich einiges einfallen lassen. Diese neue Kreativität hat die Erwartungen verändert, die VerbraucherInnen an Unternehmensangebote stellen.

EXTRA: Warum Krise und Innovation zusammenpassen

Vor der Krise waren KonsumentInnen vor allem an fertigen Lösungen interessiert. Jetzt sind sie selbst zu ProblemlöserInnen geworden. Folglich sehnen sie sich nach Angeboten, die für ihre eigenen Lösungsansätze beste Bedingungen schaffen. Nicht zwingend muss das durch die angebotenen Produkte selbst passieren. Auch hilfreiche Anleitungen, Tipps und Ratschläge von Unternehmensseite eignen sich dazu.

Paul Juskoviak
Paul Juskoviak schreibt regelmäßig über Themen zu Unternehmertum und Existenzgründung. In Zeiten der Corona-Pandemie legt er zunehmend Wert darauf, aktuelle und zukünftige Veränderungen für Unternehmer und Start-Ups zu beobachten und der Branche Handlungsempfehlungen zu liefern.

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