Purpose entwickeln: So findest du deinen Unternehmenssinn

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Purpose entwickeln: So findest du deinen Unternehmenssinn
© Miguel Á. Padriñán - pexels.com

Kunden und Mitarbeiter wollen heutzutage mehr: Sie wollen wissen, welchen Nutzwert ein Anbieter den Menschen bietet. Dieser Nutzwert, die Existenzberechtigung eines Unternehmens, das Warum heißt im Englischen „Purpose“. Er sichert das Überleben am Markt.

Vielleicht ist sie nur ein Mythos, dennoch zeigt eine kleine Geschichte, welch inspirierende Kraft ein bedeutsamer Purpose haben kann: Als Präsident John F. Kennedy 1962 die NASA besucht, traf er auf eine sehr professionell wirkende Reinigungskraft mit einem Besen. Als er sie neugierig fragt, wofür sie genau verantwortlich sei, antwortet diese: „Ich helfe dabei, Männer auf den Mond und heil wieder zurückzubringen.“

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Der Wunsch nach sinnstiftender Arbeit ist groß. Jeder möchte etwas kreieren und bewirken, um ein sinnvolles Leben zu führen – und nicht, um ein fremdbestimmtes Rädchen im Getriebe der Unternehmen zu sein. So dient ein Corporate Purpose auch dazu, den Mitarbeitern die Sinnhaftigkeit ihres Tuns besser bewusst zu machen.

Gib Menschen Spielraum und Sinn, und sie werden dich in Staunen versetzen: Menschen wollen einen Beitrag leisten und fürchten die Vorstellung, ein bedeutungsloses Leben gelebt zu haben.

Sinnlose Arbeit macht lustlos und krank.

Corporate Purpose: Daseinssinn eines Unternehmens

Wer Großes vollbringen will, muss sich zunächst mit dem Sinn und Zweck seines Unternehmens befassen. Das hat mit den Leitbildern von früher nichts mehr zu tun. Ein Purpose ist nämlich nach außen gerichtet und sagt aus, wie er das Dasein der Menschen verbessert. Klassische Leitbilder hingegen sind nach innen gerichtet, zum Beispiel so: „Wir sind Marktführer in unserer Branche.“

Hingegen sieht sich zum Beispiel Google nicht selbstfokussiert als größter globaler Suchmaschinenbetreiber, sondern „organisiert die Informationen der Welt.“ Amazon will nicht das Kaufportal Nummer eins sein, sondern „die höchste Kundenzufriedenheit der Welt“ erreichen. Tesla versteht sich nicht primär als Autobauer, sondern „treibt den Übergang zu nachhaltiger Energie voran.“

TED versteht sich nicht als namhafter Konferenzanbieter, sondern will „wertvolle Ideen weiterverbreiten“. Der Online-Händler Zappos propagiert: „Deliver happiness and not just shoes.“ „Wertschöpfung durch Wertschätzung“, sagt die Hotelkette Upstalsboom. An solchen Formulierungen erkennt man genau: Es geht nicht darum, wer ein Anbieter ist und was er macht, sondern um den Nutzen, den er in die Welt bringen will.

So findest du deinen Business-Purpose

Mit diesen Fragen näherst du dich deinem eigenen Purpose

  • Was ist die Existenzberechtigung unserer Firma?
  • Was können wir besonders gut und tun wir mit Leidenschaft?
  • Welche Überzeugungen haben wir?
  • Welche Probleme lösen wir?
  • Was nutzen wir unseren Kunden?
  • Wodurch gewinnen wir Top-Talente für uns?
  • Wie entwickeln wir uns weiter?

Steht der Purpose fest, kann er für alle unternehmerischen Entscheidungen als Filter dienen. Er zeigt Führungskräften und Mitarbeitern:

  • welche Rahmenbedingungen adäquat sind – und welche nicht
  • welche Art Vorgehen zu initiieren ist – und welches nicht
  • welchen Typ Mitarbeiter man haben will – und welchen nicht
  • welche Partner eine Bereicherung sind – und welche nicht
  • für welche Kunden man tätig sein will – und für welche nicht

Es ist also auch wichtig, zu definieren, wofür man nicht stehen will.

Ein guter Purpose hat drei wesentliche Faktoren

Idealerweise umfasst der Corporate Purpose eine ökonomische, ökologische und soziale Dimension. Denn die Menschen wollen zunehmend auch wissen:

  • Was ist der Beitrag des Unternehmens für die Gesellschaft und die Welt, so dass unsere gemeinsame Zukunft lebenswert bleibt?

Diese Frage stellt sich vor allem dann, wenn man bei jüngeren, idealistischeren Zielgruppen punkten will.

Wird in diesem Sinne ein attraktiver Corporate Purpose entwickelt und tatsächlich gelebt, entsteht hohe Anziehungskraft. Nach den talentiertesten Mitarbeitern, den interessantesten Partnern, den besten Lieferanten, den flüssigsten Investoren und den hochwertigsten Kunden braucht man dann nicht mehr zu suchen, die finden einen.

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Am Ende ziehen die Besten die Besten magisch an. Guter Profit ist dann das Ergebnis. So ist Profit nie der Purpose per se. Besteht der Purpose hingegen darin, ein drängendes Problem der Menschen zu lösen, an einem besseren „Morgen“ zu tüfteln und die Welt an einer kleinen Stelle zu heilen, dann kann etwas wirklich Großes gelingen. Wo die größten Probleme sind, sind auch die größten Märkte.

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