Das Geschäft mit Vorträgen und Events für Unternehmen

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Erwartungen und Enttäuschungen wachsen

Es gibt erste Sättigungserscheinungen. Kunden und Mitarbeiter haben ja schon viel gesehen, gelesen, trainiert. Die Organisatoren stehen vor der Herausforderung, immer etwas Neues, Besseres, Außergewöhnlicheres zu bieten, damit überhaupt jemand kommt. „Bei Kundenevents ging es bisher um die Vermittlung von Themen und Inhalten, jetzt eher um Unterhaltung. Dort sind wir bald nicht mehr steigerungsfähig. Das Publikum hat schon so viel Ausgefallenes gesehen, was soll noch kommen? Bei der Weiterbildung zählen Tiefgang und Nachhaltigkeit. Dafür benötigt man ein echtes Vertrauensverhältnis zum Referenten und sollte dies nicht zu Gunsten immer neuer Moden und vermeintlicher Trends gefährden. Die Preisentwicklung bei Referenten ist erstaunlich und nicht immer nachvollziehbar“ sagt Uwe Brunotte, Business Development Manager bei der Ostsächsischen Sparkasse Dresden.

Doch auch die Referenten haben so ihre Erfahrungen und beklagen, dass Unternehmen nicht gut vorbereitet sind und nicht genau wissen, was sie wollen und dass der Sparidee oft die Qualität einer Veranstaltung geopfert wird. „Ich wünsche mir mehr Unternehmen, die sich trauen, „anders“ zu denken, das heißt auch, „andere“ Veranstaltungen zu organisieren, mit neuen Titeln, kreativen Orten und innovativerem Catering“ so Gerriet Danz, Kommunikations- und Rhetoriktrainer.

9 goldene Regeln für den Erfolg eines Events

  1. Je unübersichtlicher ein Markt ist, umso genauer gilt es zu klären, was das Ziel ist. Welches Ergebnis wäre das Optimum? Wie sollen die Teilnehmer nach Hause gehen? Mit neuem Wissen, neuen Fähigkeiten, guter Laune oder nachdenklich?
  2. Informiert sein und Erfahrungen zählen. Erfolgreiche Unternehmen buchen nur, wen sie life oder zumindest auf einem aktuellen Video gesehen haben, oder nach einer verlässlichen Empfehlung.
  3. Mitarbeiter- und Kundenevents sind Chefsache. Ein gemeinsamer Topevent bleibt für immer in guter Erinnerung und damit auch der Gastgeber.
  4. Weniger ist mehr. Besser wenige Veranstaltungen top gestalten, als viele durchschnittlich. Der Referent muss gut instruiert sein. Für welche Stimmung soll er sorgen? Was ist seine Rolle? Krönt er als Sahnehäubchen die Fachthemen oder soll er eine Botschaft, für die er steht, transportieren?
  5. Mensch schlägt Thema. Was verspricht der Referent? Wie setzt er/sie es im eigenen Leben um? Menschen sind – zu Recht – besonders kritisch in Sachen Authentizität.
  6. Nicht jeder Top-Experte ist ein Top-Referent. Was hat Priorität? Expertise, Unterhaltung oder Stimmung?
  7. Wer an der falschen Stelle spart, zahlt drauf. Ein Referent, der nicht nur „nett“ ist, sondern begeistern soll, hat seinen Preis. Es ist wie bei allen anderen Investitionen auch: Wer billig kauft, kauft häufig zwei Mal.
  8. Trends setzen statt hinterherlaufen: Inspiration findet sich für neue Themen z. B. bei querdenker.de, der Wirtschaftswoche unter Zukunftstrends, dem Zukunftsinstitut von Matthias Horx und dem Trendbüro von Peter Wippermann, für neue Formate unter innovationsgipfel.de, stefanfraedrich.de und für weibliche Referenten z. B. bei women-speaker-foundation.de, sheboss.de oder femable.de.
  9. Der eigene Spaßfaktor entscheidet. Je mehr der Gastgeber sich für das, was er anbietet, selbst interessiert, umso erfolgreicher wird die Veranstaltung sein.

3 Kommentare

  1. In der Tat, das ist wohl so. Hinzu kommt, dass auch die Themen alle rauf- und runtergenudelt sind. Am erfolgreichsten sind heute die Speaker, die entweder hochspezialisiert sind und Tips für den beruflichen Alltag geben können oder Referenten, die in der Lage sind, ganz ungewöhnliche Verknüpfungen in bekannten Thema herzustellen (Kultur/Business o.ä.). Drittens werden ja die Personen mit einem außergewöhnlichen Lebenswandel gesucht (Weltumsegler, Marathonläufer, Nonnen, Einsiedler…). Unternehmen finden im Markt schon das Richtige. Vielleicht ist es aber auch Aufgabe der Redner selber, die Unternehmen zu beraten und nicht darauf zu warten, dass der Unternehmer Vorgaben macht. In der Regel kann er das nicht, will er das nicht und macht es auch nicht. Und dann kommt eben der tägliche MischMasch raus….

  2. Ein klasse Beitrag!

    Vielen Dank!

    Ich kenne zufällig einige Trainer, da ich in unserem Unternehmen noch das Glück habe geschult zu werden. Viele schmimmen einfach nur so mit, doch es gibt einige die wirklich obenauf sind. Die Gewinner sind wie immer diejenigen die Qualität liefern und nicht einfach nur ihr Programm abspulen.

    Vor allem bei Trainern merkt man sehr schnell ob diese motiviert sind und hinter dem Programm stehen bzw. dafür brennen oder nicht.

    DIe 9 goldenen Regeln finde ich richtig passend.

    Cheers
    Anton

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