Wechsel des Arbeitgebers – Worauf High-Performer wirklich anspringen

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Wechsel des Arbeitgebers - Worauf High-Performer wirklich anspringen
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Der Fachkräftemangel macht sich in nahezu jeder Branche breit – und spielt vor allem denjenigen in die Karten, die sich nach einem neuen Unternehmen umschauen. Selbst ArbeitnehmerInnen, die mit ihrer Position zufrieden sind, ziehen einen Wechsel des Arbeitgebers in Erwägung. Der Grund: Andere Unternehmen bieten attraktivere Konditionen.

„Jedes Unternehmen hat spannende Vorteile und kann High Performer für sich begeistern – wenn man weiß, wie“. In diesem Gastbeitrag wird gezeigt, wie Unternehmen attraktiv für ArbeitnehmerInnen werden.

Das Gehalt ist sekundär

Viele Unternehmen zeigen sich bei der Suche nach Fachkräften durchaus spendabel – und ködern die potenziellen MitarbeiterInnen mit einem satten Gehalt. Doch dieses Vorgehen führt selten zum Erfolg. Einerseits, weil sich leitende Angestellte in der Regel ohnehin bereits einen überdurchschnittlichen Verdienst – 20 Prozent mehr Geld reizen da kaum noch. Andererseits, weil das Gehalt unter Führungskräften nicht das wichtigste Kriterium ist, um sich für einen Wechsel des Arbeitgebers zu entscheiden. Wichtiger ist ihnen mit Blick auf den Verdienst, dass sie im Marktvergleich fair bewertet werden.

Intrapreneure bringen das Unternehmen auf das nächste Level

Intrapreneure, also UnternehmerInnen im Unternehmen, sind in der Regel am Erfolg ihres Arbeitgebers beteiligt. Wer derlei Führungskräfte sucht, muss meist schon beim Recruiting die richtigen Fragen stellen. Abgezielt wird dabei auf den Track-Record der BewerberInnen: Welche Leistungsbilanz haben diese bei früheren beruflichen Stationen vorweisen können, auf welche Hindernisse sind sie dort gestoßen – und wie konnten sie diese Herausforderungen meistern? Je besser sich der/die KandidatIn an erreichten Ergebnissen messen lässt, desto eher kann entschieden werden, ob er eine brauchbare Verstärkung für das Unternehmen darstellt.

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Der Gestaltungsspielraum entscheidet

Doch wenn für die Führungskräfte das Gehalt nur sekundär ist, wie kann es dann gelingen, diese tatsächlich für das Unternehmen zu begeistern? Grundsätzlich wird das Ziel über ein hohes Maß an Autonomie erreicht: Dem/Der BewerberIn wird in Aussicht gestellt, bei seinem neuen Arbeitgeber nicht auf die oftmals starren Strukturen zu treffen, die sich bei vielen Konzernen über die Jahre hinweg etabliert haben – vielmehr kann er mit kurzen Entscheidungswegen und schnellen Abstimmungsschleifen rechnen. Ihm wird ein Gestaltungsspielraum eingeräumt, den er bei vielen Konkurrenten in diesem Umfang kaum vorfinden kann. Somit wird ihm das Vertrauen entgegengebracht, eigenverantwortlich zu agieren.

Ansprüche der jungen Führungskräfte

Darüber hinaus gilt es, die Wünsche und Bedürfnisse der nachfolgenden Generation an leitenden Angestellten zu erkennen – und zu erfüllen. Längst gehört die Work-Life-Balance ebenso dazu wie schnelle Aufstiegsmöglichkeiten. Die Chancen der Weiterbildung und der persönlichen Entwicklung sind den Fachkräften so wichtig wie nie zuvor. Denn sie möchten jeden Stillstand vermeiden. Strenge Hierarchien lehnen sie ab, demgegenüber bevorzugen sie Unternehmensstrukturen, die flexibel auf unterschiedliche Situationen reagieren können. Damit verbunden ist oftmals auch der Wunsch, sich selbst wieder aus der verantwortlichen Position zurückziehen zu können. Im Vordergrund steht somit die Agilität des Arbeitgebers, der auf diese Weise zahlreiche Optionen der Selbstverwirklichung bietet.

Dominik Roth
Dominik Roth ist Headhunter und Partner bei Mercuri Urval – einer global führenden Personalberatung, die in der Vermittlung und Potenzialbeurteilung von Führungskräften spezialisiert ist. Er unterstützt Hidden Champions und Technologieführer aus dem industriellen Mittelstand bei allen Themen rund um Headhunting und Management-Diagnostik. Dominik Roth bringt umfassende Erfahrung aus über 250 Executive Searches und mehreren hundert Executive Assessments mit. Außerdem ist er Host des erfolgreichen Karriere-Podcasts „CEO Career Code“ (auf Apple, Spotify und Google Podcast kostenfrei verfügbar)

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