Gründung: 3 Schritte, mit denen du Vertrauen aufbaust

818
Frauen als Gründerinnen: 7 Herausforderungen
© Anna Shvets – pexels.com

Theoretisch ist der Aufbau eines erfolgreichen Start-ups einfach. Alles, was du tun musst, ist ein Produkt zu bauen, das die Menschen brauchen. In der Praxis kann diese einfache Erfolgsformel für eine Neugründung Hunderte von Fragen aufwerfen, angefangen mit:

Woher weiß ich, was die Menschen brauchen?

Die Realität ist, dass nicht alle UnternehmerInnen bereit sind, diese Frage jetzt schon zu beantworten. Die meisten durchlaufen eine Beobachtungsphase, bevor sie ihre Unternehmungen beginnen. Diese Vorphase ist nicht unbedingt eine Forschungs- oder Ausbildungsphase. Es geht darum, das Leben mit den Augen anderer GründerInnen zu leben. In ihnen zu lesen, sie zu beobachten, wie sie zu träumen und zu fühlen und sich von der unternehmerischen Begeisterung, die uns natürlich zum Handeln drängt, anstecken zu lassen

Wenn du ein Start-up gründen möchtest, dich aber noch nicht bereit dafür fühlst, kannst du einige Schritte unternehmen, die deinem Start-up einen Vorsprung verschaffen, auch wenn du noch keine Gründungsidee hast. Befolgen Sie diese drei Schritte.

1. Unterhalte dich mit jedem, von dem du lernen kannst

Eine der ersten Phasen jeder Gründung ist eine Forschungsphase.

In dieser Phase untersuchst du den Markt und die bestehenden Akteure, um ungenutzte Möglichkeiten zu identifizieren, und beginnst, deine Hypothesen darüber zu bilden, wie du diese Probleme lösen kannst.

Ein Interview mit den Gründern der führenden Startups in deinem Raum ist nicht nur eine Gelegenheit, sich von neuen Erfolgsgeschichten inspirieren zu lassen, sondern auch eine seltene Gelegenheit, potenzielle Konkurrenten über den Markt, die KundInnen und ihre Bedürfnisse zu befragen.

Wenn du den Raum kennst, für den du dich interessierst, legst du eine Liste an und wendest dich an:

  • Lieferanten,
  • Verkäufer,
  • Influencer,
  • Experten,
  • Gründer,
  • also praktisch jeden, von dem du lernen kannst, einschließlich KundInnen.

Selbst wenn du keine Branche im Auge hast, ist es die beste Investition, die du in dieser Forschungs- und Beobachtungsphase tätigen kannst, Unternehmer zu befragen, zu erfahren, wie sie ihre Chancen erkannt und genutzt haben, und sie zu fragen, wie du dasselbe tun könntest.

Jedes Interview ist eine Gelegenheit, eine neue Beziehung aufzubauen und zu pflegen.

Diese Beziehungen werden eine wichtige Rolle bei deiner Unternehmensgründung spielen, ganz gleich, ob du Beratung, Partner, Mitbegründer, Kunden, Empfehlungen, MitarbeiterInnen oder Finanzierung benötigst.

2. Teile deine Reise

Erstelle einen Blog, um die Interviews und die Lektionen, die du dabei gelernt hast, zu veröffentlichen. Der Blog wird dir helfen, ein Publikum aufzubauen. Wenn du deine Werte konsequent teilst, wirst du zu dem Zeitpunkt, an dem du dein Produkt auf den Markt bringst, eine Gruppe von KundInnen und Unterstützern haben, die bereit sind, deine Lösung auszuprobieren und dir dabei zu helfen, die Botschaft zu verbreiten.

Wenn du deine Reise durch einen Blog mit anderen teilst, kannst du auch neue Gesprächspartner erreichen.

Es wird dir helfen, Glaubwürdigkeit und Vertrauen aufzubauen. Noch wichtiger ist, dass du dadurch Rechenschaft ablegen kannst, was dir ein Verantwortungsgefühl gegenüber deinem Publikum und deinen Beziehungen vermittelt. Jedes veröffentlichte Gespräch ist ein Schritt vorwärts. Diese Schritte werden sich schnell zu einem riesigen Sprung nach vorn summieren.

3. Frage deine Community

Mit einem Publikum und zahlreichen Gelegenheiten, es zu interviewen, kannst du Startideen entwickeln und Validierungstests durchführen, bevor du dein Produkt baust. Unabhängig davon, ob du dich an Unternehmen oder Verbraucher wendest, eine Möglichkeit, wie du testen kannst, ob KäuferInnen an deinem Produkt interessiert sind, ist der Vorverkauf deiner Lösung.

Wenn du mit einer Idee oder einem Prototyp an einen Fremden herantrittst und ihn um sein Engagement bittest, wirst du möglicherweise sofort abgelehnt.

Wenn du dich an ein Publikum wendest, mit dem du ohnehin schon in Verbindung stehst, selbst wenn es nicht interessiert ist, wird es sich die Zeit nehmen, sein Feedback und seine Gründe mitzuteilen.

EXTRA: Kundenbindung durch Mehrwert: Wie geht das?

Beachte abschließend, dass die drei oben genannten Schritte, die dir helfen sollen, unternehmerisches Vertrauen aufzubauen, genau das sind, was alle UnternehmerInnen tun müssen, um ein erfolgreiches Start-up aufzubauen. Wenn du den Markt verstehst, mit den wichtigsten Interessengruppen sprichst, Validierungsexperimente durchführst und den KundInnen in die Reise einbeziehst, kannst du ungenutzte Chancen erkennen und verstehen, was die Menschen brauchen.


Dieser Artikel wurde von Abdo Riani auf Englisch verfasst und am 30.09.2020 auf www.forbes.com veröffentlicht. Wir haben ihn für euch übersetzt, damit wir uns mit unseren Lesern zu relevanten Themen austauschen können.

unternehmer.de
unternehmer.de ist das Wissensportal für Fach- und Führungskräfte im Mittelstand, Selbständige, Freiberufler und Existenzgründer.

Kommentiere den Artikel

Bitte gib deinen Kommentar ein!
Bitte gib hier deinen Namen ein

Der Artikel hat dir gefallen? Gib uns einen Kaffee aus!