Digitales Recruiting: Was bringt es dem Mittelstand?

81
Digitales Recruiting: Was bringt es dem Mittelstand?
© Anna Shvets – pexels.com

Mitten in der Corona-Pandemie an Personalbeschaffung oder Digitales Recruiting denken? UnternehmerInnen haben gerade ganz andere Sorgen. Doch der Fach- und Führungskräftemangel hat sich durch die Krise nicht erledigt. Wenn die Wirtschaft wieder in Schwung kommt, wird der Wettbewerb um die besten Talente noch härter.

Deshalb ist jetzt genau der richtige Zeitpunkt, das Recruiting neu aufzustellen. Mit einem digitalen Bewerbungsprozess machen Unternehmen ihre Personalbeschaffung effizienter und positionieren sich als moderne, attraktive Arbeitgeber.

Erfolgsfaktor Candidate Journey

Wenn es um die Frage geht, wie Unternehmen potenzielle ArbeitnehmerInnen überzeugen, ist immer wieder von der Candidate Journey die Rede. Was steckt hinter dem Fachbegriff?

Damit ist der Prozess gemeint, den ein Jobkandidat im Kontakt mit einem Unternehmen durchläuft – von dem Zeitpunkt, wenn er die Stellenanzeige liest, bis zur Einstellung bzw. Absage. Mit digitalen Tools können Personaler die „Reise“ perfektionieren und Jobinteressenten ein exzellentes Bewerbungserlebnis bieten.

Das fängt schon beim ersten Kontakt an:

  • Damit Jobsuchende das Jobangebot überhaupt finden, muss es für Suchmaschinen optimiert sein. Recruiting-Tools unterstützen bei der Auswahl der richtigen Keywords.
  • Text- und Gestaltungsvorlagen helfen, ansprechende Stellenanzeigen zu formulieren.
  • Mit einer einladenden Karriereseite, die automatisch aktualisiert wird, werden BesucherInnen der Unternehmenswebsite über interessante Jobangebote informiert.

Übrigens: Nebenbei entlasten manche Systeme auch die Personalabteilung, indem sie automatisch Stellenanzeigen in kostenlosen Jobbörsen wie der Bundesagentur für Arbeit, Google for Jobs oder eBay Kleinanzeigen veröffentlichen. Das spart viel Arbeit und Geld und erhöht die Reichweite der Personalsuche.

Den Bewerbungsprozess optimieren

Zu einer überzeugenden Candidate Journey gehört auch ein möglichst unkomplizierter Bewerbungsprozess:

  • Ein modernes Online-Bewerbungsportal führt KandidatInnen zeitsparend durch das Verfahren – dank einer mobiloptimierten Website auch auf dem Smartphone. Es lässt sich mit der Stellenanzeige verknüpfen, so dass Interessenten direkt aus der Jobbörse mit der Bewerbung starten können.
  • Digitale Personalauswahl-Tools wie zeitversetzte Videointerviews und Online-Assessments bieten zusätzliche Flexibilität. BewerberInnen sparen sich Reiseaufwand und können den Zeitpunkt für die Auswahlverfahren frei wählen.

Ist die Bewerbung abgeschickt, wollen KandidatInnen zuverlässig und transparent auf dem Laufenden gehalten werden. Ein digitales Bewerbermanagementsystem nimmt Recruitern in der Kommunikation viel Arbeit ab. Automatisierte Statusmeldungen sorgen dafür, dass BewerberInnen zeitnah über alle Bearbeitungsschritte informiert werden. So ist eine wertschätzende Kommunikation sichergestellt, auch wenn in der Personalabteilung mal die Zeit knapp ist.

Ein Tipp: Positive Erfahrungen der BewerberInnen müssen sich herumsprechen. Unternehmen sollten deshalb Online-Bewertungsportale wie Kununu nutzen.

EXTRA: Alles nur Show? Was Personaler von Vertrieblern beim Recruiting lernen können

Vorsprung im Wettbewerb durch effizientes Bewerbermanagement

Ein weiterer wichtiger Faktor im Wettbewerb um die besten Arbeitskräfte ist Geschwindigkeit, denn gute KandidatInnen sind meist nur kurze Zeit auf dem Markt. Ziel eines Besetzungsprozesses sollte sein, dass von der Veröffentlichung der Stellenanzeige bis zur Zusage nicht mehr als sechs Wochen vergehen. Eine sportliche Aufgabe? Nicht, wenn Unternehmen auf effiziente Prozesse und ein professionelles Bewerbermanagementsystem setzen.

Dort werden sämtliche Informationen der KandidatInnen zentral verwaltet. Dank Cloudanbindung haben alle MitarbeiterInnen zeitgleich Zugriff auf die Daten und sind immer auf dem neuesten Stand. Sie können schnell und unkompliziert Bewertungen abgeben und sich über die KandidatInnen austauschen.

Ein weiterer Vorteil: Informationen werden DSGVO-konform abgelegt, sodass sich Personalverantwortliche über den Datenschutz keine Gedanken machen müssen.

Ein Bewerbermanagementsystem rentiert sich auch, wenn nur wenige Stellen im Jahr besetzt werden müssen. Unternehmen sparen damit Zeit und müssen weniger Personal einsetzen. Zudem kann die Personalabteilung das System nutzen, um langfristig einen Kandidatenpool für offene Positionen aufzubauen.

Digitales Recruiting ist kostengünstig und flexibel

Trotz der offensichtlichen Vorteile zögern viele Unternehmen, die Digitalisierung ihrer Personalbeschaffung anzugehen. Gerade im Mittelstand sind veraltete Besetzungsprozesse auf Basis von E-Mail-Bewerbungen noch weit verbreitet.

Doch es gibt keinen Grund, noch länger zu warten. Der Markt bietet inzwischen eine breite Auswahl an digitalen Recruiting-Lösungen. Die Kosten sind überschaubar und in der Regel gibt es keine Vertragsbindung. Auch die Integration in die bestehende IT-Infrastruktur lässt sich leicht bewältigen.

Deshalb sollten Unternehmen frühzeitig auf eine umfassende und nachhaltige Digitalisierung ihrer Recruiting-Prozesse setzen und die Voraussetzungen für einen erfolgreichen Neustart nach der Krise schaffen.

Gabriela Jaecker
Gabriela Jaecker ist Geschäftsführerin und Mitgründerin der CleverMatch GmbH . Der Recruiting Onlineshop ist jedoch nicht die erste erfolgreiche Unternehmensgründung. Mit ihrer gleichnamigen Personal- und Nachfolgeberatung für den Mittelstand und Familienunternehmen ist Gabriela Jaecker schon seit Jahren im Markt aktiv.

Kommentiere den Artikel

Bitte gib deinen Kommentar ein!
Bitte gib hier deinen Namen ein

Der Artikel hat dir gefallen? Gib uns einen Kaffee aus!