10 Tipps für richtig schlechte Pressearbeit

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10 Tipps für richtig schlechte Pressearbeit

Unternehmen und Journalisten sind vielfach wie Wasser und Feuer. Nicht wenige Journalisten sehen die Unternehmen – ob zu Recht oder zu Unrecht – eher als Informationsverhinderer denn als Partner. Manches Unternehmen verwechselt seine Informationsaufgabe mit Werbung – und das kommt in Redaktionen gar nicht gut an.

Wir haben hier einige (nicht ganz so ernst gemeinte) Tipps für dich, wie du richtig schlechte Pressearbeit betreiben kannst und so jeden Redakteur auf die Palme bringst!

1. Fließtext!

Gestalte deine Pressemitteilung wie eine Fließtextanzeige. Da weiß dann jeder Redakteur, dass er als Werbeträger missbraucht werden soll, um Anzeigengeld zu sparen.

2. Promos sind toll!

Gestalte das eigentliche Thema der Pressemitteilung möglichst kurz und stelle dein Unternehmen im vierfachen Umfang dar. „Wir sind die Größten“ ist mit Sicherheit einen Artikel wert.

3. Je mehr, desto besser!

Streue deine Pressemitteilung möglichst breit und schicke sie an alle Ressorts.

4. Passendes Thema? Braucht’s nicht

Schicke deine Pressemitteilung an Medien, die nichts mit dem Thema zu tun haben. Damit zeigst du wunderbar, dass du das angesprochene Fachblatt gar nicht kennst.

5. Nerven hilft!

Rufe den Redakteur an und frage nach, ob die Pressemitteilung auch wohlbehalten angekommen ist und wann mit einer Veröffentlichung zu rechnen ist.

6. Falsch verbunden?!

Rufe den falschen Redakteur aus einem ganz anderen Ressort an und frage, wie unter Punkt 5 genannt, lieber noch einmal nach.

7. Mach dir Freunde!

Lade den Redakteur ein und mache ein Kaffeekränzchen daraus.

8. Arbeite hart (genug)!

Reagiere auf Presseanfragen eher zögerlich, da der Druck des Redaktionsschlusses ja nicht der deine ist und dir die Arbeit eines Redakteurs egal sein kann. Du hast selbst genug zu tun.

9. Mach dich rar!

Schaue bei Interviewanfragen in den Terminkalender und zeige: Hier spricht der Redakteur mit einem wichtigen Macher und da hat er sich gefälligst auch an dessen Terminkalender zu halten.

10. Du bist der Nabel der Welt!

Denke immer daran, bei allem was du tust: Der Journalist will etwas von DIR!

Es geht auch anders …

Jetzt mal Spaß beiseite: Am besten du gehst niemals – aber auch wirklich niemals! – mit einem Redakteur so um. Jeder macht seine Arbeit und versucht sie so gut zu machen, wie nur möglich. Wenn du deine Pressearbeit also gut verpackst, bringt das deinem Unternehmen viel mehr, als wenn du dich nach diesen 10 Punkten verhältst.

Denk immer daran: Am anderen Ende der Leitung oder auch auf der anderen Seite deiner E-Mail, sitzt ein Mensch, der versucht, seinen Job so gut wie nur möglich zu machen. Lege ihm oder ihr keine Steine in den Weg, dann hast du jemanden an deiner Seite, der dein Unternehmen vielleicht in den höchsten Tönen lobt.

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4 Kommentare

  1. Treffend formuliert! Vielen sind ihre Fehler im Umgang mit Journalisten ja gar nicht bewusst. Ergänzend vielleicht noch Punkt 11: Auf einem Belegexemplar bestehen, denn der Journalist hat ja nichts anderes zu tun als nachzuhalten, wer ihm welche Information beschafft hat und diesen dann dafür zu belohnen.

    @Monika – wendet man sich an die Regeln 3 und 4 hält, ist Pressearbeit immer kostenlos. Lediglich in Anzeigenblättern und in bestimmten Zeitschriften, die sich eher als Anzeigenverkaufsplätze denn als Fachzeitschriften verstehen, hat man dieses Problem. Und da muss man dann eben abwägen, ob einem eine Publikation auch Geld wert ist. In Tageszeitungen und Fachjournalen, die sich journalistisch korrekt verhalten, habe ich noch nie für eine Berichterstattung (oder für die meiner Kunden) zahlen müssen.

  2. Vielen Dank für die kleinen Anregungen.
    Die Beurteilung des Niveaus durch meinen androgynen Vorredner kann ich nicht bestätigen. Es hilft doch immerhin, einmal die Perspektive zu wechseln und sich aus seinem Scheuklappen-Glashaus-Elfenbeinturm in andere hineinzuversetzen. Was jeder für sich dann herausnimmt, komisch findet und umsetzt, bleibt einem doch hoffentlich selber überlassen, lieber Fazzy!

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