Nebengeschäfte: So steigerst du Unternehmensumsätze

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Das ein oder andere Unternehmen hat als Folge der Coronapandemie möglicherweise sehr stark unter Umsatzeinbußen zu leiden. Dies kann zahlreiche Gründe haben: Das Kerngeschäft kann aufgrund von pandemiebedingten Restriktionen nicht oder nur noch teilweise ausgeübt werden, durch Lockdowns und Co. gibt es weniger KundInnen oder die Arbeit im gezwungenen Homeoffice funktioniert weniger gut als gedacht. Durch Nebengeschäfte kann unter Umständen aber ein profitabler Nebenzweig zum Kerngeschäft entstehen, der so einen eventuellen Umsatzverlust ausgleichen kann.

Trotz einer globalen Pandemie ist der Umsatz des Einzelhandels gestiegen. Da viele Menschen weniger für Freizeitaktivität oder kulturelle Veranstaltungen ausgaben, war weitaus mehr Geld für Konsumgüter vorhanden. Dieser Umsatzzuwachs des Einzelhandels reflektiert aber nicht die gesamte deutsche Wirtschaft. Denn besonders die Reise- und Tourismusbranche, die gesamte Gastronomie und viele Veranstaltungsdienstleister mussten zwischenzeitlich monatelang ihre Türen schließen. Auch in der Industrie hatten besonders kleine und mittlere Zulieferer mit Stellenabbau und Kurzarbeit zu kämpfen.

Merchandise als kostengünstiger Nebenverdienst

Eine der einfachsten Möglichkeiten für zusätzlichen Umsatz ist das Verkaufen von Merchandise (Merch). Bei gut designtem Merchandise gibt es zudem den Vorteil, dass KundInnen freiwillig Werbung für das eigene Unternehmen tragen. Merch gibt es in allen Formen und Farben, von einem schlichten schwarzen T-Shirt mit Unternehmenslogo bis hinzu Jacken oder Kapuzenpullover mit ausgefallenen Mustern und Sprüchen, die nur entfernt an das eigene Unternehmen erinnern. Viele KundInnen unterstützen ihren Lieblingsimbiss, der aufgrund der Pandemie leider zubleiben muss, liebend gerne durch den Kauf von Merchandise.

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Hinzu kommt, dass sich durch Kooperationen Merch kinderleicht online verkaufen lässt, ohne dass das eigentliche Unternehmen ihn selbst herstellen oder versenden muss. Durch verschiedene Anbieter kann eigener Merch bequem online erstellt werden. Dieser wird dann in entsprechend großen Kapazitäten produziert und kann anschließend über die eigne Plattform oder über den Print-on-Demand Service des Anbieters verkauft werden. So können interessierte Unternehmen Kapuzenpullover, Mützen, Tassen oder sogar Kissen bedrucken lassen. Dadurch entsteht ein bequemer und unkomplizierter Nebenverdienst.

Lieferservice und Onlinehandel

Besonders im Gastronomiebereich hat sich selbst bei gehobenen Gaststätten der Lieferservice als lukratives Nebengeschäft erwiesen. Mittlerweile haben viele Lokale wieder geöffnet, aber die ursprünglichen “Prä-Pandemie-Kapazitäten” werden bislang kaum erreicht. Durch einen Lieferservice kann das eigene Angebot erweitert werden, um so auch KundInnen, die aus verschiedenen Gründen nicht vorbeikommen können, abzuholen. Eine entsprechende Handy-App oder Website, um das Bestellen zu erleichtern, können heutzutage fast schon kinderleicht und mit einem sehr geringen Kostenaufwand erstellt werden. Alternativ reicht auch ein simples Festnetztelefon zum Bestellen. Dann fehlt nur noch ein kleiner Firmenwagen, oder einige Fahrräder in urbanen Gebieten und schon ist der eigene Lieferservice startbereit. Alternativ kann auch mit bereits etablierten Lieferdiensten zusammengearbeitet werden.

Wie bereits angesprochen sollte aber definitiv in eine Website investiert werden, um vom momentan boomenden Onlinehandel zu profitieren. Diesen haben besonders während der Pandemie viele Menschen für sich entdeckt. Wer seine Produkte nicht nur im eigenen Geschäft, sondern auch online ausstellt, kann nicht nur mit einem großen Umsatzwachstum rechnen, sondern auch mit einer profitablen Alternative, falls das Geschäft vor Ort geschlossen bleiben muss.

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Zusätzliche Dienstleistungen

Besonders im Einzelhandel können sich zusätzliche Leistungen für verkaufte Produkte lohnen. So können KundInnen stärker an die eigenen Produkte gebunden werden und man sticht aus der Konkurrenz hervorzustechen. Eigene Versicherungen, Entsorgungsleistungen oder Umtauschprogramme sind schnell und einfach implementiert, können aber bei geringen Mehrkosten zu einem weitaus größeren Absatz sorgen. KundInnen, die auf solche zusätzlichen Leistungen zurückgreifen, kommen wahrscheinlich öfter zu diesem Unternehmen zurück, vorausgesetzt es funktioniert alles korrekt.

Vermieten freier Flächen

Auch wenn Events noch immer eine Rarität sind, kann trotzdem versucht werden, leer stehende Flächen wie Bürogebäude oder Lagerhallen an Interessierte zu vermieten. Besonders bei jungen Leuten sind solche ungewöhnlichen Mietflächen für Festivals sehr beliebt. Und da viele Lagerflächen aufgrund von weltweiten Lieferengpässen momentan sowieso leer stehen, können sie so ganz einfach für etwas anderes genutzt werden. Und für die jeweiligen Unternehmen springt dadurch sogar noch ein gewisser Umsatz heraus.

COVID-Tests anbieten

Wer ein Testzentrum eröffnet bekommt pro durchgeführtem Test Geld vom Gesundheitsministerium. Theoretisch kann jeder ein Testzentrum eröffnen, gesundheitliches Fachwissen ist zur Durchführung von Tests allerdings nicht erforderlich. Seit Mitte Juni ist das erhaltene Geld pro Test gesunken, trotzdem lohnt es sich für einige Unternehmen noch immer finanziell, wenn leer stehende Fazilitäten oder MitarbeiterInnen ohne Aufgaben im eigenen Testzentrum eingesetzt werden.

Neben der diagonalen bzw. lateralen Diversifikation, also dem Anbieten komplett neuer Marken und Dienstleistungen von Unternehmen, bietet sich auch die vertikale Diversifikation an. Hierbei werden Produkte aus einer vor- oder nachgelagerten Produktionsstufe in das eigene Sortiment aufgenommen. Besonders wenn AbnehmerInnen für produzierte Produkte fehlen, kann es sich unter Umständen anbieten, den eigenen Bestand einfach direkt an den Kunden zu verkaufen. Dadurch werden Lieferengpässe umgangen und die Produkte können trotz pandemiebedingter Schwierigkeiten schnell weitergeleitet werden, was besonders bei Just-in-time-Produktion wichtig ist.

Thomas Merten
Thomas Merten ist Experte für Changemanagement und agiert als Berater in Sachen Prozessoptimierung und digitale Transformation. Er hilft sowohl KMU als auch größeren Unternehmen bei der Umsetzung einer Digitalisierungsstrategie und der dabei notwendigen Anpassung und Änderung bestehender Prozesse.

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