Scrum: Die Alternative zum klassischen Projektmanagement

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Die Theorie des Scrum-Managements stellt eine alternative Herangehensweise zum klassischen Projektmanagement dar. Dabei stehen Geschwindigkeit und Agilität sowie die Auffassung, dass ein Entwicklungsprozess nicht vorhersehbar ist, im Vordergrund.  Scrum stellt die Faktoren Kosten, Funktionalität, Zeit und Qualität an die erste Stelle. Dabei sollen kleine Teams in Selbstorganisation für Flexibilität sorgen, während von außen nur eine Zielrichtung vorgegeben wird.

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Fokus auf die Zusammenarbeit im Projektteam

Während das bekannte Projektmanagement versucht, mit klar definierten Strukturen und Meilensteinen zu arbeiten, rückt Scrum die Zusammenarbeit des Projektteams in den Fokus. Hier geht die Organisationsentwicklung einen völlig anderen Weg. Als Alternative zur Befehls-und-Kontroll-Organisation wird auf hochqualifizierte, interdisziplinär zusammengestellte Gruppen gesetzt. Diese bekommen von den Stakeholdern nur das Ziel vorgegeben bekommen, in der Umsetzung haben sie jedoch quasi freie Hand.

Events statt Meetings

Eine weitere Besonderheit stellen die sogenannten Ereignisse oder Events dar. Diese sind von typischen Meetings klar zu unterscheiden, da sie keine typischen Besprechungen darstellen. Vielmehr handelt es sich um die direkte Arbeit an einer Zielerreichung. Alle Ereignisse haben feste Zeitfenster, welche nicht überschritten werden dürfen.

Zu den Events zählt der Sprint, welcher die Implementierung eines additiven, konkreten Etappenziels zur Schaffung eines realen Mehrwerts des Produktes beinhaltet. Zu Beginn eines Arbeitstages steht ein weiteres Ereignis an, der so genannte Daily Scrum. Dieser dauert maximal 15 Minuten und dient dem Zweck des Informationsaustauschs. Es geht hierbei nicht um die Lösung von Problemen, sondern darum, sich einen Überblick über den aktuellen Stand der Arbeit zu verschaffen.

Drei Rollen in Scrum

Der agile Projektmanagementansatz unterscheidet drei Rollen. Dazu zählen der Product Owner, das Entwicklungsteam sowie der Scrum Master.

Der Product Owner ist für die Gestaltung des Produkts beziehungsweise für die Softwarentwicklung verantwortlich. Er tritt somit als Entscheidungsträger für den wirtschaftlichen Erfolg ein.

Das Entwicklungsteam befasst sich mit der konkreten Wegfindung samt Umsetzung und verantwortet die Einhaltung des vereinbarten Qualitätsstandards.

Der Scrum Master sorgt für das passende Rahmenwerk und kümmert sich um die Behebung von Störungen und Hindernissen. Er ist zudem für die nötige Kommunikation zwischen den verschiedenen Rollen zuständig. Dabei kann er als eine Art „dienende Führungskraft“ des Teams gesehen werden, welche den Mitgliedern weder Arbeitsanweisungen gibt, noch disziplinär tätig wird.

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Die Hauptaufgaben liegen in der Einführung des Regelwerks, der Förderung der Zusammenarbeit und der Unterstützung zur Beilegung von Konflikten. Der Scrum Master ist zwar nicht direkt für den Erfolg des Projektes, jedoch für den reibungslosen Ablauf sowie die Beseitigung aller Störungen von außen und innen eintritt. Um als Scrum Master agieren zu können, solltest du zunächst einiges über Scrum lernen, bereits Erfahrung in einem Scrum-Team gesammelt haben und Wissen über agile Methoden mitbringen.

Scrum als Antwort auf den Wunsch nach Flexibilität

Abschließend kann gesagt werden, dass es sich um eine innovative Herangehensweise handelt, welche definitiv das Potential hat, mit Problemen des klassischen Projektmanagements aufzuräumen. Die Ausbildung zum zertifizierten Scrum Master eröffnet dir neue Perspektiven, sowohl persönlich als auch beruflich. Der Ruf nach Flexibilität und Geschwindigkeit im Zuge der fortschreitenden Digitalisierung wird immer lauter. Daher gilt es, den Anschluss nicht zu verlieren.

Gerd Kühn
Gerd Kühn berät seit über zwei Jahrzehnten Unternehmen aus allen Branchen und hat sich den Erfolg seiner Kunden auf die Fahne geschrieben.

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