11 Business-Lektionen: Das hat uns die Geschichte gelehrt

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6. Zuerst horizontal, dann vertikal

Man könnte meinen, Coca-Cola konkurriere in erster Linie mit Pepsi. Hauptsächlich aber konkurriert Coca-Cola mit Abfüllern und Zuckerproduzenten, denn daher stammen die Kosten. Erst wenn du durch organisches Wachstum, Fusionen oder Übernahmen einen bestimmten Marktanteil erreicht hast, dreht sich alles um die vertikale Integration. Mit anderen Worten: Die eigentliche Geschichte des Wettbewerbs ist die Geschichte der horizontalen Integration – die der vertikalen kommt später. Immer in dieser Reihenfolge.

7. Long-Term-Fokus

In den letzten 50 Jahren haben wir den Aufstieg der Kapitalmärkte und ihre Quartalsberichte mitverfolgen können. Die Kapitalmärkte haben den Kurzfristigkeitsgrad erhöht, und das Internet hat uns kurzsichtiger gemacht. Aber wenn wir uns ansehen, wer das Internet heute dominiert, allen voran der Gigant Amazon, dann ist die Ironie klar. Und Amazon ist sicherlich ein Longplayer. Außerdem gibt es viele Beweise dafür, dass langfristig ausgerichtete Unternehmen andere übertreffen.

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8. Balance zwischen Führung und Management

Im Laufe der Geschichte gibt es zahlreiche Beispiele für Unternehmen, die ins Stocken geraten sind, weil sie entweder zu zu stark geführt und zu wenig gemanagt wurden oder umgekehrt. Die Lektion ist, dass es ein Balanceakt ist:

Um als Unternehmen erfolgreich zu sein, musst du in der Lage sein, Leadership und Management in Einklang zu bringen.

Heute befinden wir uns wohl in einer Zeit, in der die Menschen Führung gegenüber Management bevorzugen, vielleicht weil die meisten Unternehmen immer noch übermanagt sind. Das ist ein gefährlicher Weg, denn viele Unternehmen kämpfen immer noch darum, selbst grundlegende Management-Praktiken richtig zu verstehen. Und ohne Zweifel haben diese grundlegenden Praktiken einen sehr großen Einfluss auf die Gesamtleistung.

9. Drei Arten von Führungskräften

Historisch gesehen fallen Führungskräfte in der Regel in eine von drei Kategorien: Die Entrepreneure, die Manager und die Leader. Während Entrepreneure diejenigen Menschen sind, die neue Dinge schaffen, haben die Manager die Gabe, diese Ideen zu strukturieren das volle Potenzial aus ihnen herauszuholen. Dann gibt es noch die Leader: Sie transformieren ein Unternehmen, das seine Energie verliert und sich ändern muss.

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Nur sehr selten kann ein Unternehmer alle drei Dinge auf einmal sein. Der Schlüssel ist zu wissen, in welcher Unternehmensphase man welche Art von Führungskraft braucht.

10. Win-Win ist eine Illusion

Als klassische Win-Win-Situation gilt, wenn etwas sowohl dem Unternehmen als auch der Umwelt zugute kommt – zum Beispiel, wenn ein unbenutztes Hoteltuch nicht in die Wäsche kommt. Allerdings: In größeren Maßstäben ist das Konzept des Win-Win zumeist eine Illusion. In vielen Fällen wird es ein Unternehmen wohl zusätzlich kosten, die Umwelt zu schonen. Dies mag ein Grund dafür sein, dass ein Großteil der konventionellen Unternehmen noch immer wenig Rücksicht auf die Umwelt nimmt.

Mit anderen Worten: Alles hat seinen Preis.

Wenn du denkst, dass du dich in einer Win-Win-Situation befindest, dann bestimmt nur deshalb, weil du noch nicht herausgefunden hast, wer den Preis dafür bezahlen muss.

11. Das Geschäft ist nicht alles

Ein weit verbreiteter Glaube ist, dass maßgeblich Unternehmen den wirtschaftlichen Fortschritt und die Innovation in unserer Gesellschaft vorantreiben. Es ist eine Annahme, die in Frage gestellt werden muss. Der Beweis, ob der Privatsektor innovativer ist als der öffentliche Sektor, ist noch nicht erbracht, und heutzutage geschieht vor allem im gemeinnützigen Bereich viel. Im Übrigen war es immer so, dass die riesigen Geldmengen, die um große Unternehmen herum geschaffen wurden, früher oder später an gemeinnützige Organisationen weitergegeben wurden. Und dort finden im Allgemeinen Dinge statt, die viel bahnbrechender, innovativer und wichtiger sind.

Man kann sogar argumentieren, dass die meisten Unternehmen davon profitieren würden, wenn sie ihre gewinnorientierten Geschäftsmodelle (und die Börse) zurücklassen würden, um gemeinnützige Organisationen zu werden. In dem Moment, da Unternehmen bereits von ihrem „Zweck“ besessen sind und damit Non-Profit-Organisationen nachahmen wollen, wäre es in der Tat ein logischer – und unglaublich kluger – nächster Schritt.


Dieser Artikel wurde von Jonathan Wichmann auf Englisch verfasst und am 10.09.2018 auf www.weforum.org veröffentlicht. Wir haben ihn für euch übersetzt, damit wir uns mit unseren Lesern zu relevanten Themen austauschen können.

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