Das Einstellungsgespräch: So bekommst du die besten Mitarbeiter

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Achte auf Unregelmäßigkeiten und Fehlzeiten

Welche Unregelmäßigkeiten sind ersichtlich:

  • Arbeitsverhältnisse unter 12-15 Monaten
  • Abgebrochene Ausbildung
  • Lücken im Lebenslauf
  • Ortswechsel
  • Branchenwechsel

Zu all diesen Situationen sollte der Bewerber dir eine Erklärung geben können.

Wenn es sich um einen jungen Bewerber handelt, solltest du dich nicht allzu sehr an raschen Jobwechseln innerhalb der ersten Jahre stören. Diese Experimentierphase ist normal, denn junge Leute müssen erst ihren Platz auf dem Arbeitsmarkt und in der Welt finden.

Hinterfrage Fehlzeiten. Frage nach einer Erklärung und stelle die Logik der Antwort in Frage. Fehlende Zeiten können ein Hinweis sein, dass der Bewerber dir etwas verheimlichen möchte.

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Das Einstellungsgespräch: So überzeugst du Top-Kandidaten

Im Vorstellungsgespräch geht es auch darum, dein Unternehmen so gut wie möglich zu präsentieren, damit du die Bewerber, die du für dein Unternehmen gewinnen willst, auch überzeugen. Hier sind ein paar Tipps:

  • Der Einstellungsprozess ist ein Verkaufsprozess. Vermittle den Bewerbern ein überzeugendes Bild von der Firmenkultur, den Werten, Visionen und der Entwicklung deines Unternehmens. Sprich über die Zukunft der Branche und die deines Unternehmens.
  • Gib dem Bewerber eine Beschreibung des Tätigkeitsfelds, der erforderlichen Qualifikationen, der Verantwortlichkeiten und der langfristigen Zielsetzungen an die Hand. Die Stellenbeschreibung ist die Basis dafür.
  • Finde die Vorstellungen und Bedürfnisse des Bewerbers heraus und gehe darauf ein. Zeige dem Kandidaten seine persönlichen Entwicklungsperspektiven in deinem Unternehmen auf. Wie sieht seine Zukunft in deinem Unternehmen aus? Mit wem wird er zusammenarbeiten?
  • Stelle dem Bewerber einen Einarbeitungsplan vor. Dieser erlaubt es ihm, im Geiste mit seiner neuen Aufgabe bereits zu beginnen.
  • Sorge für eine angenehme Gesprächsatmosphäre.

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Die Analyse

Analysiere nach dem Gespräch:

  • Bringt der Bewerber die Fähigkeiten und Kenntnisse mit, die für die Tätigkeit erforderlich sind? Erfüllt er alle Muss-Kriterien? Welche Wunsch-Kriterien erfüllt er darüber hinaus?
  • Ist der Bewerber motiviert, für mein Unternehmen langfristig und erfolgreich tätig zu sein?
  • Passt der Bewerber in das Mitarbeiterteam?
  • Wird der Bewerber sich mit Unternehmenskultur und den –zielen identifizieren können?
  • Entspricht die Tätigkeit den Vorstellungen und Bedürfnissen des Bewerbers? Wird er sich langfristig wohl fühlen?

Nur Bewerber, die dich wirklich überzeugt haben, solltest du zu weiterführenden Gesprächen einladen. Schließlich willst du die Besten bekommen.

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Andreas C. Fürsattel
Der Dipl. Betriebswirt Andreas C. Fürsattel unterstützt und begleitet seit nunmehr 20 Jahren eine Vielzahl von KMU und Franchisesysteme bei deren Unternehmens- und Mitarbeiterentwicklung. Nach beruflichen Stationen als Vertriebsleiter in der Finanzdienstleistungsbranche und kaufmännischer Geschäftsführer einer regionalen Linienfluggesellschaft, ist er seit 2002 Geschäftsführender Gesellschafter von BEITRAINING® International. Im Dezember 2016 erschien sein erstes Buch mit dem Titel "Mitarbeiter im Fokus".

2 Kommentare

  1. Danke für die guten Anregungen, insbesondere für einige der Fragen an den Bewerber, die wir in den nächsten Vorstellungsgesprächen aufgreifen werden.

    In einer Sache würde ich allerdings anders vorgehen. Ich würde die Vorstellung des Unternehmens ans Ende des Interviews stellen. Denn dann kann der Bewerber sich nicht nach diesen Informationen richten und „einem nach dem Mund reden“.

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