Nachhaltig reisen: 4 Tipps für deinen grünen Urlaub

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Nachhaltig reisen: 4 Tipps für deinen grünen Urlaub

Es steht nicht gut um unsere Erde, das hören und lesen wir alle nahezu tagtäglich in den Nachrichten. Wusstest du, dass mehr als die Hälfte (51 Prozent) aller weltweit ausgestoßenen Treibhausgase von der Nutztierhaltung verursacht werden? Die Ernährung lässt sich leicht umstellen, doch vielen stellt sich die Frage, ob sie künftig auch auf ihren heiß geliebten Sommerurlaub verzichten müssen. Passt Reisen und Nachhaltigkeit überhaupt zusammen? Die gute Nachricht: Umweltschutz und Reisen müssen sich nicht zwingend widersprechen. Wir haben 4 Tipps für dich, wie du möglichst nachhaltig reisen kannst.

EXTRA: Nachhaltigkeit: Dirk Gratzel im Experten-Interview

1. Nachhaltige Anreise: CO2-Kompensation

Flugreisen sind unglaublich klimaschädigend, das ist schon lange kein Geheimnis mehr. Die einfachste Lösung hierfür liegt klar auf der Hand. Fliegen solltest du so gut es geht vermeiden, denn ein modernes Flugzeug benötigt etwa 3 Liter Kerosin pro Passagier auf 100 km. Selbst die Anreise mit dem Auto ist da deutlich klimafreundlicher:

Beim Fliegen werden 380 Gramm CO2 pro geflogenem Kilometer pro Person verursacht. Ein modernes Auto kommt hingegen auf rund 150 Gramm CO2 pro Person und Kilometer.

Überlege also vorher gut, ob sich das Reiseziel deiner Wahl nicht etwa auch per Zug oder Fernreisebus erreichen lässt, diese Varianten sind weitaus nachhaltiger. Wenn du das Fliegen aus irgendeinem Grund nicht vermeiden kannst, gib ein paar Euro mehr aus und buche einen Direktflug. Außerdem ist es möglich, deinen eigenen CO2-Ausstoß über verschiedene Organisationen zu kompensieren. So geht’s:

  1. Gib die Flugroute in einen Emissionsrechner deiner Wahl ein, um zu erfahren, welcher Umweltschaden durch den Flug entstanden ist.
  2. Lass dir die Kompensationssumme ausrechnen.
  3. Spende diese errechnete Summe für verschiedene Klimaschutzprojekte, mit denen Projekte zu erneuerbaren Energien in Entwicklungsländern unterstützt werden. Das geht meist direkt auf der entsprechenden Seite deines ausgewählten Emissionsrechners.

Zwar ist der Umweltschaden, der durch das Fliegen entstanden ist dadurch nicht behoben, aber immerhin tust du durch eine CO2-Kompensation etwas gutes. Schließlich setzt du dich dafür ein, dass alternative Ressourcen geschaffen werden und und somit zukünftig weniger Treibhausgase in unsere Atmosphäre gelangen.

Extra-Tipp: Den Emissionsrechner gibt es auch für Kreuzfahrten.

2. Nachhaltige Fortbewegung im Urlaub

Doch nicht nur bei deiner Anreise kannst du deinen ökologischen Fußabdruck verkleinern, auch im Urlaubsland selbst lässt sich das bewerkstelligen. Versuch doch einmal, den Mietwagen stehen zu lassen und stattdessen den Urlaubsort mit den öffentlichen Verkehrsmitteln zu entdecken, um so noch einen besseren Eindruck vom Land und seinen Leuten zu bekommen. Bietet sich das eher weniger an, ist eine Fahrradtour oder eine Wanderung eine gute und vor allen Dingen sehr nachhaltige Möglichkeit, die neue Umgebung zu erkunden.

Extra-Tipp: Wenn es dann aber trotzdem mal das Auto sein muss, frag in deiner Unterkunft nach, ob jemand ebenfalls einen Tagesausflug plant. So kannst du dich vielleicht mit anderen Touristen zusammenschließen, die eine ähnliche Route planen und darüber hinaus neue Leute kennen lernen. Ehe du dich versiehst, werden aus zwei Mietautos eins, die Umwelt wird es dir danken.

3. Vermeide (Plastik-) Müll

Besonders im Urlaub ist es wichtig, darauf zu achten, möglichst wenig Müll zu produzieren, vor allem solchen aus Plastik. Insbesondere in Entwicklungsländern sind Dinge, die wir westlichen Menschen so tun, hoch angesehen. Verhalte dich also so vorbildlich wie möglich und lass deinen Müll nicht einfach auf der Straße oder am Strand liegen. Wenn du vor Ort die Möglichkeit dazu hast, für Aufklärung zu sorgen, erkläre den Einheimischen einfach, wieso du beispielsweise deine Plastikflasche (oder eine fremde Plastikflasche) nicht einfach ins Meer, sondern einen Mülleimer wirfst. So kannst du nachhaltig durch deine Aufklärungsarbeit einen positiven Effekt im Urlaubsland erzielen.

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Da viele Urlaubsländer große Schwierigkeiten mit der Müllentsorgung haben, solltest du dein Bestes geben, Müll zu vermeiden. Verzichte so oft wie möglich auf verpackte Produkte, versuche stattdessen recyclebare Produkte zu wählen. Nimm dir zum Einkaufen eine Stofftasche mit, um unnötige Plastiktüten zu sparen.

Extra-Tipp: Informiere dich im Vorfeld deiner Reise, ob es in deinem Zielland CleanUp Aktionen gibt. Alternativ kannst du einen Local vor Ort fragen. Bei Kampagnen dieser Art kannst du gemeinsam mit anderen Touristen Müll in der Natur aufsammeln und mit gutem Beispiel voran gehen.

4. Regional und saisonal essen

Auch im Urlaub solltest du zu regionalen und saisonalen Lebensmitteln greifen und auf importierte Kost verzichten, denn kurze Transportwege vermindern den Energie- und Rohstoffverbrauch. Versuche auch weltweite Fastfood-Ketten zu meiden und unterstütze stattdessen lieber die kleinen lokalen Unternehmen in deinem Urlaubsort. Denn Großkonzerne kaufen immer mehr Grundstücke auf, was wiederum die Lebensräume anderer Menschen und Tiere zerstört. Außerdem ist es doch viel interessanter und auch sinnvoller, das einheimische Essen kennen zulernen.

Extra-Tipp: Wenn ein Tagesausflug geplant ist und du dich dazu entschließt, ein Lunchpaket mitzunehmen, solltest du zu umweltfreundlichen Verpackungen greifen. Verzichte auf Frischhalte- oder Alufolie und wähle stattdessen wiederverwendbare Alternativen, beispielsweise Lunchboxen aus Glas.

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