Auf dem Weg zur agilen Organisation: 6 Stolperfallen

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Innovativ durch agiles Arbeiten

Auch wenn das Wort Innovation in jeder Firmenbroschüre und jedem Marketing-Text zu finden ist, so sind echte Neuerungen doch ausgesprochen selten. Meist sind die sogenannten Innovationen bei genauerem Hinsehen erstmal nur kleine Verbesserungen und Fortentwicklungen des Bestehenden. Die Seltenheit wirklicher Innovationen ist auch verständlich, denn das Neue kommt nicht ohne massive Geburtswehen in die Welt. Es ist per definitionem unbekannt, sein Erfolg lässt sich daher weder planen noch prognostizieren.

Niemand kann wissen, welche Technologien in den nächsten Jahren aufkommen und wie der Markt sich verändert.

Es ist daher ganz normal, dass die meisten wirklich neuen Ideen und Projekte keine bahnbrechenden Erfolge aufweisen können.

Agile Ansätze bieten eine Möglichkeit, besser mit diesen Unsicherheiten und Unwägbarkeiten umzugehen. Statt auf langfristige Planungen und Prognosen setzen sie auf kurze, iterative Zyklen, in denen der Stand der Entwicklung regelmäßig an der Wirklichkeit geprüft wird. So lassen sich sehr schnell Lernfortschritte erzielen und Sackgassen erkennen. Hindernisse und Fehler können allerdings auch vorschnell zum Abbruch eines Innovationsprojektes führen. Ein gesundes Maß an Vertrauen in die eigene Idee ist nötig, um sich nicht von Anfangsschwierigkeiten und der Skepsis anderer davon abbringen zu lassen.

Laufend testen und die User Experience im Blick behalten

In agilen innovativen Projekten ist es wichtig, frühzeitig die Zielgruppe in die Entwicklung einzubeziehen, für die das jeweilige Produkt oder die Dienstleistung konzipiert wird. Aber auch Kollegen, oder externe Experten können entscheidende Hinweise liefern, etwa wenn es um Funktionalität und Benutzerfreundlichkeit geht.

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Innovationsfördernde Methoden wie Design Thinking zielen deshalb darauf ab, so früh wie möglich ein funktionsfähiges Basisprodukt, das Minimum Viable Products (MVP), zu erstellen, um es einem Test unter möglichst realen Bedingungen unterziehen zu können. Vielen Entwicklerteams fehlt allerdings der Zugang zur eigentlichen Zielgruppe, was diese Tests erschwert. Es empfiehlt sich in solchen Fällen, Kanäle zu nutzen, die im bisherigen klassischen Vertrieb nicht zum Einsatz kamen, etwa Social-Media-Plattformen oder Marktplätze. So kann man nicht nur seine Anwender besser kennenlernen, sondern unter Umständen auch völlig neue Zielgruppen und Distributionswege entdecken.

Mit kleinen Schritten zu großen Veränderungen

Die Transformation eines Unternehmens zur agilen Organisation ist eine Herkulesaufgabe, die nicht von heute auf morgen zu bewältigen ist. Es ist wenig hilfreich, sich dabei durch den Vergleich mit Digitalkonzernen wie Google, Facebook, Netflix oder Spotify unter Druck zu setzen und entmutigen zu lassen. Stattdessen sollten sich traditionelle mittelständische Unternehmen auf ihre Stärken besinnen und den Prozess mit der nötigen Ruhe und einer gesunden Portion Selbstbewusstsein in Angriff nehmen.

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Kleine Schritte, regelmäßige Reflexion und eine offene Kommunikation sowie veränderte Führung sind wesentliche Voraussetzungen dafür, dass aus kleinen Anfängen ganzheitliche und nachhaltige Veränderungen entstehen können.

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