Die Suche nach Mitarbeitern: Unternehmen müssen einen guten Eindruck vermitteln

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Regel 4: über das Vorgehen informieren

Fragt man Stellensucher nach dem Stand ihrer Bewerbungen, antworten sie oft: „Keine Ahnung“. Häufig sind sie nicht einmal sicher, ob ihre Bewerbungsunterlagen ankamen. Denn viele Firmen versenden keine Eingangsbestätigungen mehr, in denen auch kurz das Procedere erläutert wird. Das macht auf Bewerber keinen guten Eindruck.

Ähnlich ist es, wenn nach Bewerbungsgesprächen das weitere Vorgehen in der Schwebe bleibt. Warum nicht mit offenen Karten spielen und zum Beispiel sagen: „Sie sind der erste von vier Bewerbern, die wir eingeladen haben. Haben Sie deshalb bitte circa zwei Wochen Geduld, was unsere Entscheidung angeht. Denn der vierte Bewerber hat erst nächste Woche Zeit.“ Das schafft Vertrauen.

Regel 5: Ankündigungen einhalten

Oft begehen Unternehmen folgenden Fauxpas: Die Fachabteilung sichert einem Bewerber zu, dass er in drei Tagen den Arbeitsvertrag erhält. Sie weiß aber nicht, dass der Zuständige in der Personalabteilung gerade auf einer mehrtägigen Fortbildung ist. Die Folge: Der Arbeitsvertrag trifft erst mehrere Tage später als versprochen ein. Solche „Kleinigkeiten“ führen oft dazu, dass sich Bewerber umentscheiden. Denn wenn Versprechen nicht eingehalten werden, fängt bei ihnen das Gedankenkarrussel an zu kreisen: Spielt das Unternehmen mit gezinkten Karten? Bin ich doch nur zweite Wahl? Und erhält der Bewerber zwischenzeitlich ein anderes attraktives Angebot, dann schlägt er zu.

Informieren Sie Bewerber rechtzeitig über Verzögerungen. Und nennen Sie ihnen plausible Gründe hierfür. Denn meist haben Verzögerungen ganz banale Ursachen. Diese kennt der Bewerber aber nicht. Also beginnt er zu spekulieren und hinterfragt im Extremfall seine Entscheidung.

Regel 6: Kontakt und Beziehung pflegen

Bei Top-Positionen erstreckt sich der Auswahl- und Einstellungsprozess oft über mehrere Monate. Da schadet es nicht, mal zum Telefonhörer zu greifen, um mit den heißen Kandidaten einen Plausch zu führen. Und was spricht dagegen, ihnen mit ein, zwei handschriftlichen Zeilen zum Beispiel die neueste Ausgabe der Mitarbeiterzeitung zu senden? Auch das vermittelt Bewerbern das Gefühl: Ich werde als Person wahrgenommen und bin ein heißer Kandidat.

Den Kontakt halten und pflegen, sollten Unternehmen auch zu guten Bewerbern, denen sie leider eine Absage erteilen mussten – zum Beispiel, weil es mehrere Top-Kandidaten aber nur eine vakante Stelle gab. Denn wer sagt Ihnen, dass Sie in einigen Monaten nicht wieder eine ähnliche Stelle zu besetzen haben. Dann sind Sie froh, wenn Sie ein, zwei Top-Kandidaten „in petto“ haben. Denn das erspart Zeit und Geld.

 

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Alexander Walz
Alexander Walz ist Geschäftsführer der Personal- und Managementberatung Conciliat GmbH, Stuttgart (Tel.: 07 11 / 22 45 18 - 0; E-Mail: Walz.Alexander@conciliat.de).

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