Problemfeld Kommunikation: Wieso Chefs ehrlicher sein müssen

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Wieso Chefs bildlich und ehrlich kommunizieren müssen

Eine Studie bringt es an den Tag: Während die oberste Führungsspitze noch an Strategien und deren Umsetzung glaubt, abteilungsübergreifende Kommunikation und Kooperation sieht und von einer Verbesserung der Arbeitsbedingungen im Unternehmen überzeugt ist, ist bereits die mittlere Führungsebene von dieser Einschätzung weitgehend abgekoppelt.

Die Gründe hierfür sind leicht festzustellen und sehr verbreitet: Abstrakte Kommunikation, sowie ein oft damit einhergehender, wahrgenommener Widerspruch zwischen Wort und Tat. Was helfen würde ist eine bildlichere, ehrlichere Kommunikation von „oben“ nach „unten“.

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In einer Studie, die gemeinsam von dem Business Magazin Harvard Business Manager, der Unternehmensberatung Kienbaum und der Universität der Bundeswehr in München durchgeführt wurde, haben sich 166 Führungskräfte aus Geschäftsführung, dem mittleren Management und des Personalbereichs zu Fragen der Strategie und der Mitarbeiterführung geäußert.

Fehlerhafte Kommunikation der Führungsebenen

Hierbei ergaben sich deutliche Abweichungen etwa in der Beurteilung der erfolgreichen Umsetzung strategischer Ziele zwischen den verschiedenen Führungsebenen. Überraschenderweise waren die Geschäftsführungen durchweg positiver in der Einschätzung als die unteren Managementebenen, was sich nur durch eine fehlerhafte, interne Kommunikation erklären lässt – man spricht offensichtlich nicht die gleiche Sprache.

Heutzutage kommt kein Unternehmen ohne eine strategische Planung aus. Ausgaben, Umsätze, Personal, Marktanteile und sogar Gewinne werden nicht nur für ein Jahr im Detail, sondern für die nächsten 3-5 Jahre im Groben geplant. Der Vertrieb sowie der Service erhalten eine Umsatzplanung, die Beschaffung ein Lagervolumen und diverse Umschlagskennzahlen und die Produktion sowie andere Bereiche ebenfalls zugeschnittene Kennzahlen oder Leistungsgrößen. Und dies sind dann auch die Ziele, die hausintern kommuniziert werden. Leider beschränken sich aber viele Unternehmen auf diese numerische Planung und vermeiden es – bewusst oder unbewusst – diesen Zahlengerüsten auch weitergehende Inhalte zuzuordnen. Ein Unternehmen erfolgreich zu führen besteht aber nicht darin, ein mathematisches Problem zu lösen.

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Bist du kreativ oder malst du nach Zahlen?

Es ist doch vielmehr so, dass jedes noch so gute bzw. gut geführte Unternehmen tatsächlich nur einen sehr begrenzten Einfluss auf die Erreichbarkeit der gesetzten Planzahlen hat. Da kommt plötzlich eine Wirtschaftskrise, ein wichtiger Absatzmarkt wird politisch über Nacht instabil, Rohstoffpreise explodieren etc., und schon gerät das Kennzahlengerüst ins Wanken.

Für die Mitarbeiterführung und Motivation sind rein zahlengetriebene Zielvorgaben wenig geeignet, denn nur die wenigsten Menschen sind ausgesprochene Zahlenmenschen.

Darüber hinaus sind Zahlen nur bedingt geeignet, um auch komplexere, abteilungsübergreifende Aufgabenstellungen, die im Team gelöst werden müssen, zu umschreiben, sondern stützen mehr das Denken in „Schubladen“.

Wenn du den Kollegen in der Maschinenmontage, und selbst in einem so kaufmännischen Bereich wie dem Vertrieb, ein Umsatzziel in Höhe von X Millionen Euro präsentierst, so ist das für viele so abstrakt wie ein Lottogewinn. Und wenn eben nicht der Sechser gezogen (und das Ziel erreicht!) wird, dann hat man halt Pech gehabt. Das ist aber sicherlich nicht die Haltung, die man sich als Unternehmensführung von den Mitarbeitern wünscht, denn es geht schließlich um das aktive Mitwirken, Mitkämpfen zum Erreichen der Ziele. Deshalb solltest du darauf achten, in deiner internen Kommunikation das zu tun, was Präsentationsgurus und Gedächtnistrainer seit Jahren predigen:

Benutze Bilder, Identifikationsmerkmale, nimm die Menschen mit!

Sei kreativ, kommuniziere nicht nur Zahlen, sondern definiere auch die damit zusammenhängenden Inhalte, und achte dabei insbesondere auf solche, die sehr deutlich auch von den Mitarbeitern beeinflusst werden können.

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Werde konkret!

  • Mit welchen Produkten willst du auf welchen Märkten mit welchem Image in drei, in vier, in fünf Jahren präsent sein?
  • Du willst keine Wartezeit mehr in der Montage, weder auf Teile, noch auf technische Unterlagen.
  • Du willst die tausend wichtigsten Ersatzteile innerhalb von 24 Stunden vor Ort beim Kunden anliefern, egal wo er sitzt.

Diese beispielhaften Zieldefinitionen, an deren Erreichung und Problemlösung jeder Mitarbeiter mitwirken kann und soll, sind wichtig, sie müssen realistisch sein und ständig überprüft, angepasst und weiterentwickelt werden, und sie müssen sich wie ein roter Faden im täglichen Austausch untereinander wiederfinden.

Der bekannte Autor Antoine de Saint Exupéry hat sinngemäß einmal gesagt: Wer möchte, dass seine Leute ihm ein gutes Schiff bauen, sollte ein Gefühl von Fernweh in ihnen erzeugen. Und Altbundeskanzler Helmut Schmidt hat einmal bemerkt: Wer Visionen hat, soll den Arzt aufsuchen.

Diese beiden Aussagen setzen die Eckpfeiler, bilden den Rahmen für eine inhaltliche Vertriebs- und Unternehmensplanung. Nach vorne gerichtet, futuristisch-fantasievoll auf der einen Seite, aber nicht zu abgehoben, zu phantastisch auf der anderen. Wer diese Planung sorgfältig ausführt, und konsequent kommuniziert, generiert einen hohen Identifikationsgrad bei den eigenen Mitarbeitern und durch entsprechende externe Kommunikation einen Imagezuwachs am Markt.

Die Ergebnisse misst du natürlich weiterhin mit den vereinbarten Kennzahlen. Wenn du die oben genannten Ratschläge befolgst, werden diese Zahlen zukünftig viel besser aussehen, und in deinem Unternehmen wird über die verschiedenen Hierarchieebenen hinweg mit einer Sprache gesprochen.

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1 Kommentar

  1. Der Artikel enthält wirklich einige sehr gute Denkanstöße. Tatsächlich müssen Führungskräfte die Vision ihres Unternehmens betriebsintern „weiterverkaufen“ – und ein Traum entsteht nun mal nicht durch harte Fakten, sondern durch eine Geschichte.
    Danke für diesen guten Start in den Tag! :)

    Herzliche Grüße, Tanja

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