Speed Networking: Neue Geschäftspartner durch Blinddates

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Speed Networking: Neue Geschäftspartner durch Blinddates
© geralt - pixabay.com

Auf Netzwerktreffen, Events und Einladungen müssen wir zurzeit verzichten. Stattdessen kommunizieren wir vermehrt über die Sozialen Medien, das Telefon, Videocalls, über E-Mails und vernetzen uns online.

Eine interessante Facette dabei ist das Speed Networking, das sowohl live als auch online funktioniert.

Wie funktioniert Speed Networking?

Das Besondere am Speed Networking ist die Struktur der Veranstaltung.

In dem temporeichen Format steht jedem Teilnehmer ein sehr begrenztes Zeitfenster zur Selbstdarstellung zur Verfügung. Ein Moderator leitet die Teilnehmer an und signalisiert ihnen, wann die Zeit um ist und sie sich zum nächsten Gesprächspartner begeben mögen.

Man muss sich also sputen, was nicht bedeutet, in unvollständigen Sätzen oder um so schneller zu sprechen, sondern vielmehr, sich prägnant und interessant vorzustellen, so dass der Gesprächspartner neugierig wird und nachfragt.

Wie präsentierst du dich beim Speed Networking?

Die Gespräche sind aufgrund des kurzen Zeitfensters entsprechend fokussiert, so dass es um spezifische Fragen und Fakten geht. Üblicherweise gehören dazu:

  • Name, ausgeübter Beruf und Position
  • Branche und Portfolio
  • Zielgruppe und Kunden
  • Motivation und Interessen 

Arbeitest du diese Fakten stur ab, entsteht eher eine langweilige, eintönige Präsentation. Viel erfolgsversprechender ist es, sich an den Elevator Pitch anzulehnen.

Betrachten wir dazu nur einmal den ersten Satz: Deinen Vorstellungssatz. In diesem Satz sollte ein Schlüsselwort vorkommen, der sogenannte Anker. Er ist dazu da, aufzuhorchen und sich die Person und/oder das Tätigkeitsfeld zu merken.

Ein Beispiel:

„Guten Abend, mein Name ist Britta, ich bin selbständiger Coach, coache Führungskräfte und Teams und bin auf der Suche nach neuen Auftraggebern“.

Das wird dich vermutlich nicht vom Hocker reißen, noch werde ich so in Erinnerung bleiben. Hingegen beginne ich mit:

„Guten Abend, mein Name ist Britta, ich bin dein Enabler für deine Karriere. Mit „Benimm ist in!“ – mein Label und Buchtitel – mache ich Führungskräfte fit für…“

Spätestens hier brauche ich nicht weiterzureden, da das Wort „Benimm“ sofort eine Reaktion auslöst. Und schon sind wir im Gespräch. Mein Anker, den ich setze, ist also das Wort „Benimm“. Für manche ist es alternativ der „Enabler“.

Ein anderes Beispiel:

„Ich bin Gehirnforscher und habe die Gebrauchsanweisung für dein Oberstübchen“.

Was ist der Anker für dich in diesem Satz? Was lässt dich aufhorchen? Was macht dich neugierig? Was bleibt dir in Erinnerung?

Für mich ist es das Wort „Gebrauchsanweisung“. Es gehört thematisch nicht in diesen Satz, sondern in ein technisches Umfeld. Mein Ansatz wäre zu fragen: Wie funktioniert die Gebrauchsanweisung? Du siehst, ein erster Satz kann die Kriterien erfüllen und schon bist du im Gespräch und im Gedächtnis.

Was passiert nach dem Speed Networking?

Wenn der Austausch fruchtet, die Geschäftsfelder und weitere Fakten zusammenpassen, kannst du die verbleibende Zeit nach dem Speed Networking nutzen, um den Kontakt zu vertiefen. Aber täusche dich nicht: Für Kooperationen, Geschäftsabschlüsse und eine nachhaltige Kundenbindung sind deutlich mehr Anstrengungen in Kauf zu nehmen.

Das Speed Networking soll lediglich den ersten Kontakt vereinfachen und durch den besonderen Rahmen quantitativ fördern. Qualitativ hochwertige Kundenkontakte ergeben sich nicht aus einer Minute Präsentation. Sie erfordern weit mehr Engagement.

Daher reicht ein guter Einstieg allein nicht aus. Damit dein Engagement von Erfolg gekrönt ist, ob nun online oder offline, benötigst du die Beherrschung einiger Soft Skills.

Dazu gehören:

  • Höflichkeit und gute Umgangsformen
  • Diplomatie
  • Wahrnehmung & aktives Zuhören

Hinzu gesellen sich Geduld, Ausdauer und Interesse an den Menschen. Dies sind die Hauptkriterien. Und ebenfalls ganz wichtig ist: GEBEN STATT NEHMEN.

Netzwerken ist nichts für Egoisten. Geben steht hier ganz klar vor dem Nehmen! Das heißt, hilf deinen Kontakten mit Informationen oder kleinen Gefälligkeiten weiter, bevor du eine Gegenleistung erwartest. Netzwerken lebt vom Austausch und der gegenseitigen Unterstützung.

Auch in Zeiten von Social Media und Internet hat das Netzwerken offline nicht an Wichtigkeit verloren. Ganz im Gegenteil suchen immer mehr Menschen den persönlichen Kontakt.

Britta Balogh
Britta Balogh ist seit über 20 Jahren selbstständig. Als Karrierecoach, Speakerin und Autorin unterstützt sie Führungskräfte, die auf ihrem beruflichen Weg vorankommen wollen. Ihr Label lautet ebenso wie der Titel ihres Ratgebers: „Benimm ist in!“ Darin beschreibt sie, wie Business-Etikette, Kommunikation und Soft Skills die Karriere beflügeln. In ihren Blogbeiträgen untersucht sie die Kommunikation in Unternehmen und gibt Hinweise für Führungskräfte und Personalentwickler. Foto: © David Sonntag

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