Wie lokale Unternehmen trotz Inflation Umsätze machen

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Wie lokale Unternehmen trotz Inflation Umsätze machen
© Julien Eichinger - stock.adobe.com

Die Corona-Pandemie, der Klimawandel und die Auswirkungen des russischen Angriffs auf die Ukraine sorgen für eine sinkende Kaufkraft infolge der Inflation. Die Umsätze lokal agierender KMUs drohen einzubrechen. Dagegen ist die Bereitschaft, Geld für Freizeit-Erlebnisse auszugeben, hoch wie nie. Angebotsplattformen können dabei helfen, dieses Potenzial auszuschöpfen.

Darius Rafalski

Der Gang in den Supermarkt oder die Fahrt zur Tankstelle sind für viele in Deutschland momentan mit Bauchschmerzen verbunden. Schuld sind gestiegene Lebensmittel- und Energiepreise, sie haben die Inflation im Juni in Deutschland auf satte 7,6 Prozent getrieben. Das Leben ist schlichtweg teurer geworden, Luxusartikel werden sehr wahrscheinlich seltener im Warenkorb landen. Laut einer aktuellen Umfrage der gewerkschaftsnahen Hans-Böckler-Stiftung plant jede und jeder Zehnte in Deutschland durch die Inflation sogar, „bedeutend weniger“ einkaufen zu wollen.

Geld für Erlebnisse sitzt lockerer als für teure Konsumartikel

Anders dagegen sieht es bei der Freizeitgestaltung aus. Groupon als Online-Marktplatz hat aktuell eine Studie zur Stimmung der Deutschen hinsichtlich der sommerlichen Freizeitaktivitäten erhoben. Nach zwei Jahren sozialer Enthaltsamkeit freuen sich die Menschen auf Unternehmungen und Outdoor-Aktivitäten mit Familie und Freunden. Das Motto: Lieber die Anschaffung des neuen 65-Zoll-Fernsehers verschieben, als zum dritten Mal in Folge keine vernünftige Geburtstagsparty schmeißen zu können.

Genau hier liegt das Potenzial für Unternehmen in der Event- und Reisebranche, im Gastgewerbe und für Erlebnisgutschein-Anbieter. Kleine und mittelständische Unternehmen können ihre Angebote darauf einstellen und dem Verbraucherwunsch entsprechen. Dabei kann Plattform-Marketing helfen: Im Internet gibt es zahlreiche erlebnisorientierte Portale, die Aktivitäten aller Art in Form von rabattierten Gutscheinen vermarkten. Durch diese Portale sind lokale Unternehmen – auch solche ohne überregionale Relevanz – für Kundengruppen sichtbar, für die sie es sonst nicht wären.

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Angebots-Portale ziehen neues Klientel an

KundInnen nutzen derlei Plattformen vor allem, um zu stöbern und sich inspirieren zu lassen, denn durch die Angebote lässt sich die eigene Umgebung neu entdecken: Wer kann schon spontan alle Attraktionen aufzählen, die vor der eigenen Haustür warten? Wer auf Angebotsplattformen bucht, unterstützt nicht nur den lokalen Handel, sondern spart zum anderen Geld durch Rabattaktionen: Oftmals bieten die Portale Deals, die nur dort zu bekommen sind und unsere eigenen internen Daten sagen, dass 80 % der KundInnen ein Partnerunternehmen nicht besucht hätten, wenn sie nicht auf Groupon einen Deal dafür gefunden hätten.

1. Gleiche Zeiträume mit schwacher Nachfrage aus. Du kannst eine konstante Auslastung erreichen, indem du Zeitfenster für die Einlösung der Gutscheine, z.B. unter der Woche, vormittags etc. bestimmst.

2. Fokussiere Dein Marketing auf das großartige Preis-Leistungs-Verhältnis, dass Du zu diesen Randzeiten anbieten kannst.

3. Limitiere die Anzahl der Gutscheine. So stellst Du sicher, dass Du genug Kapazitäten hast, um Gäste mit Gutschein auch bedienen zu können.

4. Nutze für den Anfang eine Plattform, die Dir ermöglicht, selbst auszuprobieren, welches Verhältnis von Rabatt und Marge zu Dir passt.

5. Lass die Welt von deinem Angebot wissen. Nutze Deals als Anlass für einen Social Media Post. In diesem Fall solltest du die Zahl der verfügbaren Gutscheine nicht zu stark limitieren.

6. Nutze Gutschein-Deals selbst. So spart Dein Unternehmen beispielsweise durch den vergünstigten Einkauf von Verbrauchsmaterialien oder professionellen Dienstleistungen.

7. Sorge für ein großartiges Kundenerlebnis und behandle KundInnen mit Rabatt ebenso gut wie diejenigen, die den vollen Preis zahlen – 2 von 5 KundInnen werden danach gerne zu Dir zurückkehren und fast die Hälfte der KundInnen geben vor Ort mehr aus, als ihr ursprünglicher Gutschein wert ist. Das sind also keine Schnäppchenjäger, sondern wertvolle Langzeitkunden, wenn Du Ihnen den Service bietest, den sie suchen.

Fazit

Durch die rabattierten Angebote und die Provision verzichten Partnerunternehmen der Plattformen auf einen Teil ihres Gewinns. Im Gegenzug bekommen sie die Chance, NeukundInnen zu gewinnen und Aufmerksamkeit zu erzeugen. Die Präsenz des eigenen Unternehmens auf einer Deal-Plattform kann also durchaus ein nutzbringender Teil der Marketingstrategie sein.

Darius Rafalski
Head of Sales Germany / Geschäftsführer Groupon Deutschland Vertriebsprofi und Grouponer seit Juli 2011, Ab 2011 Sales Consultant, Ab 2013 City Manager , Ab 2015 Director Sales , Von 2017 bis 2021 aktiv im Betriebsrat, Ab 2017 Senior Director Salesim BD & im Live, Ab 2019 Head of BD, Ab 2021 Head of Sales Germany, Als Sohn polnischer Eltern in Nordrhein-Westfalen aufgewachsen, Studierte auf dem 2. Bildungsweg Maschinenbau, verkaufte Autos und arbeitete sich dann bei Groupon von der Pike auf nach oben, Ist verheiratet, stolzer Hundebesitzer und sammelt teuren Cognac

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