Warum immer weniger im Geldbeutel übrigbleibt

694

Immer mehr Bürger, und vielleicht gehörst du auch dazu, haben das Gefühl, weniger Geld in der Tasche zu haben, obwohl ihre Gehälter steigen. Der deutschen Regierung nach liegt die Inflation jedoch nur bei 1,5-2,5 %. Ist das Leben so viel teurer geworden, oder ist dieses „Gefühl“ letztendlich nur ein Gefühl? Genau dieser Fragestellung widmen wir uns heute und schauen uns drei Fakten genauer an.

1. Kalte Steuerprogression

Die Löhne müssen, und meistens tun sie das auch, regelmäßig steigen, um die Inflation auszugleichen. Dabei gibt es jedoch das Problem, dass mit jedem Euro mehr, den du verdienst, du relativ gesehen zwei Euro mehr Steuern zahlst. Das hat zwei Gründe:

1. Steuerprogression

Jemand, der im Jahr ein niedriges Einkommen hat, zahlt prozentual einen geringeren Steuersatz als jemand mit einem hohen Einkommen.

Bei einem jährlichen Bruttoeinkommen von 9.168 EURO (Stand 2019) hast du einen Einstiegssteuersatz von 14 % und den Höchststeuersatz von 42 % bei einem Einkommen von 55.961 Euro (Stand 2019). Das bedeutet, dass du mit einem höheren Einkommen auch prozentual mehr Steuern zahlst. Deine Steuerlast steigt.

2. Steuerfreibetrag

Es gibt einen Steuerfreibetrag, der von der Regierung in den letzten 20 Jahren immer wieder angepasst worden ist. Jedoch ist die Anpassung zu gering, um die Inflation wirklich auszugleichen. Somit sinkt dein effektiver Steuerfreibetrag jedes Jahr weiter, was dazu führt, dass du mehr Steuern zahlst.

Die Steuern steigen laufend an, ohne dass du es direkt bemerkst.

2. Niedrig- und Nullzinspolitik

Im Moment werden auf Bankguthaben kaum bis keine Zinsen gezahlt. In Deutschland liegt die offizielle Inflation bei 1,5-2,5 %. Das bedeutet, du erhältst keine Zinsen und gleichzeitig steigen die Lebenshaltungskosten. Du kannst somit weniger mit deinem Ersparten kaufen. Die Kaufkraft deines Geldes sinkt und du hast dadurch effektiv jedes Jahr weniger Geld auf deinem Bankkonto.

Buchtipp: Du bist reicher als du denkst

Buchtipp: Du bist reicher als du denkstDie sichere Finanzplanung für alle, die eigentlich nicht planen wollen

Broschiert: 256 Seiten
Erschienen am: 1. April 2019
Preis: 16,99 €

Jetzt auf Amazon ansehen

3. Inflation

Der dritte Grund, warum dein Gefühl, Geld zu verlieren, mehr als nur ein Gefühl ist, ist die Inflation selbst. Wir sprechen nicht von der offiziellen Inflation von 1,5-2,5 %. Viele stellen sich die Frage:

„Wenn damals etwas 2.000 DM gekostet hat, wie viel würde es heute in Euro kosten?“

Du kannst dir diese Frage gerne selbst stellen. 95 % der Teilnehmer antworten, dass es das Gleiche heute in Euro kostet, manche haben sogar das Gefühl es wäre mehr. Das kann mit einer jährlichen Inflation von 1,5-2,5 % nicht übereinstimmen. Die gefühlte Inflation liegt deutlich höher und damit vermutlich auch die wirkliche Inflation.

Die Inflation wird, vereinfacht ausgedrückt, mit Hilfe eines Warenkorbs berechnet. In diesem Warenkorb befinden sich die gängigsten Produkte, die zum Leben benötigt werden. Verglichen wird dann der Preis der Produkte mit den Preisen im Vorjahr und dadurch ergibt sich die Inflationsrate.

Der Warenkorb ist jedoch nicht statisch. Jedes Jahr können Produkte hinzugefügt oder auch herausgenommen werden. Die USA haben eine ähnliche Inflation. Ein Wirtschaftswissenschaftler hat die Berechnungsweise und die Inhalte des Warenkorbs über die letzten Jahre hinweg nicht verändert und eine reale Inflation von 7-8 % ausgerechnet. Sie ist deutlich höher als die offizielle Zahl der Regierung.

Wie Winston Churchill schon gesagt haben soll „Ich traue keiner Statistik, die ich nicht selbst gefälscht habe“, ist bei der offiziellen Inflation Skepsis angebracht. Die Politik wird die reale Inflationsrate nicht preisgeben. Überleg mal, wie die Bevölkerung reagiert, wenn sie realisiert, dass ihr Erspartes jedes Jahr 7-8 % an Wert verliert? Wie würdest du reagieren?

EXTRA: 8 Tipps, um sofort Kosten, Zeit und Nerven zu sparen

Finanzplanung angehen, um Verluste zu vermeiden

Das Gefühl vieler Menschen in der Bevölkerung, weniger Geld zur Verfügung zu haben, ist mehr als nur ein Gefühl.

Die Steuern nehmen zu, die Lebenshaltungskosten steigen stetig an und unser Einkommen und Erspartes verlieren immer weiter an Wert. Es ist Fakt, dass du jedes Jahr weniger Geld zum Leben zur Verfügung hast, obwohl du die gleiche Arbeit leistest.

Daher ist es wichtig, dass du das Thema Finanzen und finanzielle Bildung selbst in die Hand nimmst und nicht in die Hände der Politik und Banken legst. Bilde dich weiter und triff die richtigen Maßnahmen, um dich und dein Vermögen zu schützen.

Was bleibt im Alter?

Disclaimer: Alle Informationen sind nach bestem Wissen und Gewissen zusammengetragen. Dieser Artikel stellt jedoch keine Finanzberatung dar.

Kommentiere den Artikel

Bitte geben Sie Ihren Kommentar ein!
Bitte geben Sie hier Ihren Namen ein