Stichjahr 2020: Facebook führt eigene Kryptowährung Libra ein

1205
Stichjahr 2020: Facebook führt eigene Kryptowährung Libra ein
Bild: Adobe Stock | © ViDi Studio

Facebook plant eine eigene Cyber-Währung – Was an erster Stelle unglaublich klingen mag, soll schon 2020 zur Realität werden: Dann wird Libra an den Start gehen. Mit seiner eigenen Währung möchte Facebook ein weltweit gültiges Zahlungsmittel einführen. Wird Libra das erste globale Geld der Geschichte?

Das Ziel ist soweit klar formuliert: Allen Menschen weltweit soll der gleichen Zugang zu Finanzdienstleistungen gewährt werden, so heißt es auf der Website der Facebook Tochterfirma Calibra. Diese ist dafür zuständig, die Zahlungen in Libra abzuwickeln. Aus diversen Anwendungen heraus soll somit ein schnelles, bequemes und, Facebook zufolge, günstiges Bezahlen ermöglicht werden, auch aus dem Facebook Messenger und Whatsapp.

Was ist Libra?

Libra ist eine Art Kryptowährung, die sich im Grunde mit Bitcoin vergleichen lässt. Beide basieren auf der Verschlüsselungstechnologie der Blockchain. Der große Unterschied besteht jedoch darin, dass Libra durch Absicherungen deutlich stabiler sein soll als die unabhängige Währung Bitcoin, der Kurs wird also nicht so stark schwanken.

Bei Libra handelt es sich um eine so genannte „stable coin“, also eine wertstabile digitale Münze.

Auch wird Libra nicht von den Nutzern selbst erstellt, sondern muss erst bei Mitgliedern der Libra Association oder auf Handelsplattformen erworben werden. Der Wert von Libra soll sich an anderen Währungen orientieren.

Wie funktioniert es?

Sobald Libra an den Start geht, können sich Facebook-User auf der Seite ein so genanntes „Wallet“, also ein Geldkonto anlegen. Diese virtuelle Geldbörse wird unter dem Namen Calibra laufen. In dieses können sich User Geld von Ihrem Bankkonto, über Paypal, Visa oder Mastercard einzahlen und Libras in diese Dienste auszahlen lassen. Während die Einrichtung des Libra-Wallets, sowie die Ein-und Auszahlungen in andere Konten kostenlos sein soll, wird der Konzern für Überweisungen eine Transaktionsgebühr verlangen. Wie hoch diese ausfallen wird, ist bislang nicht bekannt, Libra zufolge soll die Gebühr jedoch „gering und transparent“ sein.

Stichjahr 2020: Facebook führt eigene Kryptowährung Libra ein
(Zum Vergrößern anklicken) Quelle: Facebook

Über die Libra Association

Libra wird eine Art Zentralbank besitzen, die sogenannte Libra Association (LA). Diese soll an Facebooks Stelle das Digitalgeld verwalten, 100 Konzerne und Wohltätigkeitsorganisationen sollen darin einen Sitz haben. Konzernen wird der Zugang mit einer einmaligen Gebühr von zehn Milionen Dollar gewährt. Mit an Bord sind unter anderem Visa, Mastercard, Paypal, aber auch Vodafon und Ebay. Nutzer müssen im Vorfeld Libras erst kaufen und mit ihrer eigenen staatlichen Währung bezahlen. Diese Gelder werden dann anschließend am Aktien- und Anleihenmarkt investiert. Mit diesen Währungsreserven möchte die LA ihren Kunden Sicherheit geben und somit auch ihr Geld verdienen.

Bitcoin-Konkurrent in der Kritik

Bereits jetzt werden kritische Stimmen laut, viele Menschen beschäftigt das Thema Datenschutz. Facebook versichert an der Stelle, dass sie keinen Zugang zu den Transaktionsdaten haben und gegen Betrug vorgehen werden:

„Wir verwenden dieselben Überprüfungs- und Betrugsbekämpfungsverfahren wie Banken und Kreditkarten und verfügen über automatisierte Systeme, die die Aktivitäten proaktiv überwachen, um betrügerisches Verhalten zu erkennen und zu verhindern“

Aufgrund der bereits vorbelasteten Historie fällt es vielen Usern schwer, das zu glauben. Desweiteren fürchten einige den erhöhten Machteinfluss des Großkonzerns, auch die Bundesbank zeigt sich wegen Facebooks Digitalwährung besorgt. Dort ist von weitreichenden Implikationen für die Finanzstabilität die Rede, sollte Libra in größerem Umfang verwendet werden. Ein weltweit führendes soziales Netzwerk mit einer eigenen Kryptowährung, das bisher keiner Finanzaufsicht unterliegt – es bleibt abzuwarten, was das nach sich ziehen wird.

Du willst nichts mehr verpassen?

Kommentiere den Artikel

Bitte gib deinen Kommentar ein!
Bitte gib hier deinen Namen ein