Wettbewerbsvorteil Gender Balance

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Wettbewerbsvorteil Gender Balance
© Jopwell – pexels.com

Was ist Gender Balance? Eine Unternehmenskultur, die modern und attraktiv auf tüchtige MitarbeiterInnen wirkt. Gemeinsam Neues denken. Zukunftsträchtiges auf den Weg bringen. Und dabei die Erträge steigern. Was es dazu braucht? Dialoge auf Augenhöhe. Mutige, selbstbewusste Frauen. Aufgeschlossene, reflektierte Männer. Und vor allem: Eine neue Art des Miteinander.

Wir blicken in eine Zukunft mit einem ausgewogenen Verhältnis von Männern und Frauen in den Führungsetagen. Was wir brauchen, ist eine neue Form der Zusammenarbeit von Mann und Frau. Dazu gilt es, nicht nur die Frauen und ihre Entwicklung im Fokus zu haben, sondern auch die Männer ins Boot zu holen. Doch nicht nur sie, auch die Unternehmen sind am Zug!

Die 3 Eckpfeiler eines erfolgreichen Mindset

Damit alle profitieren können, braucht es eine Einstellung, die auf folgenden Überzeugungen beruht:

  1. Frauen und Männer sind unterschiedlich.
  2. Frauen sind nicht besser als Männer. Männer sind nicht besser als Frauen.
  3. Die Zukunft gehört nicht der Gleichheit sondern der Gleichwertigkeit.

Wie lange sitzen Frauen noch in der Anpassungsfalle?

Frauen wollen gestalten und verändern. Sie sprühen vor Tatendrang und sind innovativ. Sie verfolgen unkonventionelle Ansätze und bringen als Leaderinnen ihre ganze Empathie ein. Wenn ihnen Unternehmen die Möglichkeit bieten, ihre Stärken voll und ganz auszuspielen, dann werden sie zu echten „Vorwärtsbringern“.

Doch zu oft werden sie ausgebremst – die lästigen Bremser heißen verstaubte Regeln, starre Prozesse und undurchlässige Strukturen.

Und hier kommt der Fallstrick vieler Frauen ins Spiel: Das Anpassungs-Gen. Sie wollen es „richtig“ machen und stecken zurück – lieber sich anpassen als kritisiert werden. Das macht auf die Dauer müde und mürbe. Und ja, es drückt den Selbstwert, wenn Frau nur okay ist, wenn sie funktioniert wie ein Mann und die eigenen Qualitäten nicht ausspielen kann.

Natürlich sind auch die Frauen selbst gefordert, eigene Muster zu erkennen und klärende Gespräche zu führen – doch hier sind vorwiegend die Entscheider in Unternehmen am Zug, an einer Kultur auf Augenhöhe zu arbeiten.

EXTRA: Starke Frauen bilden eine starke Wirtschaft

Changing the game – es braucht die Männer

Die Mehrzahl der Frauen kreist noch immer um den eigenen Selbstwert. Das beweisen Umfragen und Studien. Doch wie weit geht die Macht der Frauen, das für sich allein zu ändern? Wie stark müssen Frauen sein, wenn von ihnen verlangt wird, sich an althergebrachte, von Männern erdachte Prozesse und Strukturen anzupassen?

„Du bist dann okay, wenn du so funktionierst wie ein Mann“

So lautet die stets mitschwingende Botschaft an die Frauen.

„Darüber hinaus sollst du auch noch die Wogen glätten, wenn dicke Luft herrscht, die Kunden zufriedenstellen, und und und“.

Selbstwert entsteht, wenn Menschen ihre Stärken einsetzen können und Erfolge aufgrund ihrer Kompetenzen erzielen – andernfalls bleibt die Kraft der Selbstwirksamkeit auf der Strecke. Der Anpassungsdruck hebt nicht gerade den Selbstwert.

Empowerment für Frauen ist nach wie vor richtig und wichtig. Allein reicht das jedoch bei weitem nicht aus, um einen echten Change in Unternehmen herbeizuführen.

Für einen Paradigmenwechsel braucht es die Männer – und die gegenseitige Wertschätzung der jeweiligen Stärken. Die Veränderung in den Köpfen der Männer beginnt gerade. Mixed Leadership auf Augenhöhe bietet unglaubliches Potenzial für die Zukunft, ähnlich den Technologien für einen green deal.

Doch das heißt nicht, die Männer ins Frauenboot zu holen, oder umgekehrt, sondern aus dem vorhandenen ein gemeinsames Boot zu entwickeln und zu bauen. Das bedeutet neben Frauenförderprogrammen etwa auch spezielle Angebote für Männer zu installieren, um sich dann besser gemeinsam weiterentwickeln zu können.

Auch Männer brauchen einen offenen Rahmen, um den Wert einer aus sich selbst heraus motivierten Veränderung für sich selbst zu erkennen. Schließlich muss einiges neu gelernt werden, auf beiden Seiten. Daher brauchen beide ihre Stärkungs- und Reflexionsräume, um schließlich offen und innerlich selbstbewusst aufeinander zugehen zu können.

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Ruth Terink und Richard Schneebauer
Ruth Terink ist Unternehmensberaterin, Wirtschaftscoach und Trainerin. Sie war lange Zeit im Vertrieb und der Personalentwicklung in leitender Position tätig. Diese Expertise kommt ihr heute in ihrer Beratungstätigkeit zugute: Sie begleitet Unternehmen in der Personal- und Führungskräfteentwicklung und trainiert Männer und Frauen in Führung, Kommunikation und Selbstmanagement. Als Lektorin referiert sie an Fachhochschulen zu diesen Themen. Ihr besonderes Engagement gilt den Themenbereichen Mixed Leadership, Frauen in Führung und Karriere und der Generation der Silver Worker. Dr. Richard Schneebauer, „Der Männerkenner“, ist Soziologe und seit 20 Jahren in der Männerberatung des Landes Oberösterreich tätig. Er arbeitet als selbstständiger Coach, Trainer sowie Dozent und berät Unternehmen in Genderfragen. Bereits seine beiden Veröffentlichungen „Männerabend“ (2017) und „Männerherz“ (2020) waren ein voller Erfolg. Als Autor und Vortragsredner will er einen Beitrag leisten zu einem klaren, starken Männerbild und der Frage, wie eine ausgeglichene Beziehung zwischen Mann und Frau gelingen kann.

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