Angriff auf die eigenen Schwächen: Selbstcoaching für junge Selbständige

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Energie-Akku aufladen

Selbstcoaching bedeutet einen ganzheitlichen Entwicklungsgang – der Selbstcoacher berücksichtigt die Ausbalancierung seiner Lebensbereiche. Sicherlich steht für den Gründer derzeit die Existenzgründung im Mittelpunkt, der Beruf, das Geschäft, die Arbeit. Er sollte darüber jedoch nicht die Bereiche Gesundheit, Privatleben/Familie und auch Sinnfindung vergessen. Wiederum ist es zielführend, sich dabei an die handlungsanleitenden Werte zu erinnern.

Und auch, wenn es in der heißen Phase der Gründung und Etablierung als Selbstständiger fast unmöglich scheint: Der Selbstcoacher sollte sich Refugien der Erholung, Muße, Ruhe und Entspannung schaffen und sie regelmäßig nutzen, um den Motivations-Akku aufzuladen. So baut er Kraft für die Bewältigung der Phasen auf, in denen die Anspannung und Belastung enorm hoch ist.

Keine Angst vor Niederlagen

Wer den Sprung in die Selbständigkeit wagt, hat bereits den Beweis erbracht, dass er sich vertraut und an sich glaubt. Die Bewährungsprobe kommt, wenn etwas nicht rund läuft und zum Beispiel eine Verhandlung mit der Bank gescheitert ist. Wichtig ist, sich dieses angebliche Scheitern nicht auf die eigenen Fahnen zu schreiben und sich selbst die Schuld zu geben.

Es gibt genügend Menschen, die Erfolge allem und jedem zuschreiben – nur nicht sich selbst. Bei Misserfolgen jedoch fällt ihnen zuallererst der eigene Namen ein. Ein Selbstcoacher hingegen vergegenwärtigt sich in dieser Situation die eigenen Erfolge und fragt sich: „Was habe ich persönlich mithilfe meiner Leistung und Kompetenz dazu beigetragen?“

Mit anderen Worten: Er lässt es nicht zu, dass ihn ein Rückschritt aus der Bahn wirft: „Der größte Erfolgsverhinderer ist die Angst vor Niederlagen“ – so hat es der Entertainer Stefan Raab gesagt, als er einen speziellen Brausekopf erfand, zum Patent anmeldete und dazu ein Unternehmen gründete.

Vertrauen in die eigenen Stärken erweitern

Wichtig ist zudem, über eine hohe Selbstwirksamkeitserwartung zu verfügen. Was heißt das? Wenn der Gründer dazu tendiert, Erfolge dem Zufall zuzuschreiben und sie nicht in einen Zusammenhang mit der eigenen Leistung zu setzen, ist seine Selbstwirksamkeitserwartung gering. Misserfolge interpretiert er als sein eigenes Versagen. Das ist übrigens ein Grund, warum viele junge Gründer in der Startphase rasch aufgeben – und scheitern.

Die Frage ist also: Wie gelingt es ihm, sich zu einem Menschen mit hoher oder zumindest höherer Selbstwirksamkeitserwartung zu entwickeln? Denn dann ist es ihm möglich, mit Vertrauen in die eigenen Fähigkeiten Probleme zu lösen, Kunden zu begeistern und Mitarbeiter erfolgreich zu führen. Eine Möglichkeit: Der Gründer analysiert als Selbstcoacher seine Erfolge und beantwortet bei jedem Erfolg die Frage: „Was habe ich persönlich mithilfe meiner Leistung und Kompetenz dazu beigetragen?“

Die Konsequenz: Mit jedem Erfolg wächst das Vertrauen in die eigene Kraft. Schließlich können selbst Niederlagen als Erfahrungen verbucht werden, die den Gründer weiter wachsen lassen, seine Selbstwirksamkeitserwartung erhöhen und seine Gestalterkraft weiter ausbauen.

Fazit

Mit jedem Erfolg wächst das Vertrauen des Gründers in die eigene Kraft. Der Selbstcoacher achtet genau darauf, welche persönlich-individuellen Krafträume er aufsuchen muss, um die Motivation aufrecht zu erhalten und die Wertschätzung dem eigenen Ich gegenüber zu erhöhen. Diese Wertschätzung ist die Basis für den Gründungserfolg.

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Stefanie Demann
Stefanie Demann: Selbstcoaching-Expertin, Bestseller-Autorin, Lehrbeauftragte an der Ostfalia Hochschule für angewandte Wissenschaften, zertifizierter Coach an der Henley Business School, Rhetorik-Studium in Tübingen, zehn Jahre Berufserfahrung in der Unternehmenskommunikation. Stefanie Demann bietet Selbstcoaching-Seminare, Trainings, Coaching und Vorträge an.

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