Unsicherheit – ja bitte! So bleiben Sie gelassen!

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Emotionen können Veränderung behindernWirtschaftskrise, Atomkrise oder Staatsüberschuldung – unangenehme Schlagzeilen, die eines gemeinsam haben: Sie verunsichern! Die Geschichte beweist jedoch, Unsicherheit ist Normalität und gehört zum Unternehmensalltag wie Gewinne und Verluste.

Wenn es aber doch so offensichtlich ist, warum hält die Wirtschaft dann weiter an der Illusion von Stabilität und sicheren Zeiten fest? Warum sind Burn-Out-Spezialisten und Entspannungstechniker weiterhin auf steilem Erfolgskurs? Gefangen im kollektiven Jammern lecken viele weiterhin ihre Wunden, die allein erst durchs Lecken entstanden sind.

Es gibt jedoch Unternehmer, die würden an dieser Stelle ihr Veto einlegen, denn sie wissen: Irgendetwas ist immer! Sie machen sich die Unsicherheit deshalb zu Nutze, bleiben gelassen oder blühen in herausfordernden Zeiten erst so richtig auf. Ein Blick hinter diese Gelassenheit verrät, es ist alles eine Frage der inneren Einstellung.

Wer Krisenzeiten ausschließlich als Gefahr wahrnimmt, wird auch nichts anderes als Unsicherheit spüren und entsprechend nach Sicherheit streben. Krisenzeiten sind aber auch Nährboden für positive Veränderung, sie bieten Spielraum für neue Ideen, geben die Möglichkeit neue Märkte zu erkunden und spannende Produkte zu entwickeln. Sie fordern geradezu heraus, den Berufsalltag zu überdenken und die eigene, unternehmerische Abenteuerlust wiederzuentdecken. Krise heißt Veränderung, heißt Herausforderung, heißt zu zeigen, was man drauf hat!

Praxistipps: Von der Angst vor Krisen hin zur Freude über Veränderung

  • Überdenken Sie Ihre eigene Haltung zur Unsicherheit. Wenn Sie weiter auf ein sicheres Morgen hoffen, werden Sie das Heute stets als Belastung erleben.
  • Jeder Mensch braucht Sicherheit in seinem Leben, suchen Sie sich deshalb Stabilität in anderen Lebensbereichen, um beruflich gelassen mit Unsicherheit umgehen zu können.
  • Kultivieren Sie Ihr Bedürfnis nach Veränderung. Unternehmertum ist auch Abenteuer. Lassen Sie sich darauf ein!
  • Zeigen Sie keine falsche Stärke oder Zweckoptimismus. Manchmal müssen Sie das Ruder fest im Griff haben, manchmal ist es aber auch ratsam eigene Schwäche und Ratlosigkeit zu zeigen. Erst dadurch geben Sie Raum für Impulse von Außen.
  • Beschäftigen Sie sich mit Problemlösungsansätzen und Techniken zur Krisenintervention. Werden Sie zum Profi für Unsicherheit und ziehen Sie daraus Kraft und Souveränität.

(Bild: © N Media – Fotolia.de)

2 Kommentare

  1. Sehr geehrter Herr Schmeer,

    Sie sprechen mir aus der Seele, dass Krisen auch immer ein Gewinn sind. Leider fällt es auch mir nicht immer leicht diese Sichtweise „durchzuhalten“. Neulich habe ich hierzu das Buch „How to Stop Worrying and Start Living“ von Dale Carnegie gelesen. Haben Sie noch weitere Buchtips zu diesem Thema und können Sie diese hier veröffentlichen?

    Besten Dank

    C.Goth

    • Lieber Herr Goth,

      Danke für Ihr Feedback!

      Auch Sie sprechen mir damit aus der Seele: stimmt, es ist alles andere als leicht, diese Sichtweise durchzuhalten. Und bevor ich zu den Buchtipps komme, deshalb noch der aus meiner Sicht wichtigste Hinweis: Diese „Rückschläge“ in alte Denkmuster sind einfach mal ein Fakt, unvermeidbar und deshalb auch dazu gehörend!

      Entscheidend ist nur: Wie oft landen Sie im „Worrying“? Wie tief versinken Sie dort? Wie lange hält es an? Und wie ist der Abstand zum nächsten mal? Das sind die Parameter, an denen wir Menschen arbeiten können, am „Wie“ also – aber nicht am „Ob“…

      Hinter all dem steckt im Kern ja das Thema Angst (vor der Veränderung). Und dazu zwei Buchtipps:

      a) Fritz Riemann, Grundformen der Angst. DAS Standardwerk zu dem Thema, wunderbar zu lesen und sehr erhellend.

      b) Von Witzleben / Schwarz: Endlich frei von Angst. Ein sehr schöner praktischer Ratgeber, der auf allen Ebenen deutlich macht, was wir da Gutes für uns tun können.

      Beste Grüße an Sie

      Johannes Schmeer

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