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Reinhold Würth – Schrauben machten ihn zum Milliardär

Wer glaubt, der Handel mit teuren Luxusgütern sei nötig, um eine Stange Geld zu machen, den belehrt Reinhold Würth eines Besseren. Der Unternehmer zählt zu den reichsten Deutschen und hat das dem Verkauf von Schrauben zu verdanken. So sicherten die zylindrischen Metallkörper ihm sein Mega-Vermögen.

Reinhold Würths Karriere: So wurde er zum Schrauben-Milliardär

Reinhold Würth kommt am 20. April 1935 in Künzelsau (Baden-Württemberg) zur Welt. Seine Karriere startet er schon früh. 1954, im Alter von nur 19 Jahren, übernimmt er den Schrauben-Hersteller Würth, das Unternehmen seines verstorbenen Vaters Adolf Würth. Der Hauptsitz bleibt in Künzelsau (Hohenlohekreis) und das Unternehmen expandiert. Mit den Jahren wird es zum internationalen Marktführer in der Befestigungs- und Montagetechnik. Wo es anfangs nur zwei Angestellte gibt, sind heute über 84.000 Mitarbeiter tätig. Das Unternehmen macht laut „WirtschaftsWoche“ fast 20 Milliarden Euro Umsatz. Würths Vermögen wird von „Forbes“ 2023 auf 30,6 Milliarden US-Dollar geschätzt, wodurch er zu den reichsten Personen Deutschlands zählt.

Schrauben-Hersteller Würth ist ein Familienunternehmen

Reinhold Würth hat als Vorsitzender des Stiftungsaufsichtsrats der Würth-Gruppe noch immer das letzte Wort, inzwischen jedoch auch viele Aufgaben verteilt, und zwar an seine Verwandten. Ein Punkt, der das Schrauben-Imperium neben seines großen Erfolgs so besonders macht, ist, dass es sich um ein Familienunternehmen handelt. So fungiert Reinhold Würths Tochter Bettina Würth derzeit als Beiratsvorsitzende, gibt den Posten zukünftig jedoch an ihren Neffen Sebastian Würth ab. Dessen Bruder Benjamin Würth ist inzwischen stellvertretender Vorsitzender des Stiftungsaufsichtsrats und könnte damit künftig der Nachfolger seines Großvaters Reinhold Würth werden. Gegenüber der „Stuttgarter Zeitung“ sagte Reinhold Würth 2019, dass er selbst über „einen Rückzug“ nachdenke. „Ich habe mein Leben dem Unternehmen geopfert“, so der Unternehmer. Über 70 Jahre im Geschäft seien ihm genug. Er denkt dabei auch an seine Gesundheit: „In meinem Alter müssen Sie immer damit rechnen, dass ein Schlaganfall einen Schlussstrich setzt. Ich bin jeden Tag dem lieben Gott dankbar, dass er mir Lebenszeit schenkt.“

Reinhold Würth: Das Geheimnis seiner Unternehmensführung

In einem Interview mit der „WirtschaftsWoche“ nannte Würth einst sein Erfolgsgeheimnis in der Unternehmensführung: Man müsse auf Augenhöhe kommunizieren. Dadurch sei sein Unternehmer „unglaublich solide“, habe eine niedrige Fluktuation von unter 5 Prozent aller Mitarbeiter pro Jahr. „Das heißt: Die Mitarbeiter fühlen sich bei uns wohl. Nie habe ich etwas verlangt, das ich nicht selbst bereit wäre, zu tun. Für mich ist Arroganz die ekelhafteste Eigenschaft, die ein Unternehmer haben kann“, so der heute 88-Jährige. Auch bei seinen Mitarbeitern verurteilt er arrogantes Verhalten, habe dies jedoch schon häufig nach Beförderungen beobachtet. „Meistens steckt dahinter kein böser Wille. Ganz im Gegenteil: Menschen wachsen mit ihren Aufgaben, bekommen eine Beförderung, haben Erfolg und werden dann oft unbemerkt überheblich. Es geschieht auch aus Unsicherheit, dass sie sich dann auf ihre Macht stützten, sie andere spüren lassen“, so der Unternehmer. Er führe in solchen Situation deshalb nicht selten Vieraugengesprächen, um die jeweiligen Personen wieder zu erden. Sie seien ihm dafür häufig dankbar.

Reinhold Würth privat: Er arbeitet und lebt mit seiner Familie

Reinhold Würth ist seit fast sieben Jahrzehnten mit seiner Frau Carmen Würth verheiratet. 1956 gaben sich die beiden das Ja-Wort. Sie haben drei Kinder: Marion Würth (1958), Bettina Würth (1961) und Markus Würth (1965), die wiederum selbst Kinder haben. Wie eingangs erwähnt, sind viele Familienmitglieder an dem Schrauben-Unternehmen beteiligt. Die große Würth-Familie setze sich laut „WirtschaftsWoche“ jedoch nicht nur für Business-Meetings zusammen, sondern treffe sich auch regelmäßig privat für gemeinsame Feiern und Abendessen. Zudem lasse Reinhold Würth seinen Angehörigen gerne Briefe zukommen, obwohl einige von ihnen gleich nebenan wohnten. Er habe ein Faible fürs Schreiben, soll in seinem Leben fast 200.000 Briefe verschickt haben.
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Reinhold Würth im Steckbrief

  • Name: Reinhold Würth
  • Geburtstag und -ort: 20. April 1935 in Künzelsau (Baden-Württemberg)
  • Sternzeichen: Widder
  • Beruf: Unternehmer
  • Ehefrau: Carmen Würth
  • Kinder: Marion Würth (1958), Bettina Würth (1961) und Markus Würth (1965)

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