Statusorientiert Führen: 3 Tipps für Chefs

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Status orientiert Führen: 3 Tipps für Chefs
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Statusorientiert Führen – was bedeutet das? Im Geschäftsalltag begegnen uns immer und überall verschiedenste Statussymbole. Diese sind manchmal sehr präsent und auffällig, manchmal beeinflussen sie uns hingegen eher unterbewusst. Angefangen von dem Firmenfahrzeug, dem eigenen Parkplatz vor dem Bürogebäude, die technische Ausstattung einzelner MitarbeiterInnen und nicht zuletzt das Auftreten einer Person. Das kann das Ansehen sein, die ausstrahlende Autorität durch bspw. die Gangart oder die gewählten Worte beim Kommunizieren, aber auch die hierarchische Position im Unternehmen.

Im Folgenden erhältst du als Führungskraft 3 Tipps, wie du das Thema Status beim Führen deiner MitarbeiterInnen erfolgreich im Unternehmen nutzen kannst.

Zunächst solltest du dir darüber bewusst sein, was genau Status bedeutet, welche Arten von Statussymbolen es gibt und was es bedeutet, statusorientiert zu führen. Nachstehend findest du eine vereinfachte Übersicht über relevante Begrifflichkeiten.

  • Status: Sozialer Status (erarbeitet oder hineingeboren) und Statusverhalten (Rolle ausüben, Sprache, Körpersprache)
  • Statussymbole: Materielle und immaterielle Symbole, das den gesellschaftlichen bzw. sozialen Status seines Besitzers/Trägers zum Ausdruck bringen soll
  • Statusorientierung: Beschreibt das Bestreben, eine wichtige Rolle im sozialen Umfeld und einen vorderen Platz in der sozialen Hierarchie einzunehmen
  • Statusorientiert führen: Den Status in Führungsstrategien nutzen, um MitarbeiterInnen zu motivieren, die Leistung zu steigern und zu belohnen

Bei den materiellen Statussymbolen handelt es sich um physische Dinge, wie beispielsweise das Auto, die Armbanduhr, das Geld oder die Kleidung. Bei den immateriellen Statussymbolen geht es eher um Verantwortung, Anerkennung, Macht oder Ansehen.

Statusorientiert Führen: Erkenntnisse

Durch Dialoge, Befragungen und der Zusammenarbeit mit Führungskräften und Coaches zum Thema statusorientiert Führen können wir folgende Erkenntnisse festhalten:

  • Es ist eine zunehmende Bedeutung von immateriellen Statussymbolen festzustellen
  • Die Vergabe von Statussymbolen steigert die Leistung der MitarbeiterInnen
  • Persönliche Freiheit und die Eigenverantwortung als Status sind hervorzuheben
  • Statusdenken ist gerade bei jungen MitarbeiterInnen stärker ausgeprägt, es gibt keine relevanten Unterschiede zwischen den Geschlechtern.

Handlungsempfehlungen für Führungskräfte

Auf Grundlage unserer Erkenntnisse haben wir für dich die drei wichtigsten Handlungsempfehlungen zusammengestellt, damit du deine MitarbeiterInnen zielgerichtet statusorientiert führen kannst.

1. Einsatz der Statussymbole

Ein gezielter Einsatz produktiver Statussymbole im Führungsalltag erschafft die notwendige Arbeitsatmosphäre, um die geforderten Leistungen forcieren zu können. Produktive Statussymbole sind solche, die einen direkten Einfluss auf die Arbeitsqualität deiner MitarbeiterInnen haben, wie beispielsweise ein leistungsfähiger Laptop oder hochwertiges Werkzeug im Handwerksbetrieb.

Gerade bei jüngeren MitarbeiterInnen solltest du unbedingt darauf achten. Wie bereits erwähnt, gewinnen die immateriellen Statussymbole an Bedeutung. Die Übertragung von Verantwortung und der persönlichen Freiheit solltest du unbedingt deinen MitarbeiterInnen zutrauen. Du wirst mit zufriedenen und produktiven MitarbeiterInnen belohnt werden.

Wähle die Art und den Umfang deiner eingesetzten Statussymbole so aus, dass sie zur bestehenden Unternehmenskultur passen und kommuniziere sie offen in der Belegschaft, um Neid oder Demotivation vorzubeugen.

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2. Durchführung von Mitarbeitergesprächen

Die Beachtung der individuellen Wünsche und Bedürfnisse der MitarbeiterInnen ist bei einer statusorientierten Führungsstrategie essenziell. Mit Hilfe von MitarbeiterInnen-Gespräche kannst du diese individuellen Wünsche und Bedürfnisse herausfinden und diese außerdem dafür nutzen, um Anerkennung und Wertschätzung zu übermitteln und damit den zunehmenden Drang nach immateriellen Statussymbolen befriedigen zu können.

Wie es dir gelingt erfolgreiche MitarbeiterInnen-Gespräche zu führen, siehst du nachfolgend an einem beispielhaften Gesprächsablauf.  

Vorbereitung des Mitarbeitergesprächs

Rückblick auf die Periode seit dem letzten Zielvereinbarungsgespräch vornehmen und Gespräch vorbereiten. In der Praxis hat es sich bewährt, bereits unterjährig eine Art Tagebuch zu führen, in dem wichtige Ereignisse, Projekte o. ä. der MitarbeiterInnen festgehalten werden. Bei einer Vorbereitung des Gesprächs kurze Zeit vorher birgt die Gefahr, dass relevante Ereignisse vergessen werden und nur diejenigen der letzten Tage präsent sind.

Eröffnung des Mitarbeitergesprächs

Freundliche Begrüßung, Hinweis zum Ablauf und Ziel des Gesprächs geben.

Vorschau zur Abteilung und zum Unternehmen

Aktuelle Gesamtsituation des Unternehmens sowie kommende Unternehmens- und Bereichsziele erläutern, künftige Anforderungen an den/die MitarbeiterIn nennen.

Rückschau zum letzten Mitarbeitergespräch

Erfolgsbilanz ziehen, Selbsteinschätzung des Arbeitserfolgs durch den/die MitarbeiterIn und den/die Vorgesetzte/n, Gründe für Zielabweichungen besprechen, Schlussfolgerungen für die nächste Arbeitsperiode ziehen.

Darstellung der Anliegen der Mitarbeiteranliegen und Identifikation von Statussymbolen

Qualifizierungs- und Karrierewünsche des MitarbeitersIn besprechen, Bedenken des MitarbeitersIn besprechen. Hier ist es sinnvoll, darauf zu achten, welche Statussymbole dem/der MitarbeiterIn wichtig sind.

Festlegung von Zielen

Gemeinsam fachliche und persönliche Ziele für die nächste Periode festlegen, notwendige Ressourcen aufführen und diese protokollieren. Wichtig ist dabei, dass die Ziele SMART (Spezifisch, Messbar, Attraktiv, Realistisch, Terminiert) formuliert sind.

Abschluss des Mitarbeitergesprächs

Mitarbeit des/der MitarbeitersIin konstruktiv anerkennen, Würdigung des Gesprächs, höfliche Verabschiedung.

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3. Transparente Karriereplanung

Der hierarchische Status gewinnt an Beliebtheit. Dies ist vor allem auf die einhergehende Personal- und Budgetverantwortung zurückzuführen, die immaterielle Statussymbole nach außen hin sichtbar machen.

Der hierarchische Status bedeutet mehr Geld, kostenlose zur Verfügung gestellte mobile Endgeräte, Entscheidungsfreiheit und ein höheres Ansehen bei KollegInnen. Aufgrund dessen solltest du eine transparente Karriereplanung für deine MitarbeiterInnen als wichtige Führungsmaßnahme einsetzen.

Dabei solltest du zunächst mit Hilfe von MitarbeiterInnen-Gespräche die zukünftigen Ziele oder gewünschten Weiterbildungen bei deinen MitarbeiterInnen erfragen, um anschließend die Karriereziele mit einem Maßnahmenplan zu koordinieren. Stelle dabei sicher, dass die erforderlichen Maßnahmen, Fachkenntnisse oder Soft Skills in einer realistischen Zeitspanne erreicht werden müssen. So kannst du gewährleisten, dass die erstellte Karriereplanung für dich und deine MitarbeiterInnen transparent bleibt und einfach überwacht werden kann. 

Fazit

Das Thema Status ist omnipräsent und wird häufig in der Praxis mit negativen oder oberflächlichen Aspekten in Verbindung gesetzt. Durch den gezielten Einsatz von Statussymbolen beim Führen deiner MitarbeiterInnen kannst du in deinem Unternehmen jedoch Ziele umsetzen, die Zufriedenheit deiner MitarbeiterInnen erhöhen und deren Leistung steigern.

Nutze die Vorteile des Statusdenkens der Menschen und setze die drei gezielten Handlungsempfehlungen als ersten Schritt zum statusorientierten Führen um.

  

Prof. Dr. Maximilian Wolf & Timo Fulde
Prof. Dr. Maximilian Wolf (LinkedIn) ist ein “akademischer Pionier“ im Bereich HR und Organisationsentwicklung. Seine Arbeit manifestiert sich durch den Bau tragfähiger Brücken, um Praxis und Hochschullehre auf dem praktikabelsten Weg miteinander zu verbinden. Als erfahrener Unternehmensberater und Coach involviert er Firmen in aktuelle Fragestellungen. Timo Fulde (LinkedIn) ist ein Masterstudent im Studiengang Unternehmensführung. Sein Interesse an Leadership-Themen zeigt er bei der Mitwirkung von Problemlösungen aktueller Herausforderungen mittelständischer Unternehmen. Durch seine Neugierde und Begeisterungsfähigkeit ist er immer offen für spannende Projekte mit UnternehmerInnen.

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