Hochstapler-Syndrom: 7 Tipps, um Selbstzweifel zu überwinden

492
Hochstapler-Syndrom 7 Tipps, um Selbstzweifel zu überwinden

Hochstapler-Syndrom 7 Tipps, um Selbstzweifel zu überwinden

Du sitzt an deinem Schreibtisch, Augenbrauen gefurcht, fleißig auf der Suche nach einem Marketingplan für ein neues digitales Produkt. Das ist dein Zuständigkeitsbereich. Du liest dir die Strategie durch und gibst Kommentare ab. Du denkst kritisch nach, vielleicht schaffst du damit sogar einen Mehrwert.

Aber in Wirklichkeit bist du dir ziemlich sicher, dass du Ahnung hast, was du da eigentlich tust. Und bald, das weißt du ganz genau, wird dir jemand auf die Schulter klopfen und dich als Betrüger entlarven. Bestimmt wird diese öffentliche Bloßstellung peinlich und hart, aber du wirst es verdienen. Denn was weißt du schon über die Einführung einer neuen digitalen Produktlinie?

Wenn dir das bekannt vorkommt, dann leidest du womöglich – wie viele erfolgreiche Menschen auf der Welt – am Hochstapler-Syndrom.

Das Hochstapler-Syndrom wurde erstmals 1978 durch Sozialpsychologen der Georgia State University etabliert. Es ist ein psychologisches Phänomen, bei dem man davon überzeugt ist, seine Erfolge, Auszeichnungen und Leistungen nicht zu verdienen. Die Selbstzweifel und Angst, aufgedeckt zu werden, können selbst die fähigsten Menschen befallen. Doch das Hochstapler-Syndrom muss dich weder im Privatleben noch in der Arbeit zurückhalten. Hier sind sieben Tipps, um deine negativen Ansichten gegenüber deinen Leistungen zu überwinden:

  1. Du bist kein Übermensch, also erwarte keine übermenschlichen Ergebnisse
  2. Bau dein Selbstvertrauen mit Referenzen und Schulungen auf
  3. Denke stets an deine Gleichgesinnten
  4. Nimm Mentoring in Anspruch und werde Mentor
  5. Definiere Misserfolg und Erfolg im Voraus
  6. Setz dich mit deiner Social-Media-Nutzung auseinander
  7. Denk daran, du bist nicht allein!

1. Du bist kein Übermensch, also erwarte keine übermenschlichen Ergebnisse

Wenn wir uns selbst davon überzeugen, dass wir in etwas überragend sein müssen, ist jedes Ergebnis im Vorfeld schon zum Scheitern verurteilt. Das macht den Teufelfkreis komplett und erlaubt uns weiterhin unsere Fähigkeiten schlecht zu reden. Wenn du ein Projekt oder eine Aufgabe übernimmst, strebe nicht nach Perfektion. Du bist ein Mensch und du wirst in einigen Aufgaben als Sieger und in anderen als Verlierer hervorgehen. Du bist nicht übermenschlich, und du musst nicht in allem gut sein, was du versuchst zu tun.

2. Bau dein Selbstvertrauen mit Referenzen und Schulungen auf

Selbst überqualifizierte Menschen können regelmäßig unter dem Hochstapler-Syndrom leiden. Wenn du also für deine aktuelle Position unterqualifiziert bist, wird dir das bei deinem Umgang mit Betrugsangst und -gefühlen sicherlich nicht helfen. Bau dein Selbstvertrauen mit ein paar Zertifikaten und Schulungen auf. Es ist sehr gut investierte Zeit, um dein Vertrauen in eine bestimmte Qualifikation zu stärken und kann gut für deine berufliche Entwicklung sein. Wenndu von High-Performern umgeben bist, kannst du dir leicht ins Gedächtnis rufen, dass du mithalten kannst.

EXTRA: Selbstwertgefühl stärken: Wie du im Job davon profitierst

3. Denk stets an deine Gleichgesinnten

Oft sind die schlimmsten Fälle mit dem so genannten „Impostor-Syndroms“ High-Performer. Undeperformer neigen für gewöhnlich dazu, sich selbst mehr Spielraum zu geben, wenn sie mit ihrem Scheitern konfrontiert werden. Wenn du unter dem Hochstapler-Syndrom leidest, sollten du dir die Tatsache zu Herzen nehmen, dass du dich in guter Gesellschaft unter einigen Gleichgesinnten befindest.

4. Nimm Mentoring in Anspruch und werde Mentor

Mentoring kann einen äußerst wichtigen Teil des Erfolgs einer Person ausmachen, egal ob jung oder alt. Ein Mentor kann dich daran erinnern, dass du Mehrwert schaffen kannst und deinen Status und deine Referenzen selbst erarbeitet hast. Im Gegensatz zu deinem besten Freund ist ein Mentor nicht immer auf deiner Seite. Er dient vielmehr dazu, dir die wirkliche Wahrheit zu liefern, nachdem er dich in deinem beruflichen Umfeld beobachtet hat.

Eine aktuelle Studie ergab, dass 65% der weiblichen CEOs ihr Potenzial erkannt haben, weil ihnen jemand, wie z.B. ein Mentor, sagte, sie seien zur Position fähig und eben nicht weil sie selbst auf die Idee gekommen sind.

Gleichbedeutend mit der Suche nach einem zuverlässigen Mentor ist die eigene Betreuung jüngerer Mitarbeiter. Du wärst überrascht, wie leicht du das Hochstapler-Syndrom besiegen kannst, indem du dein jüngeres Selbst in einer anderen Person siehst.

5. Definiere Misserfolg und Erfolg im Voraus

Bevor du dein Projekt oder deine Aufgabe als kompletten Misserfolg abtust, solltest du eine Definition von Scheitern parat haben. Wie sieht Misserfolg aus? Wie sieht Erfolg aus? Sei realistisch. Ein erfolgreiches Ergebnis, für das du doppelt so lange gebraucht hast, kann sich wie ein Misserfolg anfühlen. Versuch das Ergebnis anhand der Definition von Erfolg zu beurteilen, die du zu Beginn festgelegt hast.

Unser Buchtipp: Über die Angst, nicht gut genug zu sein

Buchtipp: Und was, wenn alle merken, dass ich gar nichts kann?: Über die Angst, nicht gut genug zu seinUnd was, wenn alle merken, dass ich eigentlich gar nichts kann?

Taschenbuch: 224 Seiten
Erscheinungstermin: 22. Januar 2018
Preis: 16,99 €

Jetzt auf Amazon ansehen

6. Setz dich mit deiner Social-Media-Nutzung auseinander

Das Hochstapler-Syndrom trifft Menschen auch in Bereichen außerhalb der Arbeit. Oft glauben wir beispielsweise, dass wir katastrophale Eltern sind, wenn wir uns die heile Welt auf Social-Media-Kanälen ansehen.

Soziale Medien erfassen oft nicht die Realität. Zuschneiden, filtern, mit Bildunterschriften versehen, und schon fühlen sich andere Menschen in ihrer ungefilterten Unglückseligkeit allein. Der kitische Umgang mit Social-Media-Beiträgen kann dabei helfen, unfaire Vergleiche zu vermeiden, die das Hochtapler-Syndrom verschlimmern.

7. Denk daran, du bist nicht allein!

Das Hochstapler-Syndrom ist ein ernstzunehmendes Problem, das laut einigen Studien regelmäßig eine Mehrheit leistungsstarker Personen betrifft. Es ist wichtig, sich daran zu erinnern, dass man nicht allein ist. Eine Möglichkeit ist es mit Kollegen, Mentoren und sogar Vorgesetzten darüber zu sprechen, wie das Hochstapler-Syndrom deine Arbeit beeinträchtigt. Somit kannst du dich von deiner Angst befreien, plötzlich als Schwindler entdeckt zu werden.

Dieser Artikel wurde von Sandra Slager auf Englisch verfasst und am 13.08.2018 auf www.forbes.com veröffentlicht. Wir haben ihn für euch übersetzt, damit wir uns mit unseren Lesern zu relevanten Themen austauschen können!

Du willst nichts mehr verpassen?

Kommentieren Sie den Artikel

Bitte geben Sie Ihren Kommentar ein!
Bitte geben Sie hier Ihren Namen ein