Positive Psychologie: Anleitung zum Glücklichsein am Arbeitsplatz

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Die Arbeit als Zufluchtsort? Eine Anleitung zum Glücklichsein im Job

Die Arbeit als Zufluchtsort? Eine Anleitung zum Glücklichsein im Job

Welche psychologischen Tricks nutzt du für dich? Oder willst du von dem ganzen Psychokram nichts hören? Ganz egal wie du darüber denkst, Psychologie wirkt trotzdem. Und einen besonders nennenswerten Nutzen hat die Positive Psychologie. Lass dich überraschen, wie du mit kleinen Veränderungen Großes bewirken kannst.

Positive Psychologie vs. positives Denken

Aussagen wie „Du musst einfach nur positiv Denken“ oder ständig mit der rosaroten Brille umherzulaufen hat wenig mit der Positiven Psychologie zu tun. Vielmehr geht es dem Begründer Martin Seligman darum, seine Potenziale zu entfalten und aufzublühen – flourishing nennt er das. Zentrale Faktoren sind dabei:

  • positive Emotionen
  • Sinn
  • Engagement
  • positive Beziehungen

EXTRA: Selbstwertgefühl stärken: Wie du im Job davon profitierst

Seligman wollte herausfinden, was das Leben lebenswert macht. Es gibt inzwischen viele Untersuchungen die belegen, wie die Positive Psychologie zu Wohlbefinden und erfolgreichem Verhalten und somit auch zu optimaler Leistung beitragen kann.

Selbst bei Depressionen konnten mit Hilfe der Positiven Psychologie schon sehr gute Ergebnisse nachgewiesen werden. Im Unterschied zum positiven Denken – bei dem hauptsächlich mit Affirmationen gearbeitet wird – funktioniert die Positive Psychologie auch dann, wenn du nicht daran glaubst.

Was kannst du tun, um im Job aufzublühen?

Glücklich zu sein ist ein innerer Zustand, der u. a. geprägt ist von Wohlbefinden, Zufriedenheit und innerem Frieden – und hängt nur zu 10 % von den Lebensumständen ab. Die Positive Psychologie unterscheidet zwischen Wohlfühlglück und Werteglück.

Unser Wohlfühlglück entsteht mit den schönen Dingen im Leben.

Sei es eine entspannende Wellnessbehandlung, ein schönes Schmuckstück oder vielleicht das neueste Cabrio. Ein Nachteil dabei ist, dass wir uns daran gewöhnen, es immer wieder oder noch mehr davon wollen. Auf Dauer macht uns das nicht glücklich.

Gesellt sich das Werteglück dazu, bekommt das Glück einen verlässlichen Partner.

Das Werteglück entsteht aus einer sinnhaften Tätigkeit, die im Einklang mit unseren Werten ist.

Beobachte dich selbst. Steht dein Tun im Einklang mit deinen Werten? Siehst du einen Sinn in deiner Tätigkeit?

Komm mit deinen Stärken in den Flow

Seligman hat 24 Charakterstärken definiert, die in verschiedensten Kulturen als „Stärke“ oder „Wert“ betrachtet werden. Deine Charakterstärken kannst du unter www.charakterstaerken.org herausfinden.

Such dir selbst Aufgaben, in denen du deine Stärken einsetzen kannst. Definiere einen fixen Zeitraum, in dem du eine dieser Stärken häufiger nutzen, auf neue Weise einsetzen oder mit anderen Stärken kombinierst. Frag dich:

Wie ging es mir dabei? Wie habe ich mich danach gefühlt?

Wenn du deine Stärken vermehrt einsetzt, erhöhst du die Chance auf Flow-Zustände. Flow entsteht in einer Balance zwischen Herausforderungen und Fähigkeiten. Es werden angenehme Gefühle produziert, wir sind leistungsfähig und können jeden Moment des Lebens genießen. Weitere Merkmale des Flow-Zustandes:

  • Im Tun aufgehen
  • es geht leicht
  • die Aufgabe bringt Erfüllung

Beachte: Flow-Zustände merkst du erst im Nachhinein. Im Zustand des Flows ist dir das nicht bewusst.

Welchen „Positivity Ratio“ hast du im Team?

Überwiegen negative Emotionen und Aussagen? Leistungsstarke Teams haben einen Quotienten von 6:1 (positiv zu negativ). Teams mit einem Quotienten von unter 3:1 sind weniger erfolgreich. Einen Test findest du online unter www.positivityratio.com (auf englisch) oder im Buch „Die Macht der guten Gefühle“ von Barbara Fredrickson. Übrigens: In Partnerschaften sollte der „Positivity Ratio“ bei 5:1 liegen.

Wie kannst du den „Positivity Ratio“ erhöhen?

Sorge für eine positive Kommunikation. Eine Möglichkeit ist z. B. aktiv konstruktiv zu kommunizieren: Sende Ich-Botschaften und stellen offene Fragen. Ermuntere deine Kollegen Positives zu erzählen und steige emotional mit ein. Beteilige dich an den positiven Emotionen, freue dich mit, frage nach:

  • Wie hast du das geschafft?
  • Was war besonders schön?
  • Was war es für ein Gefühl?

Teamkultur positiv & anregend gestalten

Sorge mit einer positiven, anregenden Teamkultur für gute Stimmung im Team:

  • Starte Meetings mit einem positiven Wochen- oder Monatsrückblick: Lass dir von deinen Teammitgliedern berichten: Was ist gut gelaufen? Was war schön/positiv? Warum? Wer hat dazu beigetragen?
  • Bring Dankbarkeit in dein Team: Dankbarkeit zu empfinden, bedeutet Beziehungen zu stärken. Fragt euch gegenseitig: Wofür seid ihr dankbar diese Woche, in eurem Beruf etc.

Wenn du etwas beendest, fasse es dankbar zusammen – im Großen wie im Kleinen. Bedanke dich dafür, wenn du ein Projekt gut beendet hast, du eine neue Erfahrung gemacht hast oder du einfach gut zu Hause angekommen bist. Es gibt viele Möglichkeiten sich für „ein gutes Ende“ zu bedanken.

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Pausen nutzen: Spaziergang mit Genuss

Mach einen Genussspaziergang. Ob zwischen deinen Terminen, in der Mittagspause oder am Abend. Lenke deine Aufmerksamkeit auf das Positive – mit allen Sinnen – sei  ganz in der Gegenwart: Erinnerst du dich an positive Gefühle, einen sinnlichen Genuss, schau in die Natur oder bleib einfach einen Moment stehen und bewundere den Himmel.

Du kannst deine täglichen Wege zu „Genussspaziergängen“ nutzen. Selbst wenn du von einem Meeting zum anderen Meeting gehst. Halte einen Moment inne und richten deine Aufmerksamkeit auf positive Dinge, die dir unterwegs „über den Weg laufen“. Erzähl deinen Kollegen davon!

Probier einfach die verschiedenen Übungen aus und finde das Passende für dich. Es gibt nicht die beste Übung. Es sind kleine Bausteine, die wunderbar ineinandergreifen. Lass dich überraschen und sei offen für neue Erfahrungen.

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