Richtig Karriere machen – raus aus der Komfortzone!

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Die gute Nachricht – der Arbeitsmarkt hat sich vom Arbeitgebermarkt zum Arbeitnehmermarkt gewandelt und dies schneller als erwartet. Gut für wen? Gut für die Arbeitnehmer, schlecht für die Arbeitgeber? Die Machtverhältnisse haben sich gedreht. Die Rahmenbedingungen für Karriereschritte sind gut. Können wir nun alle aufatmen und entspannt in die berufliche Zukunft schauen? Nein, natürlich nicht. Karriere zu machen ist schwieriger geworden!

Vom Arbeitnehmer zum Arbeits- und Lebensunternehmer

Der erste und wichtigste Lernschritt für jeden, der an seiner Karriere arbeitet, ist „Das Prinzip Selbstverantwortung“, um mit einem Buchtitel von Reinhard K. Sprenger zu sprechen. Die Verantwortung für den beruflichen Werdegang obliegt jedem Menschen selbst. Diese Erkenntnis scheint trivial, wird aber über weite Strecken noch nicht gelebt. Diverse Studien belegen eine zunehmende Illoyalität, hohe Wechselbereitschaft, geringe emotionale Bindung oder Unzufriedenheit. Gelebt wird nach dem Motto: Abwarten – solange mir keiner ein besseres Angebot macht, bleibe ich in der Deckung und leide vor mich hin. Ein proaktives, eigenverantwortliches Karrieremanagement ist eher die Ausnahme. Karriereplanung liegt nicht nur in der Verantwortung eines jeden Einzelnen, sondern ist auch eine umfassende und lebenslange Aufgabe, die Arbeit, Zeit und Geld kostet.

Was ist Karriere?

In Deutschland verbinden die meisten Menschen mit dem Begriff Karriere mehr Geld, mehr Mitarbeiter, mehr Macht, mehr Statussymbole, mehr Prestige oder Aufstieg in der Hierarchie. In meiner langjährigen Beratungspraxis fällt mir immer wieder auf, dass das Verständnis von Karriere im wirklichen Leben viel facettenreicher ist. Immer häufiger spielen Werte wie Familie, Freizeit, Freude, Identifikation und Work-Life-Balance eine Rolle. Darüber hinaus verändert sich auch bei jedem Einzelnen im Verlauf des Lebens und in Abhängigkeit von der Lebenssituation die Definition von Karriere. Mit 25, 35 oder 45 definiert man Karriere anders als mit 55 Jahren. Entscheidend ist, dass jeder für sich Klarheit darüber gewinnt, was in Bezug auf die aktuelle Lebenssituation Karriere für ihn ganz persönlich bedeutet.

In welcher Weise haben sich die Rahmenbedingungen verändert?

  • Die Anzahl der beruflichen Stationen nimmt dramatisch zu. Ich selbst habe in meinem Berufsleben in 14 Funktionen für 9 Firmen gearbeitet und bin 8-mal umgezogen. Aktuelle Prognosen sagen voraus, dass junge Menschen in Ihrem Erwerbsleben mindestens 22 Funktionen in 3 Berufen ausüben werden. All diese beruflichen Übergänge müssen organisiert und gelebt werden. Dies kostet Zeit, Energie und Geld.
  • Schon heute begegnen mir in der Karriereberatung immer häufiger Menschen, die im klassischen Sinne keinen Beruf haben. Die Arbeitswelt lässt sich nicht mehr in Bäcker, Schuster und Banker einteilen. In der Regel übernimmt man bestimmte Aufgabenstellungen, die sich im Zeitverlauf ändern, man geht in Projekte, meistert Krisen. Die dabei erbrachten Leistungen empfehlen Sie wieder für neue Aufgaben. Schon nach 3-5 Jahren hat sich eine Kombination von Erfahrungen, Kompetenzen und Leistungen entwickelt, für die es gar keine Berufsbezeichnung gibt – und häufig auch keinen Job-Titel.
  • Die Lebensarbeitszeit nimmt zu. Begriffe wie Früh-Pensionierung, Altersteilzeit oder vorgezogene Rente gehören der Vergangenheit an. Zukünftig wird man länger als bis 65 arbeiten, möglicherweise bis 70 und darüber hinaus. Dies können die Menschen, weil sie im Alter noch leistungsfähig sind. Viele müssen es aus wirtschaftlichen Gründen. Auch unter volkswirtschaftlichen Gesichtspunkten wird dies notwendig. Inhaltlich und zeitlich wird die Arbeit diesem Lebensabschnitt angepasst werden müssen. Allemal ist es notwendig, sich auf diesen Lebensabschnitt vorzubereiten und zu planen.
  • Kaminkarrieren, die sich an hierarchischem Aufstieg orientieren, werden abnehmen zu Gunsten von Patchwork-, Mosaik-, sowie Projekt- und Fachkarrieren. Parallelschritte nehmen zu, hierarchischer Aufstieg nimmt ab. Zeiten ohne Arbeit gehören zu jedem Karriereweg.
  • Die Anzahl der Arbeitsformen wird zunehmen: Zeitarbeit, Interimsmanager, Teilzeit- und Projektarbeit, Selbständigkeit, Home-Office und virtuelle Teamarbeit.

Die Komfortzone

Nun wird es nicht am Freitagnachmittag gelingen, sich an diese neue Kultur zu gewöhnen. Veränderung ist jedoch unabdingbare Voraussetzung dafür, in der oben beschriebenen Arbeitswelt zu überleben. Nur wenn es gelingt, Gewohnheiten, eingeübte Verhaltensmuster, Ansichten und Werte zu überdenken und zu verändern, können wir erfolgreich sein. Das heißt: Raus aus der Komfortzone! Dies gilt für jeden einzelnen Arbeits-Unternehmer, genauso wie für die Unternehmen. Übrigens – Wachstum findet nur außerhalb der Komfortzone statt!

Checkliste: 10 Regeln für einen erfolgreichen Berufs- und Lebensweg!

  1. Werden Sie zum Arbeits- und Lebensunternehmer. Übernehmen Sie die Verantwortung für Ihren Berufs- und Lebensweg. Respektieren Sie dabei die Anforderungen Ihrer individuellen Lebenssituation.
  2. Stellen Sie sich darauf ein, dass sich Ihr Lebensentwurf radikal ändern kann. Lernen Sie, mit Krisen umzugehen.
  3. Lernen Sie, mit Unsicherheit umzugehen. Diese wird Sie ein Leben lang begleiten. Der Sicherheitsanker, den Sie werfen können, heißt: Qualifikation, Gesundheit und Motivation. Alle drei Themen liegen in Ihrem Verantwortungs- und Einflussbereich.
  4. Karrieremanagement kostet Zeit, Energie und Geld. Planen Sie diese Umstände ein. Interimsmanager arbeiten heute oft nur vier Tage in der Woche. Der fünfte Tag ist für die Selbstorganisation und -vermarktung reserviert – dauerhaft.
  5. Sorgen Sie rechtzeitig für tragfähige Netzwerke. Nicht nur im Bereich Business-Netzwerke, sondern auch im persönlichen, sozialen und familiären Umfeld.
  6. Investieren Sie in eine optimale Ausbildung und Weiterbildung – ein Leben lang.
  7. Sorgen Sie für belastbare Referenzen und eine gute Reputation. Arbeitszeugnisse haben bereits heute drastisch an Bedeutung verloren.
  8. Bauen Sie eine Personenmarke auf. Dies ist eine Lebensaufgabe.
  9. Seien Sie selbstreflektiert. Nutzen Sie regelmäßige Auszeiten, um Ihre aktuelle Situation zu überdenken.
  10. Besorgen Sie sich an den entscheidenden Weichenstellungen professionelle Unterstützung, wenn es um Ihre Karriere geht – eine Investition, die sich lohnt und steuerlich absetzbar ist.

(Bild: © mediendesign.de)

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1 Kommentar

  1. Die Frage, wie man sich am besten selbständig macht, gibt es wahrscheinlich nicht die eine und einzige richtige Antwort. Es hängt einfach immer von der aktuellen Sitaution des Gründungswilligen ab. Dabei spielen Kriterien, wie …
    lebt er / sie allein oder gibt es Partner und Kinder
    soll es eine Vollerwerbsgründung sein oder eine Teilzeitgründung
    gibt es finanzielle Reserven auf die zum Bestreiten des lebebnsunterhalts in der ersten Zeit zurückgegriffen werden kann
    wie ist die kaufmännische und betriebswirtschaftliche Vorbildung
    liegen die Vorlieben eher im handwerklichen Bereich oder eher im kaufmännischen
    um nur die wesentlichen Punkte zu nennen.

    Daran schließt sich natürlich auch die Frage an, gibt es bereits konkrete Vorstellungen, womit man sich selbständig machen möchte oder ist man auch hinsichtlich des Konzeptes und des Meties noch sehr offen.

    Auch wenn – wie sich zeigt – dieses Thema nicht pauschal zu beantwortern ist, so hat sich in meiner Efahrung gezeigt, dass sehr viele Menschen mit möglichst geringem finanziellen Risiko und aus einem sicheren finanziellen Rahmen heraus starten möchten.
    Außerdem sollten die Startinvestitionen in einem überschaubaren Rahmen von vielleicht 100,- € bis 250,- € liegen und monatliche Belastungen sollten die 100,- € auch nicht überschreiten.
    Zwar gibt es hier auch unterschiedliche Wünsche, aber eine mögliche Skalierbarkeit des Geschäfts wäre auch in sehr vielen Fällen von Interesse. Damit ist gemeint, dass man je nach finanziellen und zeitlichen Resourcen vielleicht klein anfängt aber nach oben steigern kann.
    Und was sich auch immer wieder als sehr vorteilhaft für Gründer erweist, ist die Eingebundenheit in ein Team, das unterstützt und hilft, sowie ein erprobtes Unternehmenskonzept, das es einfach zu duplizieren gilt.

    Als Schlußfolgerung und Resüme zeigt sich mir in der Praxis immer wieder das Modell des Network Marketing oder auch MLM als die geeignete Konzeption für eine Gründung, die all den zuvor beschriebenen Anforderungen stand hält.

    Wer sich dafür tiefer interessiert, kann gerne auf meinem Blog http://www.TeilZeit-Unternehmer.de vorbeischauen. Dort kann man sich sehr ausführlich über diese Geschäftsmöglichkeit informieren, sich entsprechende GRATIS-Seminare und Hilfsmittel downloaden und sich in meinen wöchentlichen Info-Newslettr eintragen.

    Ich würde mich freuen, wenn diese Informationen hilfreich waren und verbleibe
    mit herzlichen Grüßen
    Kurt Laux

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