Recht Lexikon
Kündigungsfalle

ArbeitnehmerInnen genießen hinsichtlich des Kündigungsschutzes viele Rechte. So sieht das Arbeitsrecht vor, dass Beschäftigte, die mindestens sechs Monate betriebszugehörig sind, nicht grundlos entlassen werden können. Aus diesem Grund versuchen ArbeitgeberInnen ungeliebte MitarbeiterInnen mit Hilfe einer Kündigungsfalle loszuwerden.

Beliebte Kündigungsfallen

  1. Beleidigungen: Der Chef provoziert einen Streit, um somit Beleidigungen oder unschöne Meinungen zu hören. Eine derartige Äußerung ist ein anerkannter Grund für eine fristlose Kündigung.
  2. falsche Informationen: Manche Vorgesetzte geben Kündigungen als rechtmäßig aus, die jederzeit anfechtbar wären. Sie stellen MitarbeiterInnen vor vollendete Tatsachen und setzen sie so unter Druck. Oder sie kommunizieren Deadlines beziehungsweise wichtige Termine nicht mehr. Aufgrund dessen begehen MitarbeiterInnen Fehler, die der Vorgesetzte als Kündigungsgrund verwenden kann.
  3. Mobbing/Bossing: Permanentes Anordnen von Überstunden sowie stumpfsinnige oder zu anspruchsvolle Aufgaben gehören zu Mobbing oder auch Bossing, also Mobbing aus der Führungsetage. Diese Kündigungsfalle führt im Sinne der ArbeitgeberInnen häufig zur Eigenkündigung der ArbeitnehmerInnen.
  4. Drohungen: Hin und wieder setzen ArbeitgeberInnen auch auf Drohungen mit einer Klage, wenn ArbeitnehmerInnen sich bei einer Kündigung quer stellen.
  5. Kürzungen: Eine weitere beliebte Möglichkeit sind Kürzungen von Weihnachts- oder Urlaubsgeld bis MitarbeiterInnen von selber kündigen.
  6. Aufhebungsvertrag: Eine sehr häufig genutzte Falle ist es, MitarbeiterInnen kurzfristig zu einem Gespräch zu bitten und ihnen dann einen Aufhebungsvertrag vorzulegen. So werden ArbeitnehmerInnen ebenfalls unter Druck gesetzt, das Angebot sofort zu unterschreiben.

Wie reagiere ich als Arbeitnehmer auf eine Kündigungsfalle?

Stellst du fest, dass dein ArbeitgeberIn dich in eine Kündigungsfalle locken möchte, lasse dich nicht unter Druck setzen. Treffe keine unüberlegten Entscheidungen und suche dir arbeitsrechtlichen Rat. Somit verschaffst du dir Zeit, um dir in Ruhe eine neue Stelle zu suchen.

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