Was kosten Broker und wo liegen die Unterschiede?

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Was kosten Broker und wo liegen die Unterschiede?
© StockSnap - pixabay.com

Wer an der Börse agieren möchte, benötigt bekanntermaßen einen Broker. Dieser gewährt Zugang zu den Handelsplätzen, sorgt für die Aufbewahrung der erworbenen Vermögensgegenstände und stellt (entweder selbst oder über eine Partnerbank) ein Verrechnungskonto zur Verfügung. Wenn Selbstständige sich auf die Suche nach einem Broker begeben, stellen sie jedoch relativ schnell fest, dass die Kosten mitunter recht unterschiedlich ausfallen. Doch woher kommen die Kostenunterschiede und was bedeutet das Wort „günstig“ heute in Bezug auf Broker?

Günstiger Broker – was bedeutet das eigentlich?

Sehr viele Broker behaupten von sich, wirklich günstig zu sein. Dies liegt an der Tatsache, dass das Attribut „günstig“ relativ ist. Bei der Suche nach möglichst geringen Kosten sollten InteressentInnen sich jedoch die sogenannten Discount Broker genauer anschauen, da diese den Geldbeutel wirklich schonen. Trotzdem gibt es auch dort durchaus Unterschiede, wie dieser umfassende Test eindrucksvoll aufzeigt.

Die folgenden Merkmale gelten für Discount Broker als typisch:

1. Keine Depotgebühren

Fehlende Depotgebühren gelten im Bereich der Online-Depots fast schon als eine Art Standard. Somit ist es nicht verwunderlich, dass Discount Broker ebenfalls keine fixe Verwaltungsgebühr erheben. Der große Vorteil: Werden keine Transaktionen durchgeführt, entstehen auch keine Kosten, die die effektive Rendite schmälern.

2. Sehr geringe Transaktionsgebühren

Darüber hinaus fallen auch die Transaktionsgebühren bei einem Discount Broker sehr niedrig aus. Bei Anbietern wie Trade Republic zahlen Anleger nur 1 Euro pro Transaktion. Dabei handelt es sich jedoch nur um die Fremdkostenpauschale, die weitergegeben wird. Trade Republic selbst erhebt keinerlei Gebühr.

Etablierte Filialbanken und Sparkassen berechnen mitunter Beträge zwischen 5 und 55 Euro (je nach Orderhöhe) pro Order. Hier wird schnell ersichtlich, wie viel Geld sich durch einen günstigen Anbieter sparen lässt.

Die Finanzierung der Broker speist sich hierbei aus Rückvergütungen, die diese von den jeweiligen Handelsplätzen erhalten. Eine klassische Win-Win-Situation: Ein eher unbekannter Handelsplatz erhält zusätzliche AkteurInnen und der Broker kann so seine Gewinne generieren.  

3. Einschränkungen bei Assets und Handelsplätzen

Die geringeren Kosten bei Discount Brokern schlagen sich mitunter in einer geringeren Auswahl nieder. Mitunter spezialisieren sich entsprechende Anbieter auf einen bestimmten Handelsplatz, über den alle Transaktionen ablaufen. Damit gehen zwei Nachteile einher:

  • Es können nur die Assets des Handelsplatzes gehandelt werden
  • Bei geringen Handelsvolumina können die Kurse leicht abweichen
  • Ausländische Handelsplätze befinden sich oft nicht im Angebot

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4. Geringere Beratungsleistung

Eine weitere Einschränkung bezieht sich auf die Beratungsleistung seitens des Anbieters. Einige Broker bieten zahlreiche Erklärvideos in Bezug auf Börsenwissen und Anlagestrategien. Mitunter wird sogar eine persönliche Beratung zur Verfügung gestellt. Discount-Anbieter verzichten häufiger auf entsprechende Dienstleistungen und beschränken sich auf das Wesentliche: Den Zugang zur Handelsplattform.

Anhand dieser Merkmale zeigt sich ziemlich schnell: Broker im Discount-Bereich versuchen, ihre Angebote so zu verschlanken, dass TraderInnen alle Grundfunktionen nutzen können. Darüber hinaus gehende Leistungen würden die Kosten für die Anbieter in die Höhe treiben, was wiederum höhere Gebühren für TraderInnen bedeutete.

Für wen lohnen sich Discount-Broker?

Wer sich bereits mit der Materie auskennt, lediglich einen Broker mit möglichst geringen Gebühren sucht und in Bezug auf Handelsplätze nicht anspruchsvoll ist, findet mit Discount-Anbietern genau die richtige Lösung.

Sollten hingegen Beratung und Zusatzinformationen für TraderInnen wichtig sein, sind sie bei herkömmlichen Online-Brokern besser aufgehoben.

Trotzdem bedeutet dies nicht, dass Discount-Broker für AnfängerInnen ungeeignet wären. Gerade der Einstieg zu geringen Kosten kann Neulingen Berührungsängste nehmen und somit die ersten Erfahrungen ebnen.

Broker im Discount-Segment: Für viele Anleger interessant

Ohne einen Broker erhalten AnlegerInnen heute keinen Zugang zu den Kapitalmärkten. Die Auswahl an verschiedenen Anbietern gestaltet sich sehr vielfältig. Dies bringt zudem umfangreiche Unterschiede in Bezug auf die Leistungsmerkmale und auch die Kosten mit. Hier stechen vor allem die Discount-Broker hervor: Sie bieten besonders geringe Kosten und verschlanken ihre Leistungsmerkmale auf das Nötigste. TraderInnen stehen dabei vor der Wahl: Werden keine umfangreichen Beratungsleistungen benötigt und reichen auch deutsche Handelsplätze aus, stellen Discount-Broker eine gute Wahl dar. Ansonsten sollten AnlegerInnen ihr Augenmerk lieber auf andere Online-Anbieter legen.

Henry Scholz ist freischaffender Online-Redakteur und beschäftigt sich gerne mit Themen rund um Wirtschaft, Politik und Verbraucherschutz.

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